Seite - 341 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
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charakterisiren alle seine Handlungen und
gewannen ihm die Achtung und Liebe aller
Parteien. Nachdem er Italien verlassen
hatte und in den Kaiserstaat zurückge»
kehrt war, wurde K. Divisionär in Böh«
mm. Als der neuerliche Ausbruch der
Revolution in Italien das Einrücken eines
österreichischen Heeres erheischte, wurde
K. abermals als General. Intendant
demselben beigegeben. Ende März 1821
rückte er mit der Armee in Neapel ein
und traf die umsichtigsten Maßnahmen,
um die Bevölkerung zu beruhigen, die
Geängstigten zu beschwichtigen und die
Unzufriedenen zur Gesetzlichkeit zurück«
zuführen. Fünf Jahre verweilte K. auf
diesem Posten. Eines Tages befiel ihn
eine Anfangs unbedeutende Unpäßlichkeit,
welche sich aber allmälig so
steigerte,
daß
alle ärztliche Hilfe erfolglos blieb und K.
bald darauf im Alter von 39 Jahren starb.
So ausgezeichnete Verdienste wurden von
seinem Kaiser und auch von fremden
Monarchen belohnt und gewürdigt. Ruß»
land, Preußen, Bayern schmückten ihn mit
ihren Orden; der KaiserFranz ernannte
ihn bei dem glänzenden Bundeofeste am
48. October 1814 zum zweiten Inha«
ber deS 2. Infanterie-Regiments, dessen
erster Inhaber Kaiser Alerand er war.
Für die Verdienste, die er sich als Gene«
ral'Intendant bei der ersten neapolitani-
schen Expedition erworben, wurde er mit
dem Orden der eisernen Krone 2. Classe
belohnt. Schon im Jahre 1819 erfolgte
den Statuten des Maria Theresien.
Ordens gemäß seine Erhebung in den
erbländischen Freiherrnstand. K. war ein
Freund und Förderer der Künste, und
seinen mehrjährigen Aufemhalt in Italien
benutzte er zur Anlegung einer archäolo-
gischen Sammlung, welche er in seinem
Schlosse Obrzistwy in Böhmen aufstellen
ließ, und deren Besichtigung er Gelehrten und Kunstfreunden gerne gestattete. Leider
blieb auch diese werthvolle Sammlung
nicht im Lande, sondern ging, wie früher
manches Andere, was heimischer Kunstsinn
und Wissenschaftlichkeit emsig gesammelt,
außer Landes, und zwar wurde seine
Vasensammlung, eine der ausgezeichne»
testen die je bestanden. 1828 für das
königliche Museum in Berlin und seine
egyptische Sammlung von dem Könige
von Sachsen für die Universität Leipzig
angekauft. K. war mit Johanna geb.
von Gränzen st ein vermalt, aus wel«
cher Ehe 3 Söhne und 1 Tochter arn
Leben sind ^vergleiche den Familienstand
unten^.
Freih errnstands« D ip lom vom 26. De>
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Bd. XVII I , S. 396. — Wigand's Conver»
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bischöfl. Lyceums.Druckerei, s".) S. 461. —
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I^milo Nadenl, 8«) loms X, I. 138. —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon