Seite - 428 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11
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Hedbel 428
zenartrn seinen Namen beilegte; so nannte
Ianka eine ^.ntiiLmis: ^.uttidin^ Ua^-
naläi ^vergleiche: Oesterreichisches botanisches
Wochenblatt 1836, S. ^ ; — Schur eine
lungen des zoologischchotanischen Vereins in
Wien 4836, S. 207); — Heuffel ein Col-
edioum: Ooloiiieum ^az<?la/c5l ^Oesterreich,
botanische Zeitschrift i858. S. ^33^ — und
Stur eine vraba,: Dr^da Sa^na^' ^ebd.
186l, S. ^86^.
-z-Nßebbel, Christian Friedrich ss.d.
Bd.VIII , S. 164^, gestorben zu Wien
13. December 4863 um 6 Uhr Morgens.
Hebbel's „Nibünngin" sind nach ihrer
Ausführung in Weimar auch im Drucke
erschienen und dann im Wiener Hof»
Burgtheater mit glänzendem Erfolge zur
Aufführung gelangt. Jedoch wurden an
letztgenannter Bühne nur daS Vorspiel
und der erste Theil gegeben. Seit län-
gerer Zeit bereits leidend, suchte und
erwartete der Dichter im Jahre 1863
Genesung von seinem Sommeraufent»
halte in Gmunden, waS sich leider
nicht verwirklichte. Nach Wien zurück«
gekehrt, begab er sich nach Baden bei
Wien, aber auch der dortige Aufent-
halt brachte keine Wirkung hervor. Nach
Wien zurückgebracht, schien sich nach
wochenlangem schweren Leiden die von
allen Seiten ersehnte Besserung einzu-
stellen; aber es war nur eine Täuschung,
denn wenige Tage später endete der
große Dichter unter den schmerzlichsten
Leiden, nachdem er in seinem Sterbe-
jahre die Feier seines 30. Geburts«
tages begangen hatte, zu welcher ihm
von fern und nah, von Einzelnen wie
von Vereinen die sinnigsten Beweise von
Theilnahme gegeben wurden. Die letzte
Huldigung, welche noch bei Lebzeiten
seinem Genius erwiesen wurde, war
die von Berlin aus erfolgte Zuerken-
nung des mit kön. Patent vom 9. No-
vember 1839 gestifteten dramatischen Preises 1000 Thaler in Gold nebst
einer goldenen Denkmünze im Werthe
von 1N0 Thalern in Gold. In seinem
Nachlasse befand sich nur das Drama
„Nemetrins", von dem vier Acte vollendet
und der Entwurf des fünften vorhanden
sind. Außerdem besteht der Nachlaß
aus mehreren im letzten Jahre, oft im
heftigsten Leiden, geschriebenen Gedich-
ten und aus zahlreichen Tagebüchern,
deren Druck aber, wie es verlau-
tet, nur im kleinsten Auszuge möglich
sein dürste. Eine Gesammtausgabe sei«
ner Werke (bei Hoffmann und Campe
in Hamburg) begann der Verewigte
selbst noch in seinem Todesjahre vorzu-
bereiten. Ob sie jetzt, nach seinem Tode,
da seine Werke bei verschiedenen Verle-
gern erschienen sind, zu Stande kommt,
muß dahingestellt bleiben. Der Verlust
Hebbel's ist für die deutsche Literatur
um so mehr bedauernswerth, als er sei«
nen geistigen Läuterungsproceß eben
beendet zu haben schien und nach seinem
jüngsten Werke — der Nibelungen-Tri«
logie — zu schließen, die deutsche Dich-
tung eine Folge von großen Werken zu
gewärtigen hatte. Sein Wunsch, ohne
Gepränge in aller Stille begraben zu
werden, ging nur in soferne nicht in
Erfüllung, als sich Niemand in Wien, der
die Bedeutung des Dichters zu würdigen
weiß, abhalten ließ, ihm das letzte Geleite
zu geben. Dadurch gestaltete sich seine
Beerdigung einigermaßen anständig; aber
von einem Zuge zu träumen, wie er bei
Strauß und Lanner sich einfand,
wird Niemand einfallen, der die hiesigen
Verhältnisse kennt. Schließlich sei noch be»
merkt, daß in letzterer Zeit in den Iour-
nalen Mittheilungen über einen Sohn
Hebbel's enthalten waren. Dieser Irr«
thum entsprang auS einem Mißverstand«
niffe. Bei den verschiedenen Wiener SW-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Band 11
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Károlyi-Kiwisch
- Band
- 11
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon