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Kollar 338 Kollarics
auf sein seltenes Gedächtniß, die That-
sachen gar nicht oder nur in aphoristischer,
fast hieroglyphischer Form aufzuzeichnen,
dürfte wohl deren größter und bester
Theil für immer ein Schatz bleiben, zu
dessen Hebung die magische Formel ver»
loren gegangen ist. Was Kol lar den
Menschen in seinen bürgerlichen und
häuslichen Beziehungen betrifft, so bemerkt
einer seiner Biographen: „daß jenes
strenge Pflichtgefühl, jener freundlich
wohlwollende Sinn, der in Kollar 's
amtlichem und wissenschaftlichem Wirken
waltete, auch im Familienkreise und im
äußeren Iebensverkehr seine steten Be
gleiter und die Grundzüge seines Thuns
und Laffens waren. Was er als Gatte
und Vater im höchsten und tiefsten Sinne
war, das ist nicht mit Lärm und Glanz
nach außen getreten, aber es lebt fort im
dankbar schmerzlichen Andenken der Sei>
nen. Die mit ihm verkehrten, werden ihn
nie vergessen und für jeden, der ihn
näher kannte, war K. ein ehrlicher, ge
müthlicher, treuer Charakter". Wie schon
erwähnt, war K. Mitglied vieler Zelehr
ten Gesellschaften und Vereine, und zwar
u. a. der Pontanianischen Akademie in
Neapel, der entomologischen Gesell«
schaft von Frankreich in Par is , jener zu
London und zu Stet t in , ferner dn
schlestschen Gesellschaft für vaterländisch«
Cultur zuBreSlau, der naturforschen
den Gesellschaft zu Halle, des Göb
tingen'schen Vereins für Natur» und
Heilkunde, der Gesellschaft zur Beförde-
rung der Naturwissenschaft zu Frei-
burg, der Gesellschaft für Landwirth
schaft, Naturgeschichte und nützliche Kunst«
zu Lyon.
Almanach der kaiserlichen Akademie der Wi
senschaften (Wien, Staatsdruckerei, 5<>.'
XI. Iahrg, (l66l). S. 134—l69 sün Bericht,
des General-Secretars der mathem. naturw.
Classe Herrn Prof. Ant. Schrottes; — derselbe, I. Jahrg. (t83l), S. 22?—23l
»as Verzeichniß seiner Druckschriften, welches
aber in odengenannter Biographie des Alma»
nachs vom Jahre 1861 bei weitem reicher und
vollständiger isH. — Wiener Zeitung
1560, Nr. 206. S. 3430: „Nekrolog" von
A. G. M. — Oesterreichische Natio-
nal »Encyklopädie von Gräffer und
Czika nn (Wien 1833, 80.) Bd. VI, Suppl.
S. 313. — Nowack (Karl Gabriel), Schle.
sisches Schriststeller'Lerikon oder bio'biblio«
graphisches Verzeichniß der im zweiten Viertel
des 19. Jahrhunderts lebenden schlesischen
Schriftsteller (BreSlau 1836 u. f., W. G. Korn,
80.) Heft IV, S. 68. — Porträte. 1) Facfi«
mile der Unterschrift: Viuo. Hollar. A. Dau»
thage 1833 (lith.), gedr. bei Ios. Stoufs
in Wien (bei Ios. Bermann, Halb»Fol.); —
2) Facsimile der Unterschrift: Vinllsus Ivoi»
I2.r. Rud. Hoffmann 1836 (lith.), nach
einer Photographie von F. Küß in Wien;
Druck von I. Hall er (Wien, Eig. u. Verlag
von George Andr6 Lenoir, Halb-Fol.) j^in der
Gallerie ausgezeichneter Naturforschers.
Kollarics, Joachim (Paulaner«
mönch, geb. zu Pereszteg im Oeden»
burger Comitate Ungarns im Jahre
4720, Todesjahr unbekannt). Die nähe-
ren Umstände seines Lebens vor der Zeit
seines Eintrittes in den Orden sind nicht
bekannt. Nur wird von ihm berichtet,
daß er sehr kundig des vaterländischen
(ungarischen) Rechts gewesen, und wegen
dieser Kenntniß zum Procurator seines
Ordens erwählt worden sei. Die Muße
seines Berufes widmete er zur Abfassung
mehrerer theologischer und historischer
Schriften in ungarischer Sprache, u. z.:
d. i. Philothea, d. i. Anleitung zu einem
gottgefälligen Leben (Tyrnau 1764.
gr. 8".); — „^ 6?-ss6i^n^-2^aF2' «n^ssH,
ns^skst n^l/ani? msFl>i^ d. i. Christ«
liche Mahnungen u. s. w. (Pesth 1766,
80.); dieser Schrift ist auch eine Beschrei'
bung des Komorner Erdbebens, welches
zu jener Zeit allenthalben Schrecken ver»
breitet hat, beigegeben; — „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon