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Koffler 271 Koffler
d. i. Das ungarische bürgerliche Recht
(SaroSpatak 4 824), welches mit dem
Marczibanyischen Preise gekrönt wurde;
7-z'^s" (Sarospatak 1824. 8«.). ein oft
aufgelegtes und immer wieder vergrif-
fenes Werk, welches die „Allgemeine
Literatur-Zeitung" (1800, Nr. 341).
und die „Annalen der Literatur des
österreichischen Kaiserstaates" (1807. im
März) für ein Meisterstück bezeichnen; —
F (ebd. 1822, 8".).
wurde auch von Bohuslaw Tabl ic
unter dem Titel: „Xr^tiökZ. summa,
xr^v uksrLivioli" (Waitzen 180l. 8".)
in's Slovakische übersetzt. Kleinere Ab.
Handlungen Kövy's sind in den Zeit'
schriften: „Aurora." und „Mnerva"
enthalten. Als K. zu Sarospatak starb,
zählte er 66 Jahre.
Annalen der Literatur und Kunst in dem öster<
reichischen Kaiserthume (Wien, Ant. Doll, 4«.)
Jahrgang 1809, Intelligenzblatt des Monats
April, Sp. 167. —. N a, F? 2 ^
^,a^ sä Da?!i6///^ ^6^se/) d. i. Ungarische
Schriftsteller. Saiumlung uon Lebensbeschrei»
bungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph
Daniel ik (Pesth lt>56, Gustau Emich, 8".)
S. 285. — /V«^.'/ ^/ucin^, Mä^Hroi-32».3 022.»
Ical, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen
und Stammtafeln (Pesth1860. Moriz Räth.
8«.) Bd. VI, S. 455.
Koffler. auch Kofler, Johann (Mi s.
sionar, geb. zu Pra g 19. Juni 1711,
gest. in Siebendürgen im December
1780). Trat im Alter von 13 Jahren in
den Orden der Gesellschaft Jesu, in wel-
chem er sich für das Missionsgeschäft vor»
bereitete. I m Jahre 1740 ging er als
Missionär nach Cochinchina. Da er in
der Arzneikunde wohl bewandert war,
gewann er das Vertrauen des dortigen
Königs, der ihn zu seinem Leibarzte ernannte. Sieben Jahre bekleidete K.
dieses Amt zunächst im Hinblick auf
thätige Förderung seiner MissionSzwecke.
Als in China die Christenverfolgung
begann, blieb auchCochinchina von ihren
Wirkungen nicht verschont, da König
V o Vuong beschloß, theils um seinem
Oberherrn dem chinesischen
Kaiser nachzu»
ahmen, theils von .seinem Minister K ai'<
a n - t i n aufgestachelt, allen weiteren
Verbindungen mit den Missionären und
ihren Bekehrungsversuchen ein Ende zu
machen. Mit Ausnahme ?. Koffler'S,
den der König als seinen Leibarzt behal»
ten wollte, wurden alle übrigen Missio-
näre verhaftet, zu Taifo versammelt und
am 27. August 1730 nach Macao einge-
schifft. K., der nun allein zurückgeblieben,
gelang es mit Hilft eines ihm befreunde,
ten Mandarins, einige Reste des streng
untersagten Cultus zu retten. Aber auch
nicbt für lange. Der Rachedurst der Ver-
folger sollte auch ihn nicht schonen. Ge»
waltsam wurde er eines Tages am
Altare ergriffen, fortgeschleppt, mißhan»
delt und endlich gar gezwungen, auf einem
holländischen Schiffe Cochinchina zu ver«
lassen. Das fand im Jahre 1760 Statt.
So war K. einer großen Gefahr entgan«
gen, um in eine noch größere zu gerathen.
Auf Befehl Pombal's wurde er in
Macao verhaftet, mit seinen Collegen
nach Portugal gebracht und dort m die
Kerker der Veste Saint Julien geworfen.
Die portugiesische Regierung behauptete
auf Grund der seit der Entdeckung Ost-
indiens ihr vom h. Stuhle verliehenen
Privilegien die einzige das Recht zu haben,
das Evangelium in Asien zu predigen!
Von daher leiteten sich die unerhörten
Verfolgungen der Missionäre aller übri«
gen Nationen ab, welche diese namentlich
von Seite der Portugiesen über ein Jahr«
hundert lang zu erdulden hatten. Von da
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon