Seite - 239 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
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Körmöyy 239 Aörmöczy
gab er heraus: „OiLssrtatio M2td6il
mstkoäo st oräius iQ Osometria s^e
tari LOrvanäiz" (Olomlic:. 1735); — „
st ekksotidus NH«diuaruni" (pra^ )
^Pelzel (Franz Martin). Böhmische, mäh-
rische und schlefische Gelehrte und Schriftsteller
aus dem Orden der Jesuiten (Prag t?8l>. 8".)
S. 237. — Poagendorff ( I . C.). Biogra-
phisch »literarischeö Handwörterbuch zur Ge<
schichte der exacten Wissenschaften (Leipzig
issi). I . Ambr. Barth, gr. lj".) Sp. l29N/j
Köl'Möczy, Emerich (gelehrter Theo»
log, geb. zu P r e ß b u r g im Jahre
1844). Aus einer adeligen und eifrigen
Katholikenfamilie abstammend, trat er.
13 Jahre alt, zu Kalocsa in's Seminar
und beendete in Pesth die Theologie in
so jungen Jahren, daß er die h. Weihen
nicht erlangen konnte. Er wurde nun
supplirender Professor der Dogmatik und
— im Alter von 2t Jahren — wirklicher
Professor der Kirchengeschichte und des
Kirchenrechts. Im Jahre 1834 erhielt er
die h. Weihen. Später wurde er Ge<
richtstafel'Beisitzer des Tolnaer Comi«
tates. und kämpfte in dieser Stellung
energisch für den Katholicismus, der bei
der starken Protestant! sch.rationa listischen
Strömung, welche damals durch ganz
Ungarn ging. ziemlich gefährdet erschien.
Zugleich übte er das Predigtamt ans
und der Ruf seiner Rednergabe verbrei-
tete sich bald im Lande. I n Kalocsa hielt
er durch zwei Jahre die Fastenpredigten
und die Leute kamen von fern her. um
ihn zu hören. Als die Frage wegen der
Mischehe aufgeworfen wurde, trat er in
den Sitzungen des Bacser Comitates mit
aller Entschiedenheit dagegen auf. Im
Jahre 1844 folgte er einem Rufe als
Professor der Kirchengeschichte an der
Pesther Universität, zwei Jahre später
wurde er zum Domherrn von Großwar-
dein ernannt. I n der Revolutionsperiode
hielt er treu zum Throne. Im Jahre 1832 gab er seine Professur auf und
begab sich nach Großwardein, wo er
seinen Domherienstuhl einnahm, und als
Abt von St. Heinrich und Grzdechant
noch zur Stunde thätig ist. K. ist seit frü»
her Jugend literansch thätig gewesen, und
als er noch im Seminar war. trat er in
dem mit der Preßburger lateinischen Zei«
tung verbundenen Blatte N ^ k a s , d. i.
der Bienenkorb, mit einer Abhandlung
auf: ,)^. Kar F^niuZ^a", d. i. der Genius
der Zeit. auf. Im Jahre 1837. als er als
Gericdtstafel-Beisitzer des Tolnaer Comi-
tates für den Katholicismus kämpfte, er«
schien von ihm das Werk: „ ^ l^as /i«-
saFns<?F a?apvona?a?'") d. i. Von den
Grundbedingungen des wahren Patrio»
tiSmus, er nannte sich zwar nicht als
Verfasser, wohl aber 6ss^ tiaxaü) d. i.
einen Patrioten. Auch eine bald darauf
anläßlich der St. Stephansfeier in Wien
in ungarischer Sprache gehaltene Rede
über die wohlthatigen Folgen und den
Einfluß der positiven christlichen Religion;
'erner eine von ihm verfaßte Kritik des
Rundschreibens, das im antikatholischen
Sinne vom Zalaer Comitate erlassen wor»
den. und seine Trauerrede auf Erzbischof
Ladislaus Py rke r (1848) sind im
Drucke erschienen. Bei der zu jener
Zeit gegen den Erzbischof von Cöln
in Deutschland erwachten Mißstimmung,
welche sich in einer Unzahl von Pam-
phleten und Libellen Luft gemacht, nahm
er Partei für den Kirchenfürsten und
schrieb in diesem Sinne im Journal
„HxHxüäunK") d. i. Unser Jahrhundert,
mehrere Artikel. Nach seiner Berufung
nach Pesth erschien daS Werk: „^4
d. i. Die geschichtliche Entwickelung des
christlichen Glaubens und der Kirche
(Pesth 1843, gr. 8".). Auch in deutscher
Sprache veröffentlichte er die Schrift:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon