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474 Aarasek.
Aber es kam nick: dazu. daß er sie antrat.
Er fühlte sich zu seln als Künstler, um der
verflachenden Eintönigkeit des Elementar
Unterrichts sein eigenes Talent zum Opfer
zu bringen, und so nahm er einen Ruf
nacl) Bosnien an. wohin ihn der Serdar
Omer Pascka als Haus-Portratmaler
eingeladen hatte. Dort erfreute sich K.
bald der besonderen Gunst seines Ma
cens, dessen Bild er mit künstlerischer
Wahrheit ausgeführt hatte. Aber sein
Glück war nur von kurzer Dauer. Omer
Pascha wurde plötzlich nach Constaw
tinopel berufen und konnte den Künstler
auf den nun folgendenFeldzügennichtmit
nehmen. K., obgleich von Omer Pascha
reichlich beschenkt, war doch wieder sich
selbst überlassen. Da sich Niemand malen
ließ, blieb K. unbeschäftigt und verlegte
sich nunmehr auf die Genremalerei, in
der er noch wahrend seines Aufenthaltes
in Rom sich mit Glück versucht hatte. Er
studirte mit Gifer die eigenthümlichen
Sitten und Gebrauche der Südslaven
und fesselte sie durch manches gelungene
Bild. welches auch dann und wann einen
Abnehmer fand. Die mißlichen Umstände
zunächst mochten seine Anlage zur Hypo»
chondne eher gefördert als vermindert
haben. Wohl berief den bereits leidenden
Künstler Bischof Stroßmayeran seinen
Hof nach Djakovar, um von ihm diePor»
träte der früheren Djakovarer Bischöfe
anfertigen zu laffen. Aber da,s Uebel war
schon zu weit vorgeschritten und K. erlag
demselben im Alter von 3? Jahren. Von
seinen Arbeiten sind folgende bekannt:
„Vir Zln53etznng Mas« im Nil", Eigenthum
des Karlstädter Lesevereines; — „Nie
MMntlll mit beul ChriLtnzkinde", Eigenthum
des Karlftädtcr Magistrates, dem es der
Künstler geschenkt hatte; — „N er Gran-
tiatrr nnb ürr Gnkel", Genrebild in Aqua-
rell. nach einer Ballade von P re rad o- vi6; — „Hie Maner Hirten", Genrebild
in Aquarell; — „Der Abschied dez Sere-
zchankn", Genrebild in Oel. 3. 2 ^ Sch.,
Br. 1</2 Sch.. mit 46 Figuren, die eine
treffliche Staffage des landschaftlichen
Hintergrundes bilden, eines der besten
Werke des Meisters; — „Gine rrontische
GrtNMn", Oelbild im Agramer Museum;
mehrere Oelbilder befinden
sich
im Besitze
des Herrn Kukul jeviö. SakcinSki
und Portrate im Privatbesitze mehrerer
Personen in Karlstadt. K. ist eines jener
traurigen und nicht seltenen Beispiele in
der Künstlerwelt, welche das Talent für
die Kunst fast mehr als einen Fluch denn
als einen Segen erscheinen laffen.
uikad Hu^osiaveQLkib, d. i. Lexikon der süd»
slavischen Künstler (Agram 1838. L. Gaj, 8".)
S. t33. — Luna (Unterhalt. Beilage der
Agramer Zeitung) 1856, Nr. 43. S. 179. —
55»roäQSQc»-vins,d.i. Volksblatt (Agram,
Fol.) 1838. Nr, 294 u. f. — Jahrbücher
für slavische Literatur. Kunst und Wissenschaft.
Herausg. von Dr. I . P. Jordan (Leipzig,
gr. so.) I I I . Jahrg. (l34Z). S. s?. ^Daselbst
heißt er Alo is ; oder sollte dieß die deutsche
Uebersetzung für Vskoslao sein?).
KarHsek, hie und da auch Karauschek
(Ton setz er, geb. in Böhmen, gest.
1739). Nachdem er sich zu hoher Meister-
schaft auf dem Violoncell ausgebildet
und auch sonst tüchtige musikalische Bil.
düng angeeignet hatte, wurde er als
Kammer-Violoncellift Mitglied der fürst,
lich Thurn und Tarischen Capelle. Die
Zeit seiner Blüthe fallt in die Jahre 1750
bis 1760. Für sein Instrument hat er
mehreres. u. z. Concerte und Sympho«
nien geschrieben, die jedoch Manu»
script geblieben sind. I n der Folge ver.
siel er in religiöse Schwärmerei, welche
zuletzt so mächtig wurde, daß er feinen
Dienst aufgab. in ein Kloster ging und
fern von der Welt als Mönck sein Leben
bescksoß. Gerber berichtet, er sei
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon