Seite - 412 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11
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Treiben dieser Menschen, von denen
die Beglückung der Völker ausgehen
soll'.
Mährischer Corresponden t (Brunn, 4«.)
5862, Nr. 110. — Presse (Wiener polit.
Blatt) 1862, Nr. 128.
N Gablcnz, KarlLudwig Wilhelm Frei-
herr, Feldmarschall-Lieutenant
ss. d. Bd. V, S. 46^. General-Major
Freiherr von Gablenzist am 13. August
1862 zum Feldmarschall'Lieutenant be«
fördert und dem Commandanten des
3. Armeecorps, dem Feldmarschall-Lieu«
tenant Phi l ipp Grafen Stadion in
Verona als aä latus zugetheilt worden.
Als nach dem Tode König Fried«
rich's VII. die lange hinausgeschobene
schleswig-holsteinische Frage reif und es
endlich nöthig wurde, dem dänischen
Uebermuthe mit allem Ernste zu begeg-
nen, einigten
sich Oesterreich und Preußen,
die beiden Her^ogthümer durch ein ver»
eintes Armeecorps zu besetzen und nothi«
genfalls die Dänen mit Gewalt aus den
Herzogthümern zu jagen, welche
sie lange
genug ausgesogen lind geknechtet hatten.
FeldmarschaN'Lieutenant Gablenz er»
hielt den Befchl über das österreichische
6. Armeecorps. Eher als allgemein ver-
muthet wurde, fiel der erste Kanonen-
schuß und der Kampf begann am 2. Fe-
bruar, von welchem Tage an bis ein-
schlüssig zum 7. er ausschließlich von
österreichi sch en Truppen mit einem
Heldenmuthe, ja mit Bravour ohne
Gleichen gefochten und der Königsberg
von denselben erstürmt, während — und
nun kommt das Lächerliche in diesem
blutigen Ernst — in einem Corpsbefehle
vom 8. Februar, den der durchlauchtigste
Prinz Friedrich Kar l zu erlassen
geruht hatten, dieser glänzende Erfolg
preußischer Seits in Anspruch genom-
men wurde. Mit „eiserner aber gelen» ker Hand", wie sein Waffengefährte
Feldzeugmeister Benedek an Gab lenz
schreibt, halte dieser die Truppen geführt
und fich weniger an die preußischen Dis-
Positionen gehalten, deren verdächtigen
Charakter die Taktiker bereits heraus-
gespüct hatten, als seinem Feldherrn-
bewußtsein Folge geleistet. Gab lenz
hatte nämlich nur den Auftrag, die
Dänen bis gegen Oeversee zu verfolgen
und von diesem Puncte angefangen sich
auf Recognoscirungen zu beschranken.
Statt sich aber an diese Disposition zu
halten, griff Feldmarschall'Lieutenant
Gablcnz mit der zu seiner Verfügung,
stehenden halben Brigade Nostiz auf
eigene Verantwortung den übermächtigen
Feind an und lieferte ihm ein hartnäcki«
ges Gefecht, in welchem 3 Fahnen erbeu-
tet und 60l) Gefangene gemacht wurden;
nun war auch der Weg nach Flmsburg
den Verbündeten geöffnet. Diese Waffen,
that flößte selbst den Preußen Achtung
ein, und Feldmarschall Wrangcl kün-
digte in einem Schreiben vom 1". Fe-
bruar dem Feldmarschall-Lieutenant G a-
blenz an, daß er für denselben um
Verleihung des Commandeurkreuzes des
Maria Theresien Ordens — das Ritter-
kreuz besitzt G. bereits — bei Sr. Maje-
stät dem Kaiser einschreiten werde. Unsere
Truppen hatten mit bewunderungswür-
diger Ausdauer und Tapferkeit gekäinpft.
Als für die „Bravsten der Braven" die
Decorirungen, welche Se. Majestät der
Kaiser verfügt, auf dem Kriegsschauplatze
angelangt waren, hielt Feldmarschall-
Lieutenant Gab lenz an das 9. Jäger-
Bataillon eine Ansprache, welcher wir
olgende Stelle entnehmen: „Viele Jahre
sind es her, daß ich so wie heute, in Eis
und Schnee stehend, das Glück hatte,
mir das Theresienkreuz zu erwerben, mit
dem ein jahrlicher Fruchtgenuß von 600 st.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon