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Karayay 489
Großkreuz des St. Annen.Ordens, wel.
ches Karaczay, da österreichischen Unter»
thauen in jener Zeit fremde Orden zu
tragen nicht gestattet wurde, ablehnen
mußte, überdieß aber ernannte sie seinen
drittgebornen Sohn Alexander, dessen
Pathe Suwarow war, in der Wiege
zum Oberlieutenant im FanagoriSki'schen
Regimente, auch spater noch ihres
Schützlings gedenkend. Nach mit der
Pforte geschlossenem Frieden kam K.
als Brigadier nach Lemberg, wo er
so lange blieb, bis ihm der franzö»
fische Revolutionskrieg 1794 ein neues
Feld zu schönen Waffenthaten anwies.
K. wurde mit seiner Brigade bei der
Rheinarmee eingetheilt. Bei Schwel»
genheim befehligte er die Vorposten
des rechten Flügels, welcher unter Com»
mando des Herzogs Albert von Sach«
feN'T eschen stand. Der Feind, welcher
seine ganze Macht in den Waldungen
hinter Lingenfeld und Westheim
concentrirt hatte, drang mit seiner starken
Cavallerie vor. K. leistete ihm den ent»
schiedensten Widerstand und warf ihn
endlich zurück. Bei Friesbach hatten
die Franzosen den Wald besetzt und such«
ten von dort die Unseren bei Harthausen
zu umgehen. Karaczay vereitelte diesen
Plan deS Feindes, dem er eine Nieder»
läge beibrachte-, daß viele Todte und
Verwundete den Kampfplatz bedeckten.
Als die Oberrhein.Armee ihren Rückzug
antrat, erhielt K. am 14. Juli 1794 den
Befehl, bis hinter Schifferstadt die
Arriöregarde zu machen. Der die Armee
verfolgende Feind setzte seine Angriffe
bis Marientraut und Dudenhofen unun«
terb rochen fort. Karaczay hielt ihm aber
überall Stand, und ihn immer wieder
aufhaltend, ermöglichte er, daß der
Rückzug der Unseren ohne Verlust bemerk«
ftelligt wurde. Bei Schifferstadt wies er den heftigsten Angriff des überlegenen
Gegners mit Nachdruck zurück und gerade
in einem Augenblicke, als unsere Armee
im Abkochen begriffen und sie einer furch«
terlichen Niederlage preisgegeben war.
Am folgenden Tage erneute der Feind
mit verdoppelter Macht seinen Angriff
auf mehreren Puncten zugleich. Nach
einem 9stündigen blutigen Kampfe mußte
er stch.mit großen Verlusten an Todten
und Verwundeten zurückziehen, ohne
einen neuen Vortheil errungen zu haben.
Bei Ep stein und Flammersheim
schlug er, vereint mit den königl. preußi«
schen Vorposten, den Feind, nahm 2 Of«
siciere und 68 Mann gefangen und
erbeutete 130 Pferde; überdieß hatte er
dem Feinde einen Verlust von nahezu
200 Todten beigebracht. Bei Hoch«
speier erhielt K. den Befehl der Avant«
garde des linken Flügels. Die linkerseits
befindlichen Waldungen waren von dem
Feinde stark besetzt. K. drang auf die
feindlichen Abtheilungen ein. rieb sie
theils auf, schlug sie theils in die Flucht.
2 Stabs-, 13 Oberofficiere und über
800 Mann wurden gefangen und zwei
Geschütze nebst Munitionskarren erbeutet.
Der fliehende Feind setzte sich nun in zwei
Schanzen, die vor Trup st adt errichtet
waren, fest, aus diesen wurde er von K.
vertrieben, stellte sich aber im offenen
Felde neuerdings zum Kampfe, der mit
seiner Niederlage und der Gefangennahme
von 1 Stabs<, 18 Oberofsicieren und
300 Mann endete. Karaczay's Umsicht
verdankte die Armee im weiteren Ver<
folge ihres ZugeS das gefahrlose Vor»
rücken gegen Kaiserslautern und die
gänzliche Säuberung der Türkheimcr
Straße vom Feinde. Als ihn darauf bei
FlammerSheim und Frankenthal der
weit überlegene Feind mit 4000 Mann
Reitern angriff und anfänglich auch bis
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon