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Kolär
Reichsgräsin wratislav von Niltrowic und >
5chönfeld, Mitbesitzerin der Domänen Bal<
ladey und Nadievkau in Böhmen. ^Freb
Herrnstands «Diplom vom t4. Februar
1637. — Grafe n stand s«Diplo m, Bran«
dis vom 28. Mai 1630. — Kneschke (Ernst
Heinrich Prof. Nr.), Neues allgemeines deut-
sches Adels-Lexikon (Leipzig, Fr. Voigt. 8v.)
Bd. V, S 2l6. — Hllbncr(Ioh). Genea-
logische Tabellen (Leipzig 1728. Gleditsch,
Qu. Fol.) Bd. I I I , Nr. 774, welche Tabelle
leooch oer Berichtigung bedarf.) — Wappen.
Dieses wird im „Handbuch zum genealogischen
Taschenbuche der gräflichen Häuser" wie folgt
beschrieben: Schild der Länge nach getheilt,
rechts in Gold fünf (2. 1 u. 2) schwarze Pflug-
räder, links schwarz ohne Bild. Diese Beschrei.
bung stimmt mit der des GrafeniDiploms
vom 28. Mai 1680, welches ich im Originale
vor mir liegen habe, nicht überein. Dieses lau-
tet wörtlich: ihr anererbtes freiherrl. Wappen
folgender gestalt verbessert, vermehrt und zu
führen erlaubt, alß nemblich ein etwas ob-
langlicht und unters gespitzt formirt- von
oben herab in der Mitte in zwei gleiche Theil
separirtes Schildt, dessen hintere schwarz oder
kohl«, fordere Theil hingegen rott oder rudin-
farbe ist. Ob diesem Schildt seind drey freye
offene ritterliche Turniershelmb, jeder mit
einer königl. güldenen Cron von beederseiths
mit abfangender rott od. rubin und unter-
mischten schwarz oder kohlfarbenen Helm-
dekhen geziert. Auf der Crone deß mittecn
Helmb seind zwey mit denen Mundtlöchern
außerwerthS gekerte Piffelshörner, dessen vor-
dereS rott oder rubin- und hinteres schwarz
oder Kohlfard und darzwischen nächst ob
gedachter königl. Cron fünf kreuzweiß gelegte
Kugel zu stehen. Nebst dem oben beschrie-
benen Schilt stehen beederseiths gerad auf«
Werths zwey gelbe Lewen, mit denen Köpfen
und Leibern gegen einander gewendt, mit über
dem Nükhen geworfenen einfachen Schweifs,
ofnen Nachen, rottaußgeschlagener Zunge,
deren jeder mit der einen forderen Urankhe
obberürten Thurniershelmb und mit der ande«
ren mehr besagten Schildt, fast in der Mitte,
wie auch den einen unteren Fuß daran hal»
tend sich erzeiget". Im Original-Diplome sind
also beide Felder des längsgetheilten, rechts
goldenen, links schwarzen Wappenschildes
ohne Bild, und die zwischen den Büffelhörnern
eingestellten fünf Bilder sind nicht Pflugräder,
sondern Kugeln, und auch die Stellung der
Schildhalter, deren jeder mit einer Pranke die äußeren Helme anfassen soll, ist in der
K n e s ck
k e'schen Abbildung abweichend.
Kolaczek, Erwin, siehe: Kolatschek,
Adolph j^S. 309 in den Quellen).
Johann Georg (oechischer
Scha usp ieler und dramatischer Dich«
ter, geb. zu Prag 9. Februar 1813).
Er schreibt
sich
eigentlich Kolar (auSzu«
sprechen Kolarz), aber da obige Schreib,
art söhne Dächelchen über dem r) ange»
nommen ist, so erscheint er auch hier mit
derselben. Kolär studirte die Philosophie
und die Rechte in Prag und Pesth, wo er
zugleich Erzieher im Hause eines ungari»
schen Magnaten war, und seinen Zögling
auf mehreren Reisen begleitete. Nachdem
seine Mission als Erzieher beendet war,
kehrte er nach Prag zurück, wo er sich
mit Musik und Literatur beschäftigte,
deren erstere er vortrefflich verstand,
während ihn in letzterer seine Kenntniß
der französischen und englischen Sprache
förderte. Im Jahre 1837 irat er als
Dilettant auf der öechischen Bühne auf,
1840 erschienen in der „öegkä. vöslk"
d. i. öechische Biene, „Viegk? a xibsk/,
anob iäeäl k Livot", d. i. Glanz und
Flitter, oder Ideal und Leben, Fragment
eines größeren Romans, und in den Zeit-
schuften „ViH3tiiaü«, »L>et?«, d. i.
Blüthen, mehrere Novellen und Erzah«
lungen. Aber auch an deutschen Blättern
und Almanachen, wie an Glaser's „Ost
und West" und an Klar 's «Libussa"
arbeitete er mit. Später wurde er Mit«
glied des Prager ständischen Theaters,
und heirathete die öechische Schauspielerin
Anna Mane t i nska s^iehe weiter
unten). AlS Schauspieler gehört K. zu
den trefflichsten Darstellern der öechischen
Bühne. Mit einem ungewöhnlichen Dar-
stellungStalent begabt, dringt er in den
Geist deS Dichters ein, und schafft wahre
v. Würz dach. bioar. Lerikon. ^11. ^Gedr. 26. Juli 1864.)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon