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Kömgsegg 23 l Költmger
Mitglied der Konferenz, hatte er wesent»
lichen Antheil an den Berathungen und
Entwürfen der Feldzüge bei Beginn deS
Erbfolgekrieges, ging 4742 nach Böhmen,
um den Prinzen Kar l von Lothringen,
der gegen den Preußenkönig focht, mit
seinem Rathe zur Seite zu sein; leitete
1743 nach dem Abschlüsse des BreSlauer
Friedens mit Marschall Be l l e i s t e
und Cardinal Fleury die Verhandlun-
gen wegen der Räumung Prags, und die
französischen Truppen, auf deren Gesan-
genschaft der Graf bestand, entgingen
derselben nur durch den eiligen Abzug
nach Eger. Nachdem Böhmen gesichert
und Bayern dann neuerdings erobert
war. begab sich der Graf nach Wien, wo
er die Plane für den nächsten Feldzug
und die Cabinetscmgelegenheiten berieth.
DaS folgende Jahr rief den bereits 7l jäh«
rigen Greis neuerdings in's Feld. und
zwar erhielt er seine Bestimmung im
Heere der alliirten Engländer, Hannove»
raner und Holländer. I n der Schlacht
von Fontenay sl l. Mai l74l>) commaii»
dirte K. unter dem Oberbefehle des Her«
zogs von Cumberland mir ein kleines
Corps österreichischer Reiterei, mit welchem
er den von dem Marschall von Sa chsen
erfochtenen Sieg nicht zu hindern im
Stande war. Im Kampfe erhielt der
Graf eine Kontusion und mußte sich
nach Ath bringen lassen. Von dort kehrte
er nach Wien zurück, und setzte bis an
seinen Tod den Dienst eines Conferenz-
Ministers fort. Dieser entriß ihn dem
Staate im hohen Alter von 78 Jahren.
Dem Greise folgten in's Grab — er ist
in der Franziskanerkirche zu St.Hierony»
mus beerdigt — der Ruf eines gewandten
Staatsmannes, der auf dem unblutigen
Felde der Diplomatie schönere Siege zu
erfechten verstand, als auf jenem der
Schlacht; obgleich er auch. namentlich in den jüngeren Jahren, sich als tüchtiger
General bewahrt hatte und erst im Alter
vornehmlich seine Unentschloffenheit den
Verlust jener Vortheile herbeiführte, die
nach seinen Entwürfen und Planen zu
gewinnen waren. Seine Prachtliebe und
Freigebigkeit, seine Rechtlichkeit und Un»
eigennützigkeit machten ihn zum Lieblinge
bei Hoch und Nieder, und sicherten ihm
in den Regionen der Intriguen und
Ranke eine genug mächtige Partei, um
allen Machinationen die Stirne zu bieten
und sich bis an seinen Tod im unge«
schwächten Vertrauen seines Fürsien zu
erhalten. Der Graf war seit dem Jahre
l716 mit Mar ia Theresia Grasin
Lannoy vermalt, doch ist diese Ehe
ohne Nachkommenschaft geblieben.
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tions<Lerikon von I . Hirtenfeld (Wien
1830 u. f.. gr. 8«.) Bd. I I I , S. 56t. —
Vehse (Eduard Di.). Geschichte des öfter«
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5°.) Bd. I I I , S. 239. — Arneth (Alfred
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kl«l«ä, 80UL !«. ciireetion clo bl. Ik Ol.
llos 5«r (p«.l i«l8äl) st«., 8".) LomsXXVIII,
p. iö ^daselbst heißt er irrig Lothar Joseph
Ocorg statt Lothar Joseph Dominiy. —
Nei l ly (Franz Ioh. Ios. u.). Skizzirte Bio.
araphien der berühmtesten Feldherren Oester«
reichs uon Maximilian s. bis auf Franz I I .
(Wien l8tö. Kunst, und Industrie-Comptoir,
4".) S. 374. — Thaten und Charakterzüge
berühmter österreichischer Feldherren (Wien
1808. Degen, 8«.) Bd. I I , S. 220 — por>
träte. l )Bernig?roth so. (8«.); — 2) auf
einem Blatte zusammen mit Johann Baptist
Graf Serbcl lut i i , gestoch. von Langer.
Köllinger. siehe: Kiniger. Veit
Bd. XI, S.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon