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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 244 -
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Seite - 244 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Körner 244 Aorner ganz ftiner liwarisch-asthetischen Neigung und in kurzer Zeit hörte man von dort mit ungewöhnlichem Beifall seinen Namen nennen. Er hatte sich dem Drama zuge- wendet und mehrere Kleinigkeiten hinter- einander auf die Bühne gebracht, welche von der Theilnahme des Publicums in ermunternd freundlicher Weise begrüßt wurden. „Der grüne Domino". „Die Braut" gefielen sehr; nicht minder die im Jänner 4812 gegebene Posse „Der Nacht» Wachter", welcher in kurzen Pausen „Der Vetter aus Bremen", „DerWachtmeister" und „Die Gouvernante" folgten. Doch bald suhlte er sich mit diesen Kleinigkeiten der heiteren Muse nicht zufrieden gestellt und er warf sich auf das heroische Trauer- spiel. Aber noch immer nicht hatte er es versucht, auf eigenen Füßen zu stehen. Den Plan zu einem Trauerspiele „Con» radin", mit dem er sich längere Zeit getragen, gab er wieder auf; hingegen muthete ihn Kleist's Erzählung „Die Verlobung in Domingo" so lebendig an, daß er zunächst durch dieselbe zu dem Drama „Toni", welches er nach seiner Braut AntoniaAdambergernannte, veranlaßt wurde. Werner's „24. Fe» bruar" blieb auch nicht ohne Nachwir« kung auf sein so reizbares Gemüth und das einactige Stück „Die Sühne" ent» stand in Folge derselben. Nm jene Zeit lebte der ungarische Dichter Karl Kis« faludy M . XI, S. 325) als Maler in ziemlich dürftigen Umständen in Wien. Kisfaludy, selbst Poet, befreundete sich bald mit Theodor und gab ihm die Idee zum Trauerspiele „Zriny". Die« ses Werk, durch die Freundschaft zweier Poeten m's Leben gerufen, sollte voll- endet diesen schönen Bund trennen; denn es soll sich das freundschaftliche Verhält, niß beider Poeten nur deßhalb gelöst haben, weil Körner den „Zriny" nicht so ungarisch national behandelt hatte, wie es Kisfaludy gewünscht. Auch lernte Körner um jene Zeit die berühmte, ebenso ihrer Schönheit wegen gepriesene, wie ob ihrer Sittenstrenge hochgeachtete und von ihrer Tante, die deßhalb von den Wiener Elegants „1s ära^on äs vertu" genannt wurde, strenge bewachte Hofschall' spielerin Antonia Adamberger ken» nen. Die Reize der Natur— denn er hatte den Sommeraufenthalt in Döbling bei Wien genommen — der reiche Genuß der Kunst, das Gefühl für ein edles, wirklich liebenswürdiges Wesen, alles das be- rauschte seine Iünglingsseele und regte den schöpferischen Geist zu nachhaltigem Schaffen an. Dieser Umstand aber, daß Körner seine meisten Werke während seines Aufenthaltes in Wien geschrieben, eben dieser Umstand berechtigt den Her- ausgeber, ja verpflichtet ihn, den jungen, zu früh hingegangenen Poeten und Helden in sein Lexikon aufzunehmen. In dieser Periode schufKörner fleißig immer neue Arbeiten. Kaum war das erste Drama „Hedwig" vollendet, als ihm die englische Geschichte des 42. Jahrhunderts Stoff zu seiner „Rosamunde" bot. Dann schrieb er die Opern „Die Bergknappen", „Das Fischermädchen oder Haß und Liebe", „Der vierjährige Posten", und begann die, wie es heißt für Beethoven bestimmte „Rückkehr des Ulysses". Seine letzte dramatische Arbeit wahrend seines Aufenthaltes in Wien war „Joseph Heidrich", welchem Stücke eine wahre Begebenheit — die Aufopferung eines braven österreichischen Unter ofsiciers für seinen Lieutenant — zu Grunde lag. So find denn thatsächlich alle drama« tischen Arbeiten K.'s während seines Auf« entHaltes in Wien entstanden. Wohl hätte er, um wahrhaft Großes zu leisten, den Schauplatz seiner frühen Triumphe
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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