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306 Kolatschek
und lebenskräftige Charaktere. In frü-
herer Zeit zählten Franz Moor in
Schiller's „Räubern" und Morti-
mer in „Maria Stuart" zu seinen schön,
sten Leistungen. Aber auch auf dramati-
schem Gebiete und namentlich als Ueber-
setzer classischer deutscher und englischer
Stücke hat sich KolHr ein namhaftes
Verdienst um die öechische Bühne und
Literatur erworben. Von seinen Origi-
nalarbeiten seien genannt: „HsonlAa«,
welches Stück Ioh. Nep. Kamiiiski
^Bd. X, S. 417) in'S Polnische übersetzt
und 1851 auf der Lemberger polnischen
Bühne zur Aufführung gebracht hat; —
„<7Mo 67", d. i. Nummer 67, Original»
Posse, zum ersten Male im Jahre 1848
gegeben; — ^^HovHsm^", d.i.Aöka's
Tod. historische Tragödie in 6 Acten, für
welche ihm vom Ausschuß der böhmischen
Stände das Accessit zuerkannt wurde.
Von Kol^r's Uebersehungen fremder
Stücke sind bekannt: Schiller's „Wal-
lenffein". „Räuber", „Kabale und Liebe"-.
Shakesspeare's „Der Keiferin
Zähmung". Macbeth", „Der Kauf.
mann von Venedig", und in neuester
Zeit Goethe's „Faust", welch letzterer
auch in Kober's Verlag (1863) im
Drucke erschienen ist und von Kennern
und unbefangenen Kritikern als eine
vollkommen gelungene Nachdichtung des
Originals bezeichnet wird. Aber auch
nichtclassische Stücke, wie sie natürlich,
um den Haufen zu erlustigen, gebraucht
werden, hat K., zur Bereicherung des
Repertoirs übersetzt, und zwar hopp'S
„Doctor Faust's Hauskäppchen"; die
Oper ^i-a DiH-volo«; „Die Galeerenscla-
ven", aus dem Französischen; „Schloß
Greifenstein" und „Hinko der Freiknecht",
beide von Frau Birch-Pfeiffer; der
„Schutzgeift", von Kotzebue, u. m. a.,
welche sämmtlich nur Bühnenmanuscripte sind. Eine seiner letzteren Arbeiten ist die
literarisch kritische Biographie des polni»
schen Dichters Adam Miczkiewicz im
öechischen Almanach »Alaj" für daS
Jahr 1862. — Seine Frau Anna,
eine geborne Manet inska, ist die
Tochter eines Schauspielers und aus
Ungarn gebürtig. Als Mädchen spielte
sie auf deutschen Theatern. Später ging
sie aber auf die öechische Bühne über
und gehört zu den vorzüglichsten Mit»
gliedern dieses in beständiger Entwicke«
lung begriffenen Institutes.
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i Konv6r5aöni, d. i. Kleines Tascheti'Conver»
sations-Lexikon (Prag 1850. 12".) Theil I I ,
S. 162. — Oesterreichische Wochen«
schrift für Wissenschaft, Kunst und öffent«
liches Leben. Beilage zur k. Wiener Zeitung
(Wien. 80.) Jahrg. 1803, Vd. II, S. 314. —
Bohemia (Prager Journal, 4°.) 1863,
Nr. 198, S. 470.
siehe auch: Kollar und
Koller.
Matschet, Adolph (Publicistund
Schriftsteller, geb. zu Vielitz.
Biala 7. Mai 1821). Von einer inBiala
schon längere Zeit ansässigen Protestant!»
schen Familie; ein Friedrich Wilhelm K.
(gest. 9. September 1849) war Brauer und
von 1837—1847 Oberältester der evan.
gelischen Gemeinde in Biala; ein anderer,
Karl K. (gest. 15. April 1330). wirkte als
Lehrer, Cantor und Organist an der
evangelischen Schule zu Biala. Einer von
diesen Beiden, wohl der letztere, dürfte
der Vater des Obigen — Adolph —
'ein. Dieser besuchte die protestantische
Sckule zu Biala, dann fünf Jahre das
protestantische Gymnasium zu Teschen.
Von Teschen begab er sich auf daS
evangelische Lyceum in Preßburg, von
wo er nach zwei Jahren nach Wien
sich verfügte und dort dem Studium
der Rechtswissenschaften oblag. Nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon