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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 326 -
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Seite - 326 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Kollar 326 Kollar deutsche Sprache erlernte, von Kremnitz aber nach Neusohl, wo er Literatur und Philosophie hörte, alles freilich nach jenem dürftigen Zuschnitte, der damals auf den ungarischen und auch auf anderen Unterrichtsanstalten gang und gäbe war. Um das Studium der Theologie zu be- ginnen, begab er sich nach Preßburg, wo er fünf Jahre unter Stanis la ides, Fabri , B i ln ica, Gros und Zig» mundy theologische Studien machte. Dann ging er, wie es protestantische Theologen zu thun pflegen, in's Ausland und zwar wählte er die Universität Jena, wo er die Vorlesungen von Danz , Fries, Gabler, Luden, Oken u.A. hörte. Nach anderthalb Jahren verließ er Jena und kehrte, indem er vor- her noch eine Reise durch Deutschland machte, 1819 nach Ungarn zurück. Am 12. October g. I . wurde er zu Biftlic zum geistlichen Staude geweiht und dem slavisch.deutschen Prediger der evangeli- schen Gemeinde in Pesth, Johann Mol» nar, als Diakon beigegeben. Nach M o l« nar's baldigem Tode wurde K o l l a r Prediger dieser Gemeinde. I n dieser aus Deutschen und Slaven bestehenden Ge< meinde gewannen die Ersteren die Ober» Hand und beriefen bald, nachdem Kol lär seinen Posten angetreten, einen deutschen Prediger; Kol lär sollte auf diese Art überflüssig und die Slovaken für den deutschen Gottesdienst gewonnen werden. K., Slave mit ganzer Seele, stellte diesen Bestrebungen die ganze Kraft seines geist- lichen Ansehens entgegen; ja als er einsah, daß er unvermögend war, etwas auszurichten, legte er freiwillig seine Stelle nieder. Aber die Gemeinde ließ ihn nicht ziehen und K. mußte im Amte bleiben. Daß es unter solchen Umstanden und bei der Zähigkeit, mit der einerseits die höhere Cultur sich Bahn brach, andererseits der andere Theil an seiner Berechtigung zu sein und sein Dasein geltend zu machen, festhielt, nicht an Reibungen und Zwiespalt fehlte, begreift sich leicht; erst der kaiserliche Ausspruch, daß die Slaven gleiches Recht an Kirche, Pfarre und Schule, ferner die vollkommene Freiheit erhielten, ihren eigenen Prediger zu bestellen, und den Gottesdienst in ihrer Sprache zu halten, machte den Kämpfen ein Ende. K. blieb bis zum Jahre 1849 in seinem Amte als Prediger der slavi» schen Gemeinde in Pesth. Im Jahre 1841 und zum zweiten Male auf Staats» kosten im Jahre 1844 unternahm er wissenschaftliche Reisen nach Italien, deren Ergebnisse weiter unten bei seinen Schrif. ten näher angeführt werden sollen. Im März 1849 berief ihn die Regierung als Vertrauensmann von Pesth nach Wien, wo er auch, zum Professor der slavischen Archäologie ernannt, bis an seinen Tod blieb. Im Jahre 1830 unternahm er noch auf Einladung des Großherzogs vonMecklenburg-Strelitz eine Reise dahin, um die aufgefundenen Götzen des slavisch'heidnischen Tempels zu Rhetra zu untersuchen und kritisch zu beschreiben. Eine interessante Episode in seinem Leben bildet die Geschichte seiner Liebe und Ehe. der hier, bevor seine literarische Thätigkeit gewürdigt wird, mit einigen Worten gedacht sci. Als K. zu Jena studirte, kam er in das eine Stunde von Jena gelegene Städtchen Lobda, wo er die Tochter des dortigen evangelischen Predigers G. F. Schmidt. Wilhel« mineFriederike, kennen lernte. Wenn ihn das liebenswürdige Madchen schon als solches fesselte, so wurde seine Theil« nähme für sie eine um so größere, als er im weiteren Verlaufe deS Gespräches erfuhr, daß die Eltern, ungeachtet ihreS echt deutschen Namens Schmidt, slavi»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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