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Korner 236 Körner
4863. Nr. 133, enthalten den Aufsatz: „Körner's
Todtenkranz". von Fr. L. Graff. sKörner.
der eine Vorahnung seines Todes gehabt, wie
dieß allgemein bekannt, befand sich wenige
Tage vor seinem Hingange in einer Gesell-
schaft und forderte scherzweise ein junges Mad«
chen in derselben auf, wenn er falle, ihm
einen von ihr geflochtenen Todtenkranz von
Myrthen und Rosen auf den Sarg zu legen.
Die Jungfrau erfuhr K.'s Tod erst, nachdem
er begraben war. Nichtsdestoweniger eilte sie
an den Ort seiner letzten Ruhe, scharrte mit
einer kleinen Hacke, die sie mitgebracht, die
frisch aufgeworfene Erde hinweg, und als der
Sarg zu Tage kam, legte sie, dreimal rufend:
„Theodor Körner, ich bringe dir den
versprochenen Myrthen tranz", den»
selben auf den Sarg. Dieser Vorfall wird.
als aus dem Munde der Dame Jul ie G.
mitgetheilt, für authentisch bezeichnet.^ —
Der Kranz von Schiller's Tochter. Bei der
Körnerfeier zu Wöbbelin hina unter den un-
zähligen Kränzen und Liebesgaben, die von
fern und nah gespendet worden waren, ein
Kranz von Schiller's Tochter, der Frei-
frau von Gleichen! Welch' eine Saat von
Erinnerungen! — Körner's Leier (Guitarre).
Aus Schiller's Briefwechsel mit Rath Kör«
n er, dem Vater TheodorKörne r's, erfah-
ren wir, daß Hörner der Dichter nicht
Theodor hieß, wie er sich selbst, nannte,
sondern Kar l ; ferner jene Guitarre, welche
Körner immer, selbst im Feldzuge 18l3 mit
sich führte, habe Schiller in Jena verferti«
gen lassen und dann nach Dresden geschickt.
— Körner's Wohnhaus in Döbling. Wald-
Heim's i l lu strirte Ze i tung (Wien,
kl. Iol.) l853. Nr. 90. S. ll>78: „Körner's
Wohnhaus in Döbling" sciuf S. 1080 ist die
Abbildung des Hauses. In diesem Hause hat
Körner den „Zriny", dm „Vetter aus Bre«
men" und mehreres anderes geschrieben, und
sein Freund Friedrich Förster, der Beschicht«
schreib« der Befreiungskriege, an dasselbe,
als er im Jahre 1817 während seiner Anwe«
senheit in Wien es besuchte, einige sinnige
Strophen gerichtet).
VIll. Kärner-Denkmöler. — Denkstein. Außer
der bereits beschriebenen Grabstätte mit ihrem
Denksteine und den Inschriften sind zu K5r<
n cr'5 Andenken schon andere Denkmäler erricht
tc-l. auch steht die Errichtung eines solchen noch
r,ror. Än dci. Htellc auf der Feldmark Kose«
row. etwa zehn Minuten von oem an der
Gadeduscher Chaussee gelegenen Rosenkrug, wo Körner die Todeswunde erhielt, erblickt
man einen Obelisk aus behauenem Granit
der eine Höhe von 49 Fuß und am unteren
Ende eine Breite von 3 Fuß im Quadrat hat.
Auf der Vorder« (südlichen) Flache steht die
Inschrift:
Hier siel
Karl Theodor Körner, ein deutscher Mann,
am 26sten August
l813.
Auf der andern Seite sieht man Leier und
Schwert und darunter aus Körner'S „Bun-
deslied vor der Schlacht" die Worte:
Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen,
Wachse empor über unsere Leichen!
Vaterland, höre den heiligen Eid!
Der Rittergutsbesitzer Greiffen Hag en auf
Rosenhagen hat aus eigenem Antriebe und auf
seine Kosten, in reiner Pietät für Körner,
der für Deutschlands Recht und Freiheit sein
Leben geopfert, diese Stelle durch das beschrie-
bene Denkmal geheiligt. — Denktafel. Bei
der imposanten Körner»Iubelfeier in Dresden
wurde am 2N. August l8l>3 »on einem aus
fast UUOl) Theilnehmern aus allen Ständen
zusammengesetzten Festzuge an des Sänger-
helden Geburtshause eine geschmackvoll gear-
beitete Denktafel von weißem Marmor
enthüllt, worauf mit goldenen Buchstaben zu
lesen: Hier wurde geboren Theodor Körner am
23. September 179l. Er fiel im Kampfe für
Deutschlands Freiheit am 2l>. August l8l3. Ge«
stiftet von seiner Vaterstadt. — Kärner-Monn-
ment in Wien. Baierische Z eitung 1863,
Morgenblatt Nr. l24, theilt einen Beschluß des
Wiener Turnvereins mit, welchem zu Folge
Theodor Körner in Wien ein Monument
erhalten soll, mit dessen Ausführung der Bild-
hauer Vincenz Pi lz betraut worden. — Auch
in Dresden wurde anläßlich der Körnerfeier
eine angeblich Kaulba
ch'sche
Zeichnung einer
Retterstatue Körner's in Photographie vor-
gewiesen, welche weiter keine Berücksichtigung
fand. Doch heißt es in einem Berichte, daß
die Dentmalfrage in Dresden so gut wic gc<
löst und eine würdige bildnerische Verewigung
Körner's in seiner Vaterstodt als gesichert zu
betrachten sei. ^Korrespondent von und
für Deutschland (Nürnberg, kl. Fol.) l863.
Nr. 43 l.)
15. Porträte nnd andere Körner'« betreffeude
bildliche Darstellungen. Hier kann von einer
Aufzählung der zahllosen, in Journalen und
Büchern zerstreuten, in Holz geschnittenen und
lithographiern Porträte keine Rede sein. Aber
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon