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Korn» 288
und theili ihre Aussagen im obigen Aufsatz
mit, dem ein Holzschnitt: „Das Gärtnerhaui
in Groß'Zschocher". wo Körner oamali
wohnte, beigegeben ist. Da die Matron,
nicht eben in den besten Umstanden sich besin
det, nahm die „Gartenlaube" Spenden ent
gegen, welche auch mit sinnigen Gedichten un'
Devisen reichlich einliefen.) — Posene
Zeitung 1862, Nr. 76: „Die Pflegerin Kör«
ner's" ^betrifft die Witwe Häusser und wir!
nebenbei berichtet, daß dieselbe einen filberrm
Becher besitze, den ihr Körner zum Andenke,
gegeben, als sie ihn im Jahre 18l3 nach seinei
Verwundung bei dem verrätherischen Ueber,
falle zu Kitzen sorgsam gepflegt. Obwohl in
Noth. habe sie nie den Becher, für den i!
große Summen geboten wurden, verkaufen
wollen. Zur National'Körnerfeier aber hat die
Witwe den Becher geschickt, damit er sowohl
bei der Vorfeier im Hamburger Ioachimsthal,
als an der Tafel in Ludwigslust am 26. August
1863 den Festtheilnchmern credenzt werde) —
Süddeutsche Zeitung 1863, Nr. 165
„Die Pflegerin Theodor Körner's" ^enthäli
keine neuen Angaben und scheint den Mitthei
lungen der „Gartenlaube", die übrigens viel<
fach und ohne Angabe der Quelle nachgedruckt
worden, entnommen zu sein). — Die Körner-
Eiche. Für die Eiche an Körner's Grab,
hat die Familie Körner den Schätzungspreis
mit 16 Thalern erlegt. Der Begräbnißplatz
aber ist von dem Herzoge Friedrich Franz 2.
von Mecklenburg »Schwerin der Familie
Körner geschenkt worden. Die Eiche selbst ist
ein wundersamer Baum; aus derselben Wur>
zel erwachsen, theilt sie sich, eine Winter» und
Sommereiche, in zwei gesonderte Stämme,
um sich dennoch wieder zu vereinen, bis sie
wieder in zwei Aeste auseinandergeht, aber
mit ihren Kronen innig verwachsen ist. Der
alte Körner richtete an den merkwürdigen
Baum einige Distichen, welche er in das
Wöbbeliner Stammbuch geschrieben hat. Das<
selbe ging im Jahre 1815 bei einer Feuers'
brunst verloren. Die Distichen haben sich aber
in Handschrift erhalten, und die wunderliche
Gestalt des Baumes beschreibend, lauten sie:
Heil euch, seliges Paar! Hoch schwebet ihr
über der Erde;
Wir verweilen noch hier, wandelnd auf dor<
nigter Bahn.
Aber in Blumen und Sternen, in jeder
Zierde des Weltalls
Sieht der sehnende Blick seine Geliebten
verklärt. Auch in der Eiche, die hier die bethranien
Gräber beschattet,
Zeigt, was ihr wäret und seid, uns sich als
liebliches Bild;
Noch an der Wurzel entsteh'n aus dem Her-.
zen des Stammes zwei Aeste,
Kräftig strebt einer empor, ihm schließt der
zweite sich an.
Bald, wie durch fremde Gewalt, seh'n wir
sie gehemmt und vereinigt,
Aber der höhere Trieb siegt über irdische
Kraft. —
In der Eiche selber findet sich ein altes
Erinnerungsmal auf dem bloßen Stamme,
nach Wegschälung der Rinde mit glühendem
Eisen hineingebrannt. Dieses lautet: „Th.
Körner 26. Aug. i3". Aber der größte Theil
dieser Schrift, welche der alte Markwar t
aus Berlin am Begräbnißtage Körner's ein»
gebrannt, ist überwachsen und nur wenige
Buchstaben davon sind noch sichtbar. Auch
hängt an der Eiche ein Schwert, dem, so
mächtig es ist. der Rost der Zeit schon arg
mitgespielt hat. Vor der Schlacht bei Ligny
(l6. Juni 18l5) gelobten sich mehrere Freunde,
deH' Waffe, der verwundet fallen würde, an
der Körner»Eiche aufzuhängen. Schnelle,
ein Mecklenburger, einer aus diesem Freundes-
kreise, fiel zu Belle Alliance (45. Juli 1813)
und seine Waffenbrüder erfüllten am l6. April
1816 das Gelübde. Ueber dem Schwerte ist
eine Eisentafel befestigt mit folgender Inschrift:
Dieß Schwert von Eisen, stark und gut.
Führte mit eisenfestem Muth,
Deß Name mit Ehren genannt,
Gottlieb Schnelle aus dem Mecklenburg«
Land.
Drei Feldzüge hat er vollbracht,
Da siel er in einer Heldenschlacht.
Die geschlagen worden zur guten Stunde
Und geheißen die Schlacht vom schönen
Bunde.
Der Aörner-Stuhl. Die Gar ten laube
(Leipzig, gr. 4°.) Jahrg. l363 . S. 288, gibt
in dem Aufsahe: „Eine Reliquie von Theo«
dor Körner", Nachricht über einen Stuhl
im alten Nniversitäts»Ca^er zu Leipzig, in
den Theodor Körner seinen Namen einge«
schnitten, als er wegen eines als CorpS-
bursch der saxouia, in Cannewitz ausgefoch«
tenen Duells hatte „brummen" müssen. Es
ist nicht ausfindig gemacht worden, wobin
dieser Stuhl gekommen ist. — Körner'« erster
Todtenkraui. Die Gar ten laube l863,
S. 400, und nach dieserdieBotz nerZ eitu ng
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon