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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 283 -
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Seite - 283 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Kohary 283 geben des Kampfes, sondern hinter sei- nem Rücken im Einverständnisse mit dem Feinde, übergab sie den Feldherrn und die Fefte. Tököly versuchte nun vorerst einen so mächtigen und einflußreichen Gegner, wie Kohary war, für sich zu gewinnen. Der Held aber wies die glän» zendsten Anerbictungen zurück, ließ sich durch keine Drohung einschüchtern und ertrug lieber die grausamste Kerkerhaft, ehe er von der Treue gegen den Kaiser lassen wollte. Tököly ließ auch die Kohäry'schen Güter verwüsten, zerstörte das Schloß Cftbrag und übte alle erdenk» liche Gewalt gegen K. aus. Die Wach« ter, milder als ihr Herr, ließen K. ent« fiiehen und schlössen siä) ihm auf der Flucht an, um mit ihm unter den Fabnen des Kaisers zu dienen. Sie wurden aber alle ergriffen, Kohäry's Gefahr« ien an Pfahle gespießt, er selbst in noch schwerere Haft nach Munkacs gebracht. K. jedoch verlor den Muth nicht, und in dieftr Zeit entstanden jene Werke K.'s, die seinem Namen in der Literatur Ungarns eine bleibende Stelle! gesichert haben. Alle VersucheTököly's, Kohary's Sinn zu beugen oder doch gefügiger zu machen, blieben fruchtlos; so wanderte der Held von Kerker zu Kerker, von Munkacs nach UnghvHr, von Unghvär nach Patak, an welch letzterem Orte einige Erleichterungen in seiner Haft eintraten. Als endlich bei Wien, 1683, der große Sieg über die Türken erfochten und ihr Heer von den Siegern bis tief nach Un» gärn verfolgt wurde, schlug auch für K. bald die Stunde der Erlösung. Patak, wo eben K. im Kerker schmachtete, fiel in die Hände der Kaiserlichen und K. wurde nach schwerer Haft von 3 Jahren und 2 Monaten frei. Nachdem K. längere Zeit bedurft, um die durch harte Ker> kerhast zerrüttete Gesundheit herzustellen, begab er sich zum Kaiser nach Wien, wo er auf das Glänzendste empfangen wurde. Mit den Worten „Es lebe der Märtyrer der Treue" bing ihm der Kaiser selbst in Gegenwart deS zahlreich versam- melten Hofes und Hofstaates die goldene Verdienstkette um. Für das verwüstete Cftbrag beschenkte ihn der Kaiser mit dem Gebiete von Fülek. daß es für alle Zeiten bei seiner Familie bleibe, und ver- lieh ihm im folgenden Jahre daS Vice» Generalat des ungarischen LanddistrictS diesseits der Donau. Weit und breit erschallte Kohäry's Ruhm. selbst der Papst ehrte den Helden mit dem damals höchst seltenen Geschenke eines geweihten Hutes. I n sein Vaterland zurückgekehrt, erschien K. alsbald wieder auf dem Kriegsschauplatze. Bei seinen Versuchen, den Türken das von ihnen besetzte Erlau zu entreißen, wurde er jedoch am Al,me schwer verwundet, und dieser in der är^t» lichen Behandlung durch Verletzung des Nervs steif, so daß K. unfähig ward, ferner die Waffe zu führen, selbst der Feder nicht mehr sich bedienen konnte. Da ward ihm von seinem Kaiser ein neues Zeichen der Huld. Auf einem in Form eines Halbmondes gekrümmten Stück Silber ließ der Kaiser Kohäry ' s Namenszug stechen und übergab dieß dem Helden mit dem Bedeuten, daß er den Abdruck dieses Petschaftes stets als echte Unterschrift desselben ansehen werde. Dieser Silberstich ist die berühmte liilia. Koliärii, deren auch im Oorpug Huris dunAarioi Erwähnung geschieht. Von nun an hielt sich K. den öffentlichen Angelegenheiten fern und lebte daheim den Wissenschaften und der Poesie. Als 03 die Unruhen in Ungarn wieder begannen und Rakoczy ringsum das Banner des Aufruhrs erhob, war das Glück einige Zeit den Aufrührern gün-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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