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malerei, gedrängtwurde, eine Erscheinung
parallel zu der in Deutschland während
der Dreißiger Jahre erwachten politischen
Dichtung.
Constitutionelle österreichische Zei-
tung (Wien, Fol.) 4862, Nr. 397. — Wie«
ner Abendpost (Abendblatt der Wiener
Zeitung) 1863, Nr. 64, S. 258. — Wiener
Zeitung 1863. Nr. 140, S. 885. — Kro-
nikü (Krakauer polit. Blatt) 1863, Nr. 50.
l -j-V Gruler, Franz Xaver. B lumen»
maler ^s. d. Bd. V, S. 379^. gest. zu
Wien 12. April 1862. Die Presse, die
dem in seinem Fache trefflichen Künstler
einen kurzen Nachruf widmet, schließt
denselben mit folgenden Worten: „Seine
Disteln haben ihm im Munde des Wie«
ners einen volksthümlichen Beinamen
(der Distelgruber) erworben. I n diese
stillen verschmähten Disteln legte er die
ganze Schönheit der an Formenreichthum
und Farbe so ausdrucksvollen Pflanzen.
Er fand sie als Künstler und Mensch
so häufig auf seinem Lebenswege blühen,
daß er sie kannte, liebte und poetisch
schöne und wahre Bilder daraus malte.
In Folge der vom Grafen Thun in der
Akademie angestellten Reformen wurde
er 'in den zeitlichen Ruhestand versetzt
und ihm im Wege der Gnade die Hälfte
seines Gehaltes bewil l igt. Er
errichtete nun eine Zeichen- und Maler-
schule, malte und lehrte bis zu seinen
letzten Stunden, war der Jugend und
seinen Mitmenschen, für die er in sei«
nem 34. Jahre noch Studien unternahm,
um sie weiter lehren zu können, nützlich;
diese haben ihm seinen ganzen
Gehalt, wenn auch leider nur
seinen moralischen, zuerkannt."
Fremden-Blat t (Wien, 4<>.) 1862, Nr. 104.
in der Rubrik: „Theater und Kunst". —
Süddeutsche Zeitung 1862, Nr. 204
^nach dieser gestorben am 13. April 1862). —
Presse lt>62, Nr. 108. -l-V Grün, Johann s^. d. Bd. V,
S. 3911, geb. zu Wien 24. Mai 4814,
gest. 29. Februar 1860. Führte anfanglich
das übliche Wanderleben kleinerer Buh.
uen — sogmannten Schmieren — kam
dann als Tanzer in das Leopoldstädter
Theater, von dort 1846 als Komiker
nach Trieft in das tsatro KIoära.ui-
inatioo, wo der bekannte humoristische
Vorleser Wiest auf ihn aufmerksam ge»
worden, ihn auf seinen Irrfahrten als
Declamator mitnahm. Nachdem ihn ein
Conflict von Wiest trennte, nahm er
ein kleines Engagement bei Po körny
im Theater an der Wien, wo er einen
Ortswachter in der Poffe „Waldmärchen"
so trefflich gab, daß er nun durch Zu»
theilung von Wachterrollen in gelinde
Verzweiflung gerieth. Im Jahre 1848
spielte er in Pesth, wo aber ein bedenk-
liches Nebel für einige Zeit ihn der Bühne
entzog. Hergestellt, trat er in Wien auf.
Seine Wirksamkeit daselbst ist im Haupt-
werke geschildert. Rollen wie Körndl
im „Mädchen von der Spule", Da»'
misch in den „Kreuzköpfeln", der Men-
schenfeind in „Wie man's treibt, so
geht's", den Fleischselcher Fet t in
„Judas im Frack", hat er geschaffen und
Niemand spielt sie ihm mit gleicher Wirk-
samkeit nach. Auch hat G. sich mit dra»
malischen Arbeiten versucht und bereits
in Pesth die Stücke: „GainllrMll"; „Mrger
und Stnüent"', „NlltillNlllgnrlliZt und Munin",
mit gutem Erfolge zur Aufführung g.e-
bracht; in Wien schrieb er — die mit
einem " bezeichneten in Gemeinschaft
mit Ottocar Franz Ebersberg ss. d.
S. 396 d. Bds.^j — folgende: „Nas TM-
mlltmu in der Uuü"; „Ä5ll steckt der Geut'el";
*„Nie Brenzküpleln"; ^'„Zm AirrnZ"; „Gine
innere Ztiuime"', „Vcr Uamdieb" ; „Mldzehn
Nhr" und „Nie lchte Fahrt". Während er
bei Lebzeiten den Glauben, er sei ver.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon