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Kohn 296 Aohn
seinen Werken sind bekannt der Hochaltar und
die zwei Seitenaltäre für die Decanatkirche zu
Laun; die Statue des H. Augustin und jene
des H. Nikolaus von Tolentino, beide aus
hartem Sandstein gearbeitet und auf der Pra»
ger Brücke; die Statuen auf dem Portal der
St. Peterskirche in Wien und die metallenen
Statuen der schmerzhaften Mutter Gottes und
des H. Johannes des Täufers in der Haus'
«-apelle zu Schönbrunn. Näheres über diesen
Künstler ist nicht bekannt. ^Tschischka (Fr.).
Kunst und Alterthum in dem österreichischen
Kaiserstaate (Wien 1836. Fr. Beck. gr. 8«.)
S. l4. 74 u. 370. — Schall er (Iaroslao),
Beschreibung der kön. Haupt» und Residenz»
stadt Prag u. s. w. (Prag 1793. Gerzabek.
L0.) Bd. I I , S. 357 u. 360.)
Kohn,Abraham (Rabbiner, geb. zu
Zaluran im Prachiner Kreise Böhmens
im 1.1806. gest. an Vergiftung zu Lem»
berg 7. September 4348). Die Eltern,
die so viel besaßen, um dem talentvollen
und lernbegierigen Sohne eine wissen»
schaftliche Erziehung angedeihen zu lassen,
bestimmten ihn in früher Jugend zum
Rabbiner. Schon im Alter von 12 Iah-
ren verließ er das Elternhaus und er
kam zu tüchtigen Rabbinern, um sich mit
den Lehren des Talmud vollends vertraut
zu machen. Während er das Hebräische
systematisch trieb, studirte er aus eigenem
Eifer die Gegenstände der lateinischen
Schule. I n Pisek legte er die Gymnasial»
Prüfung ab, in Prag beendete er die
philosophischen Studien. Um nun seinem
Vater, dem seineStudien doch mancherlei
Opfer auferlegten, nickt länger mehr zur
Last zu fallen, begann er Unterricht zu
ertheilen und machte gleichfalls die herbe
Schule des LebenS frühzeitig durch. Nach
einer glücklich überstandenen schweren
Krankheit trat er im Jahre 4830,
24 Jahre alt, zum ersten Male öffentlich
auf, u. z. bei Gelegenheit der Einweihung
einer kleinen Synagoge in Pisek. Ein
paar Jahre hielt er nun gottesdienstliche
Vorträge zu Prag, bis er im Jahre 4833 nach Hohenems in Vorarlberg berufen
wurde, von welcher Zeit seine eigentliche
Wirksamkeit beginnt. Die dortige Iuden-
gemeinde ist zwar nur klein, sie zählt etwa
90 Familien, aber seiner Thätigkeit bot sich
ein um so weiteres Feld. als er zu der
Fortschrittspartei zahlte und nach einer
Seite echte Aufklärung zu befördern, nach
der anderen Indifferentismus und Unglau.
?en zu verhüten bemüht war. Er ging ber
diesem Reformwerke mit seltener Umsicht
und einer Gewissenhaftigkeit ohne Glei«
chen vor. Seine Tendenz, um mit seinen
eigenen Worten zu reden, war: „Die«
jenigen, welche von der Allgewalt des
Zeitgeistes zu Neuerungen getrieben wer-
den, in ihrem Gewissen zu beruhigen und
ihnen zu zeigen. wie weit sie in der Ab«
schuffung alter Gebräuche gehen dürfen,
ohne der Religion nahe zu treten; die«
jenigen aber, welche beim Alten bleiben
wollen, zur Nachgiebigkeit und Toleranz
gegen Andersgesinnte zu stimmen; damit,
da die Einhei t im Glauben unmög»
lich ist, wenigstens brüderliche Einig«
keit herrsche". Seine Bestrebungen fanden
Anerkennung und nach einjährigem Pro»
visorium wurde er als definitiver Rabbi«
ner angestellt. Acht Jahre war er in der
Hohenemser Gemeinde thatig, führte mit
seltener Klugheit sein Reformwerk durch
und stieg von Jahr zu Jahr in Achtung
und Ansehen. Im Jahre 4843 beriefen
ihn zwei Gemeinden Deutschlands und
jene in Lemberg als Rabbiner. So
schwer es ihm fallen mochte, aus den
glücklichen Verhältnissen der Hohenemser
Stellung zu treten, so bewog ihn doch die
Aussicht, seiner Thatkraft einen größeren
Wirkungskreis zu schaffen und Gutes in
ausgedehnterem Maße zu stiften, der
Berufung nach Lemberg zu folgen. Im
Juli 4843 trat er seine Probereise
dahin an, und als er dort bei allen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon