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gepaart mit riefer Empfindung und jenem ele-
gischen Ton, wozu Anfangs seine Leiden,
spater seine Erfahrungen sein Gemüth stimm-
ten. Auch er liebt gleich Stephan Gyön«
' gyösi ll. d. Bd. VI, S. 60). mit welchem
er eine gleichmäßige Ausbildung gewann, und
dessen jüngerer Zeitgenosse, sowie Verehrer
und Nachfolger in der Poesie er gewesen, das
Symbolische, die Eremplification. die mytho«
logische Ausdrucksweise; wird aber wegen der
Beschränktheit seineS Gesichtskreises häufig
breit und matt, zwar weniger in der zrinyi-
schen Stanze als in den kurzzeitigen Vers-
arten, welche seit Balassa so ziemlich zur
Herrschaft gelangten und dmch daö häusige
Vorkommen des Reims den Schriftsteller zur
Wortfülle verführen. Sein Vortrag ist edel,
regelrecht, von Fleiß zeugend".
KolMt, Joseph und Karl (Ton-
setzer, beide geb. in Böhmen. Joseph
im Jahre 1736. gest. zu Par is 1793;
Kar l lebteund starb ebenfalls imis.Iahr-
Hunderte). Sie sind Brüder. Joseph war
anfänglich Trompeter in einem kaiserlichen
Cavallerie.Regimente. desertirte aber und
ging nach Frankreich. SeinTalent auf der
Laute verschaffte ihm in Paris bald eine
Stelle als Karnmermusicus deS Prinzen
Conti. Er componirte und es gelang
ihm, seit 1764 mehrere komische Opern,
als: «5
, an der „OoNöäiO ita-
lienns" zur Aufführung zu bringen.
Seine Arbeiten fanden Beifall. Die zwei
letztgenannten sind auch in Partitur im
Stich erschienen, und 1^6 ssrrnrier in
deutscher Bearbeitung auch auf deutschen
Bühnen gegeben worden. — Sein Bruder
Karl — wenigstens Gr imm in seiner
S. 130) nennt ihn seinen Bruder — trat
in den Staatsdienst und bekleidete in dem-
selben die Stelle eines SecretarS in der
k. k. Hof. und Slaatskanzlei. Als Graf
Kaunitz. der nachmalige Staatskanzler,
in Paris als Gesandter verweilte, befand sich K. in jeineln Gefolge. Kohaut war
einer der größten Lautenisten seiner Zeit,
und hat für sein Instrument mehreres
geschrieben, wovon aber nur das „D/vs?-.
^asso" (Leipzig 1767j im
Stiche erschienen ist, 'Als in Handschrift
befindlich zählt aber Gerber ein Con»
cert für die Laute, 12 Lauten-Trio's,
12 Lauten-Solo's und 6 VioUn.Tno's
auf.
Dlabacz (Gottfr. Johann). Allgemeines histo.
risches Künstler<3exikon für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
48l 3. Gottl.Haase. 4«.) Bo, I I , Sp. 87u.8g.
^Der zweite von den beiden Brüdern, Kar l
Kohaut, wird von Gerber, Gaßner und
Dlabacz als adelig: Karl von Kohaur. be^
zeichnet. Alle meine Nachforschungen nach
der ihm zu Theil gewordenen )k>elsverleihung
wa^en vergeblich; wohl fand ich zwei Adels
familien des Namens Kohaut und Kohut,
welche aber beide aus dem Jahre 1817, also
aus einer viel späteren Zeit, als Karl Ko«
haut lebte, stammen. Es sind Kar lKohut
Edler von Eichenkron, k. k. Hauptmann,
mit Diplom vom 25. Februar t8l?, und
Ignaz Kohaut von Waldhof, k. k. Artil-
lerie»Hauptmann, mit Diplom vom l6. Juni
18l7, beide in Anerkennung militärischer Ver
dienste, geadelt worden. Auch stellt sich bei
Keinem dieser zwei eine Verwandtschaft mit
den beiden obgenannten Virtuosen Joseph
und Karl Kohaut heraus.^ — Gerber
(Ernst Ludwig), Historisch-biographisches Len
kon der Tonkünstler (Leipzig 1790, Breitkopf,
gr. 8o.) Theil I , Sp. 74ä. — Gaßner (F.
S. Dr.), Unioersal'Lerikon der Tonkunst. Neue
Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 134V,
Franz Köhler. Ler. 80.) S. 499 u.500.— Neues
Universal'Lerieon der Tonkunst. Ange«
fangen von Dr. Julius Schladebach, fort'
gesetzt von Cd. Bernsdorf (Dresden 1857,
Rob. Schäker, gr. 3°.) Bd. I I , S. 642. —
Dlabacz führt noch mehrere Tonsetzer und
Virtuosen dieses Namens auf, und zwar einen
Adam K, einen trefflichen Organisten an
der Prämonstratenserkirche zum h. Benedict in
der Altstadt PraZ, der daselbst in den Jahren
1719 und 1720 lebte; — einen Frattz Mn-
dreas K., Organisten und Chorregenten an
oer Marienkirche zu Saaz, der um dieselbe
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon