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379 Chmel.
war Ü. vielseitig und als Nedersetzer n«it
Erfolg thätig. Er hat die böhmische
Literatur mit guten Uebelsetzungen weh«
rerer Dichtungen von Goethe, La-
mart ine, H. K. Whi te und H. W.
Longfel low, einiger Dramen Sha-
kespeare's, ferner mit sorgfältig ge»
sammelten Terminologien für Musik und
Medicin bereichert. I m Drucke hat er
herausgegeben die Nebersetzung des
Werkes von Ioh. Graf Draskovi<5:
", d. i. Aeltere
Geschichte und die literarische Wieder«
geburt des illyrischen Volkes (Prag
1845. Pospisil. 8<>.): ferner die Ueber-
fehungen folgender Dramen Shake»
spearc 's : „Romeo und Julie"; —
„Cymbelin"; — „AntoniuS und Kleo»
patra"; — „König Heinriä) V." Hand«
schriftlich aber hat er hinterlassen die
Uebersetzung von noch sechs Dramen
Shakespeare's, und böhmische Bear«
beitungen von Pitsch's Harmonielehre,
Cramer's Pianolehre und Skraup's
Grundzügen der Musiklehre, welch' letz»
tere Schrift nach seinem Tode zum Drucke
vorbereitet wurde. Von seinen Ueber«
sehi.mg.en Shakespeare'scher Dramen
meldet die Fachkritik, daß sie. mit Geist
uud Weihe ausgeführt, ihm einen ehren«
vollen Platz in der cechischen Literatur
sichern. Bedeutenden Antheil hatte ö.
an der Gründung und Hebung des
medicinischenWitwen-Versorgungsfondes
in Prag, welchem er sein ganzes Ver«
mögen im Betrage von 16.000 fi. testa«
mentarisch verschrieb. Er war ein Freund!
des ruhigen maßvollen Fortschrittes. !
Er war öeche durch und durch, wie ^
seine Arbeiten beweisen; da's nationale,
Element riß ihn aber nie zu Extremen '
hin und vielmehr war er von dem
Wunsche erfüllt, daß Verträglichkeit den Frieden des Verstandes und des Herzens
vermitteln möge."
Kil i 'oäni l i s t? , d. i. Volkszeitung, l362.
Nr. 303. — I^i tom öi-i ck)' v3snds<.n.v ^o-
inll^i a iiaäpo<1il5ük^ k a I s n 6 ü 5 na rok
1804, d. i. Leitlncritzer allgemeiner Haus« und
Witthichafts'K'alender (Leitmeritz. Mdau. 4<>.)
S. lt>0: Nekrolog oon Fr. St. Blaiek. —
Orsterrrichische Wochenschrift für Wis«
scnschaft, Kunst und öffl'>ttlichl»s Leben (Bci-
laqe der Wil'nor Zeitung) l8ll8. Bd. I, S. 3l.
— ./«,?^m«,i« ,./^^<i/), llll>t.oi'io litsradulv
äutike, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur
(Prag, 4".) Zwritc, oon W. W. Totnek be»
sorgte Auflage. S. ^0l, Nr. 496 m; S. 40l.
Nr. 553 x; S. 430. Nr. Ul3 o u. <i; S. 438,
Nr. !)86; S. 4^0. Nr. lo^lj; S. 446. Nr. lUlN g,
S. ^48. Nr. lU7ü u.
-I-N Chlumect^, Peter Ritter von
ss. d. Nd. I I , S. 349). gest. zu Brunn
28. März 1863. Seine letzte und be-
deutendste Arbeit, welche leider nicht
vollendet ist, und wovon der 1. Band
kurz vor seinem Tode erschien, ist:
„«bar! uau Sierotin nnd zeiueAttt" (Brünn
^862, Ritsch, gr. 8".): umfassendes Ma-
teriale für den 2. Baud. in dessen Arbeit
er auch bedeutend vorgeschritten, ist vor»
Handen. ChlumeckF- stand mit den
ersten Gelehrten Europa's in lebhaftem
Briefwechsel, und sckon sein brieflicher
Nachlaß, worin sich Briefe von Ba-
rozzi, C h a m p o l l i o n , Chme l ,
G r i m m , K l u k h o h n , K o r f f ,
Maurenb reche r , Lerche nfeld,
Petzo ld . R ö p e l , S y b e l u. A.
vorfinden, böte für die Wissenschaft gewiß
reiche Ausbeute.
Brünner Zeitung 1862, Nr. 9l. - Wie<
ner Zeitung l86^ Nr. 73. S. 986.
-l-N Chmel, Joseph ls. d. Bd. II,
S. 331^. gest. zu Wien in der Nacht
vom 27. auf den 28. November 1338.
Mit Chmel schied emer der gediegensten
österreichischen Geschichtsforscher aus dem
Leben. Unermüdlich, gründlich, verfolgte
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon