Seite - 367 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11
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4861 und 4862 trat er, wie schon früher
im Jahre 1844 in Dresden. Weimar und
Berlin, als Vorleser seiner eigenen Dich.
tungen und Episoden aus seinem Dichter-
leben auf. welche in Pesth und Wien eine
wohlwollende Aufnahme fanden. Im
Hinblick auf die oberwähnte Lebensskizze
ist zu berichtigen und zu ergänzen, daß
B. seit frühester Jugend der evangelischen
Kirche reformirter Konfession angehört,
daß er seine Studien nicht zu Pesth, son<
dern zu Baja zurückgelegt, und sich am
23. December 1849 mit Julie Mühl-
mann, einer Nichte des erst jüngst ver>
storbenen berühmten Chemikers Heinrich
Rose. verheirathet. seine Gattin aber
nach einer Ehe von nur wenigen Mona»
ten, am 23. Juni 1830, an der Cholera
verloren habe.
Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig.
Blockhaus. 4«.) 1845. Nr. 129—132.» Eine
ausführliche literarisch »ästhetische Charakteristik
deS Dichters. — Dieselben 18N. Nr. 358:
„Ueber Karl Beck's Saul". — Donau'Zei.
tung 1862. Nr. ?3. — Frankl (L. A.),
Sonntagsblätter (Wien, 8".) m. Jahrgang
(l844) S. 80: „Karoline Pichler über seinen
Ianko". — Der Fortschritt (Wiener polit.
Blatt) 186!. Nr. 139: „Karl Beck in Pesth".
*Peck. Wilhelm, bekannter unter
dem Namen Wi l l i Beck (Zeichner
und Poet, geb. zu Baja in Ungarn,
17. Mai 4822, nach Anderen 1824,
gest. zu Pesth 24. September 4862).
Zeigte in frühester Jugend ein schönes Ta-
lent für das Zeichnen, welches so entschie»
den hervortrat, daß der Vater die Idee,
ihn Kaufmann werden zu lassen, aufgab,
uud ihn 1837 nach Wien schickte, wo er
anfänglich bei dem Maler Alcoriere.
später bei Eibel sich in der Kunst aus«
bildete. Nach mehrjährigem Aufenthalte
in Wien sollte B. das Ausland besuchen,
aber die Liebe der Eltern konnte es nicht
über sich bringen, ihn so weit von sich
zu lassen. Er kehrte also nach Pesth zurück,
wo er 1846 die Herausgabe des illustrir.
ten Witzblattes „Der Zeitgeist". deS ersten
dieser Art in der Monarchie, begann.
Im Jahre 4848 begab er sich nach Wien,
wo er im Vereine mit S. Engländer
den „Charivari" redigirte. Hier war B.
in seinem eigensten Elemente und that-
sachlich zog ihm die Zügellosigkeit. mit
welcher er sich in diesem Spottblatte
ohne Gleichen gehen ließ. eine zweimonat«
liche Haft zu, aus der er erst am 17. Fe-
bruar 4849 entlassen und in Pesth in.
ternirt wurde. I n Pesth lebte er nun,
schon damals leidend, als Mitarbeiter des
Morgenblattes „Der Tulenspiegcl". redi-
girte die „I^oxIkon^iiH" und war Mit-
arbeiter der meisten in Deutschland und
Oesterreich erscheinenden Witzblätter und
lllüftrirten Zeitschriften. Ueberdieß schrieb
er einige Novellen, Fachartikel für meh.
rere Handelszeiwngen, und besorgte das
Geschäft seines seit Jahren krank darnie-
derliegenden Vaters. B eck'S künstlerische
Arbeiten, als Gemälde, Stillleben und
Aquarelle, verrathen, was Komposition
und Ausführung betrifft, ein nicht ge»
wohnliches Talent; sein Genre — um sich
eineS geistreichen Ausspruches zu bedienen
— war klein, aber in diesem kleinen
Genre war er groß. Er war seit 4860
mit einer jungen Kaufmannswitwe Julie
Gerson verheirathet. aber schon nach
zwei Jahren raffte ihn der Tod nach
14jährigem Leiden im Alter von erst
40 Jahren dahin.
aF^ar Viävkiek lap^, d. i. Ungari-
sches Fremdenblatt (Pesth. 40.) l863. Nr. 4l:
„Erinnerung an Willi Beck". von K. Hor-
schehky.
-z- Nellotti, Felice. Dichter ss. d.
Bd. I) S. 247). geboren zu Mailand
4787. gestorben 44. Februar 4838.
2 2ettH ukl>2i^ 6 6i Hlilan n l858, No.48
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon