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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 315 -
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Seite - 315 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Aolbielsky Kolbrölsky Stadion, der freilich eine durch und durck edle Natur, mit solchen wüsten Zwittercharakteren nichts zu schaffen haben wollte, unausstehlich. Fürst Franz Dieb rich stein war gleichfalls ein mächtiger Gönner des merkwürdigen Polen, den der Kaiser Franz bevorzugte, und oft und meist des Morgens nach der Messe zu sprechen pfiegte. Der Kaiser schien einiges Gewicht auf des gewandten Agen- ten Ansichten zu legen, denn er ließ ihn über verschiedene Finanz» und politische Gegenstände Denkschriften ausarbeiten, welche er dann jedesmal den Ministern, gegen die sie gerichtet waren, öfter wie durch Verstoß, zukommen ließ. Daß K. dadurch den Haß und die Rache der mäch« tigsten Manner gegen sich heraufbeschwor, ist leicht erklärt. Im Haß gegen Bona» Parte, schreibt Hormayr, blieb sich K. immer gleich und auf seine Weise ehrlich. Im denkwürdigen Jahre 1809 war K. inmitten der Feinde in Wien und der Mittelpunct der Machinationen, welche man gegen die Franzosen von Ofen nach Neuhäusel aus in Wien und in den vom Feinde besetzten Provinzen wirken ließ; aber er that auch den gleichen Dienst für die Bevollmächtigten Englands und der spanischen Cortes. Später kam K. nach Totis, wo zwei Parteien, die Wider« stand S< und Unterwerfung spartet, sich feindlich gegenüberstanden und sich wechselseitig befehdeten; hier hatte Ko l- bielsky's feine Spürnase Wild von allen Sorten aufzustöbern; sein Agenten« geschäft wurde ein sehr ergiebiges, aber auch um so gefährlicheres, und da Kaiser! Franz seiner Gewohnheit nach sich Ko lbielsky'S Gutachten über verschie« dene politische Conjuncturen und Finanz« operationen niederschreiben ließ, sein Ver« derben. So hatte K. auch dasselbe über des Grafen O'Donnel Finanzvroject' abgegeben und darin den Grafen nichts weniger als geschont. Nun war es aber um K.'s Freiheit geschehen; mehrere an ihn von machtiger Seite ergangene War- nungen, auf der Hut zu sein, waren erfolglos geblieben und in der T^at wurde K. am 26. März 1810 Abends in seiner Wohnung verhaftet. Lange wurde er im Polizeihause in der Krebsgafse in geheimer Haft gehalten, die verschieden« sten Gerüchte über seine Verhaftung und deren Ursachen wurden ausgesprengt und endlich neugierigen Fragern die Ansicht in höchst glaubwürdiger Weise zugeflü« stert: „wer es gut mit ihm meine, solle vor Allem sein ganzlich es Vergessen und Verschwinden befördern". Nach geraumer Zeit kam K. auf die ungarische Festung Leopoldstadt an der Waag, wo er übrigens in ziemlich leichter Haft ge- halten wurde, sein gutes Auskommen hatte, seine Denkwürdigkeiten schrieb, die besten Familien der Umgebung: die Erdödy, Mednyansky. Zayu. A. in Begleitung eines Officiers besuchen durfte und seine Denkwürdigkeiten unan« gefochten vorlas. Auch während seiner Haft machte er Mittheilungen an den Monarchen, bei welchem die Tochter Ko l> bielsky's die Vermittlerrolle spielte. Als die Behörde dahinter kam, wurde das Madchen zusammengepackt, einem Vertrauten übergeben und über die Grenze gebracht. In Regensburg über» ließ der Vertraute das Mädchen, dem er noch eine Summe Geldes eingehändigt, sich selbst. Während dieses im Gasthaus allein dastand und darüber nachsann, was es zunächst beginnen sollte, kam eine polnische Dame angefahren, welche aus Wiesbaden nach Wien zurückkehrte. Diese kannte die Verlassene noch von Wien her, erfuhr von ihr was eben geschehen und brachte sie nach Wien zurück, wo sie^
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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