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Kolbielsky 314 AoMelsky
goldenen Verdienstmedaille mit der Kette.
lOesierreichischer Zuschauer, herausg.
von Ebersberg, (Wien, 8°.) Jahrg. l839.
S. 226: „Vaterländischer Ehrenspiegel des
Bürgerlebens. Joseph Kolbe". Von M. E n t.)
— 3. Wenzel K. (geb. zu Prag 1689, gest.
zu Königgräh 24. November 1742), seit dem
Jahre l?06 Mitglied der Gesellschaft Jesu.
lag durch !5 Jahre dem Lehramte an oer«
fchiedenen Collegien der Gesellschaft und
dann einige Zeit dem Predigtamte ob. Im
Drucke erschien uon ihm: „I^tbasus I>g,i-tks-
niorum Itanium Lopor in prima, vsrdi in-
cl^ruklti vigili». . . . äi3ou35U5 . . . " (rik3».s
1726, 4".); — „8. <soi>,u.u.6ä ^sporau,oHnu3
^Istrox. Ncolss. I»i-aF. aä s. Vitum Oano-
nious o^ i1i2.03urQ «ÄLraiuentl Voenitsiitills
sto. s^NboUs, IbunuatiL,
1729, 4<».). l.Pelzel (Franz Martin)', Böh-
mische, mährische und schlesische Gelehrte und
Schriftsteller aus dem Orden der Jesuiten
(Prag H736.^ i<>.) S. i79/j
Kolbielsky, Karl Friedrich Glave
(geb. in Gal iz ien 1730, gest. zu
Ofen im Jahre 4831). jüngerer Sohn
eines wenig bemittelten masurischen
Edelmannes — daher die unpolnische
Schreibart mit^ unrichtig — war er in
einem unbesiegbaren Hasse gegen Preußen
aufgewachsen, den ihm eine, wenngleich
kurze und auch bald vergessene Festungs»
haft in Colberg zugezogen hatte. Mittel-
und unmittelbar hatte er nacheinander
allen Parteien seines Vaterlandes Polen,
ferner den Interessen Oesterreichs, aber
niemals jenen von Preußen und Rußland
gedient, und so sah man ihn mit den
Kollontay's, Potocki's. mitdenCzar.
toryski's und PoniatowSki'S gehen,
aber stets gegen Stackelberg und ins»
besondere gegen Lucchesini, welchen
letzteren er persönlich haßte, mit Erfolg
agiren. Es ist nicht möglich, alle Streif»
undQuerzüge dieses melkwürdigen Agen»
ten, der unter den verschiedenartigsten
Masken und Namen, als Kug le r .
Kraus, Baron Mond ensels u.dgl. m. auftrat und wieder verschwand, hier zu
verfolgen und sie aufzuzählen; eS genüge
vorderhand darauf hinzuweisen: daß seine
reichhaltigen Memoices in mehreren Ab«
schriften vorhanden sind; freilich kann Her«
ausgeber nicht angeben, wo? Hormayr
selbst, welcher die erste nähere Kunde
über diesen originellen Abenteurer bringt,
konnte nock eine Abschrift derselben in
3 Bänden benutzen, eine interessante
Silhouette des merkwürdigen Mannes
hinwerfen und den Wunsch ausspcechen,
daß einer der allerdings wenigen Besitzer
dieser Kolbielsky'schen Denkwürdigkeiten
die Hsrausgabe derselben veranlasse. Zu
Kolbielsky selbst übergehend, erfährt
man aus seinen „Denkwürdigkeiten", daß
er während des Türkenkrieges (1788 bis
I79t)), dann während der Wirren um die
Grodnoer Constitution und während der
zweiten Theilung Polens im Cabinet des
Königs Stanis laus AugustP 0 nia>
towski gearbeitet habe und von dort
aus in Verhaltnisse zu Thugut getreten
sei. Durch Thugut kam Kolbielsky
nach Wien und von Wien in das Haupt»
quartier der Nheinarmee zu Herzog
Alb er t von Sach se n- Teschen. K 0l-
bielsky hat nach Wien Nachrichten über
daS ungarische Comite in Berlin und
dadurch Enthüllungen über die Martino»
vits-Haynoczy'sche Verschwörung in Un>
gärn gegeben. Die Leidenschaftlichkeit, mit
der er, ohne ein Maß zu kennen, gegen
Alles auftrat, was mit seinen Ansichten
nicht stimmte, gewann ihm einerseits
mächtige Freunde, aber zog ihm nicht
minder gefährliche Gegner auf den Hals,
die zuletzt doch über ihn triumphirten.
Während der k. k. Reichsreferendar und
Hofrath Peter Anton Freiherr von
Frank M . IV, S. 327^ zu Kol-
bielsky's wärmsten und einflußreichsten
^Vertretern zahlte, wac er dem Grafen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon