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Aöuigsacker 22 l Königs acker
<?." (ebd. l794, 8".). In
Poggendorff 's „Biographisch-literari-
schem Handwörterbucb zur Geschichte der
exacten Wissenschaften" erscheint K. nicht.
t^is 8i623iani8, 8«.) Pai-L I, zi. 607. —
Zur Genealogie der Vraseu Aöuigsacker.
Die Königsacker sind ein altes italienisches
Adelsgeschlecht, welches eigentlich Bianchi
heißt, aus dem Herzogthume Chablais in Sa^
voyen stammt und seinen Namen von dem
dortigen Schlöffe (7ampn i's^io ableitet. Eö
übersetzte den ursprünglichen Namen Niündii
äa. (^ainpo i'LFio in's Deutsche Weiß uon
Königsacker. Andreas Weiß uon Kö<
nig sacker wurde uon Kaiser Leopold l.
mit Diplom ääo. Regensburg 7. Mai 1664
in den Reichs« Rit t er stand erHoden. Sein
Sohn Aegydius, k. t. Truchseß. und sein
Vetter Andreas, churf. bayerischer Caualle»
rie«3ieutenant, führten schon, als ihnen uon
Kaiser Leopold I. mit Diplom 6c!o. Wien
23. November l67"» der Neichs>Freiherrn<
stand verliehen wurde, statt des Namens
Weiß den Namen Königsacter, uerbun-
den mit dem zweiten, von dem in der Ncihr
Münchens gelegenen Rittergute abgeleiteten
Namen Neu haus. Des Aegydius Sohn
Joseph — Wißgr i l l nennt ihn Joseph
Le 0 p 0 l d; Kneschke, Schmutz und Andere
Joseph Jacob Judas — k. l, Reichs-
hofrath, wurde von Kaiser Kar l VI. mit Di«
plom cläo. Wien 9, Jänner !7A4 in den Reichö«
grasen» und mit einem vom 2<l. August l7:n
in den erbländisch,österreichischen Orafenstand
erhoben. Graf Joseph kauftr sich m Steier«
mark an, wo die Familie dem Erlöschen nak>e
ist: denn es leben nur noch der Graf öeo-
pold (geb. 29. November 17!)?), Sohn drü
t8l!i verstorbenen Oberstlieutenants Grafen
Leopold aus dessen Vhe mit Therese Gräfin P r e y s i n g » L i
ch t e n e g g « K r 0 n w i n k c l
t'gest. tsäl). und zwei Sckwestern: Hherese,
vermalte Gräfin Gäl ler von Schwär-
zenegg sgeb. 13. Februar 1782, Witwe seit
13. Ottober 1818) und Gräsin Karol ina
lgeb. 17. April 1791), gräfl. Herbersiein'sches
Ttiftsfräulein. Von einer Gräfin Königs-
acker. welche in der ersten Hälfte des 18. Jahr»
Hunderts in Gratz lebte und mehrere Kinder,
Löhne und Töchter besaß, wird der psychisch
und physisch interessante Umstand erzählt, daß
die Gräfin nach der jedesmaligen Geburt eines
Kindes in Ohnmacht fiel. sobald man ihr
eineS derselben in'ö Zimmer brachte. Es muß-
ten also dieselben alle abgesondert von der
Mutter gehalten werden. Der Fall gewann
durch nachstehende Thatsache erhöhtes Interesse.
Einer der Söhne. der in der kaiserlichen
Armee.alö Officier diente, hatte die Mutter auf
diese Art nie gesehen. Nach vielen Jahren kam
er in's Elternhaus und der Vater beschloß
seinen Sohn unter fremdem Namen der Mut»
ter vorzuführen. Der Sohn ging darauf ein.
Er wurde als ein fremder Ofsicier der Gräfin
uorgestrllt. Aber nur wenige Worte sprach
die Mutter mit ihm, als sie in Ohnmacht
sank, aus der sie erst zu sich kam, nachdem
der Sohn sich entfernt hatte. Ein zweiter
Versuch fiel nicht besser aus. Seit dieser Zeit
sah die Gräfin bis zu ihrem Tode keines ihrer
Kinder wieder. Dieser Vorfall wird als auf
uoller Wahrheit beruhend von einem Gratzer
Blatte erzählt und ging aus demselben in
andere Journale über (Werschetzer Ge<
b irgsbote i«li l. Nr. 39). sFrei Herrn»
Diplome für Aegydius und Andreas
von K.N, Mo. 25. November 1673. — Gra»
fen« Diplome für Freiherrn Joseph von
K..N. <lclc». ». Jänner 1734 und 23, August
«734. — Schmutz (Carl), Historisch-topo<
graphisches Lexikon von Steyrrmnrk (Gratz
1822. Kirnreich, gr. 8".) Bd. I I , S. 251. —
Kneschke (Ernst Heinrich Prof. vi-.). Neue5
allgemeines deutsches Adrls'Lerikon (Leipzig
l«l>4, Friedr. Voigt. gr. 8".) Bo. V, S. 192.
— Derselbe, Deutsche Grafen.Häuser dcr
Gegenwart (Leipzig 1852, T. O. Weigel. 8«.)
Bd. I , S. 460. — Gothaisches genec^
logisches Taschenbuch der gräflichen
Häuser (Gotha. Just. Perthes. 32".) Jahr.
gang !«:;:;. S. 4<w; Jahrg. <859. S. »77. —
Hist 0 risch < heraldisches H and buch zum
genealogischen Taschenbuche der gräfliche»,
Häuser (Gotha 1833, Just. PertheS, 320.)
2.646 (unter N euhauS).^ -> Wappen. Ge»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon