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1838 bereiste er Mähren, die Slovakei
Croatien, Dalmatien, die Herzegowm
und Montenegro, wo er neben interes«
santen künstlerischen Studien eine groß«
Anzahl nationaler Trachten, Gerath
und Waffen sammelte. 4862 nahm e
einen jungen Maler, Huttar^- ^s. d
Bd. IX, S. 433), als Schüler an und
begab sich mit demselben nach Ragusa,
wo er seine Studien der südslavischen
Länder, namentlich Montenegro'S fort
setzte. Am Hofe zu Cettinje ward er
sehr freundlich aufgenommen und beauf-
tragt, die lebensgroßen Porträts der
fürstlichen Familie zu malen, welche in
Paris und Brüssel mit großem Erfolge
ausgestellt wurden. Czermak hat trotz
seines langen Aufenthaltes im Auslande
seinen nationalen Charakter zu bewahren
gewußt. Die Stoffe seiner Compofitionen
sind fast alleder vaterländischen Geschichte
entlehnt und zeichnen sich durch geniale
Conception und tadellose Technik aus.
Wir nennen von seinen vorzüglichsten
Bildern: „Nlllibllr im Kerker"; — „Ver-
Kündigung dr3 GodeZurtheilz nn Gunradin uan
Schwaben nnt> Friedrich mn Naden", beide
schon 1844 gemalt', — „Hnss und Prokup
der Kahle, in das Nllgler Oanril eintreilnd"; —
„Vertheidigung eines GnMZZeg durch Tüburi-
ten"; — „Ai«Ka und Prukup, uns nnem
Hlrieg2Vllgeil dir Bibel lesend"; — „Ner Nich-
ter Allinnickq, als Bettler ant der Präger Brücke
singend", im Besitze deS Grafen Czer»
n i n ; — „Uarmiinnische Fischer, das Ouan-
gelinnl lt3rnd"; — „GpiSllde ans öer Gegen«
rekllrmlltilln in Böhmen nurli der Schlacht am
nmZsen Nerge", wofür er in Brüssel die
große goldene Medaille bekam, im Besitze
des Herrn Zang in Wien; — „Ner alte
IndenkirchlM ;u Prag" (österreich. Kunst-
verein 1833. April, 8000 Frs.): — „Ner
böhmische König Friedrich ulln ilrr Pin!;, genannt
der .Minterk'ünig", erhält beim Gaötmulzle v^ Prag die Nachricht mn der verlorenen Schlacht
am wri53rn Berge" ^im österr. Kunstvoreine
l832. Juli, 1000 fi.); — „ZtraöZenarbei-
ter dei eiucm Wege an ilie Mste" (ebd. 1834,
August, 1200 Frs.); — „Srene ans dem
Zojühngrn Nrirge" (ebd. 4838. April.
6000 Frs.); — „Mädchen an einer Kirche"
(ebd. 1838, April). Unter den vielen-
Arbeiten, welche er auf seinen Reisen
durch die slavischen Lander unternahm,
ist besonders hervorzuheben: „Nie Gut-
tülMng eines herzegllminischln Weibes durch
Naschi.Mzlcks". Für dieses Bild. welches
eine Rundreise durch die ersten Städte
Belgiens, Frankreichs und Deutschlands
machte, bekam er von dem Könige Leo«
vold daS Ritterkreuz des belgischen
Ordens. Im Herbste 1863 begab er sich
zum dritten Male nach Dalmatien und
Montenegro, um seine slavischen Studien
fortzusetzen.
Frankl (L. A.). Sonntagsblätter (Wien. 8".)
IIl.Iahrg,(l844).S.l068. —Kataloge der
Monatsausstellungen des österr. Kunstvereins
(Wien. 8".) 1852. Juli Nr. 4; 1854. Juli
Nr. 4t; 1850. August Nr. 30. — Katalog
der Prager Ausstellung der Gesellschaft patrio-
tischer Kunstfreunde im I . 1835. Nr. 2ü u. 329;
im I . 1857, Nr. 6; im I . 1858. Nr. 62. 230.
* Czermak, Johann (Arzt und PHy-
iolog. geb. zu Prag 1828). Bruder
deS Ia ros lav und Joseph; erhielt
seine erste Ausbildung in seiner Vaterstadt,
bezog 1843 die Wiener Universität/wo er
unter Hyr t l 's und seines Onkels Leitung
studirte. 1847 ging er nach Breslau, wo
sich unter Purkyns den physiologi-
schen Studien widmete. 4830 erhielt er
zu Würzburg die medicinische Doctor»
würde und unternahm mit seinem Lehrer
und Freunde Kol l i ker eine längere
wissenschaftliche Reise nach England,
Schottland. Irland, Holland und Bel»
, besuchte Paris und begab sich so«
n 1831 nach Prag. wo er Assistent
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon