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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11
Seite - 426 -
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Seite - 426 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11

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Haynald 426 Haynald und allgemeines Aufsehen erregte er durch seine — was Kunstform, rednerische Pracht und politischen Geist betrifft, von seinen 3 and sleuten als unübertroffen bezeichnete — Rede, welche er in der Oberhaussitzung vom 17. Juni gehalten und in welcher er einerseits für die Adresse ^vergleiche zum Verständniß die Biographie von Paul I 5 mbor, Bd. X, S. 60^ stimmte, andererseits aber fest behairte auf der Union Siebenbürgens mit Ungarn, welche Ansicht jedoch in der Folge durch die Thatsache, daß Siebenbürgen den österreichischen Reichs- rath beschickt hat. wesentlich abge« schwächt wurde. In neuester Zeit ver- lautete es von einer Seite: Bischof Haynald habe seine bischöfliche Würde niedergelegt und, wie hie und da ge« meldet wurde, nichts geringeres vor, als nach Spanien zu übersiedeln; wieder von anderer Seite: er sei als Nachfolger des von dem Szathmärer Bisthume nach jenem von St. Polten zu übersetzenden Bischofs Michael Haas >> d. Bd. VI, S. l04^j auf den bischöflichen Stuhl von Szathmär bestimmt; von allen diesen Nachrichten bedarf die eine oder die andere der Bestätigung. Als Gelehr« ter betreibt er neben den Wissenschaften seines Berufes als Kirchenfürst, denen er mit besonderem Eifer obliegt, vor» nehmlich die Botanik, und zwar seit seinen Knabenjahren mit aller Vorliebe. Sein reiches Herbar, welches nicht bloß die Floren Siebenbürgens und Ungarns, sondern auch die anderer Lander, vor- nehmlich aber Italiens umfaßt, enthält unter anderm die käuflich erworbenen Sammlungen von H e u f f e l ^s. d. S. 480 d. Bds.) , mehrere Centurien österreichischer Pflanzen von K o v a c s und der Kryptogamensammlungen von Dr. Rabenhorst. Reich an den besten und kostbarsten botanischen Werken ist seine Bibliothek. Die Wissenschaft, die er mit solcher Liebe pflegt, ehrte den Kirchen- fürsten, indem sie seinen Namen mehre» ren neuen Pflanzenarten ^stehe die Quel- len^ beilegte. Aber auch als freigebiger Mäcen erwies sich H. bei wiederholten Gelegenheiten: so dotirte er den sieben- bürgischen Museumsfond mit 2000 fi.; spendete zur Anschaffung von Gemälden des Malers M a r k o 200 fl.; schenkte der Karlsburger Sternwarte ein Teleskop im Werthe von 300 st.; widmete für Beantwortung einer Preisfrage über die Geschichte Siebenbürgens zur Nömerzeit 300 fl.; beschenkte die Karlsburger Mit- telschule mit einer werthvollen Insecten» sammlung, steuerte zur Herstellung des Museumsparkes zu Pesth 400 ft. u. dgl. m. Der Glanzpunct aber seines Wirkens. Schaffens,Förderns und Aufbauens besteht in den von ihm als Kirchenfürsten ange- regten und ausgeführten humanistischen Unternehmungen: Die Karlsburger Mit- telschule verdankt ihm ihre Ergänzung auf acht Classen und den Besitz ihres Gebäu- des, das katholische Gymnasium zu Kanta seine Wiederherstellung und eine Spende von 6l)00 fl.; die Mädchen-Erziehungs» anstatt der Ursulinerinen zu Hermann, stadt ihre entsprechendere innere Ein» richtling, eine Stiftung von 14.000 fl. und überdieß eine jährliche Beisteuer von 300 fl.; Karlsburg die Errichtung einer neuen Mädchenschule mit dem Aufwande von 23.W0 fl.; viele Tausende ver« wendete er zur Errichtung von Anstalten, welche die Förderung der Volkserziehung zum Zwecke haben; zu Csiksomlyo im Lande der Szekler gründete er eine Mit- telschule, eine Präparandie und eine Elementarschule. Er erließ dabei den Aufruf: Für jede zu diesem Zwecke ein- gehende Summe von 10.000 fl. seinerseits
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Károlyi-Kiwisch, Band 11
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Károlyi-Kiwisch
Band
11
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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