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mäßiger medicinischer Volksbücher und
einer tüchtigen Gesundheitslehre (Dia«
tetik). Besonders bemerkenswerth war
die Universalität seiner Kenntnisse; keinem
Gebiete des Wissens war er fremd. Vor»
nehmlich Arzt, liebte er doch die schöne
Kunst in allen ihren Zweigen, als Musik,
Malerei, Poesie, und ehrte Wissenschaft
in Toga, Rocquet und Talar. Auf einer
durch ganz Italien im Jahre 1844
und durch Deutschland im Jahre 1845
unternommenen Reise erweiterte er auch
nach dieser Seite hin seine Gesichtspuncte.
Für gute Bücher, werthvolle Kupfer-
stiche gab er manche Summe aus. Den
medicinischen Theil seiner reichhaltigen
Bibliothek widmete er den Studirenden
im allgemeinen Krankenhause, während
er für die übrigen Werke die Vertheilung
unter Freunde bestimmte. Seine Zeichen«
feier war ein Trauerfest. „Der Friedhof
neben St. Marcus, schreibt Fes l ,
„empfing die Neberreste des „Unersetz»
chen"."
Neuer Nekrolog der Deutschen (Ilmenau,
B. Fr. Voigt. kl. 8<>.) XXV. Jahrg. (1847),
S. 203—216: Nekrolog von Dr. M. 3. Fesl
e^ine mit wahrer Pietät und gerechter Wür»
digung der Verdienste des zu früh Verbliche»
nen geschriebene Lebensskizze^ . — Wiener
Zeitung (gr. Fol.) l847, Nr. 124 u. f. —
Le ipzig er Reperto rium 1847, S. 80.
Kollmaun, Ignaz (Schriftsteller
undKünstler, geb.zuG ratz 16.Jänner
1773, gest. ebenda 16. März 1837).
Sein Vater J o h a n n Adam war
Verwalter des Gratzer Armenhauses. Der
Sohn studirte in seiner Vaterstadt, wurde
dann Beamter auf der Herrschaft Guten«
berg, später auf anderen Herrschaften,
bis er als Secretär in die Dienste des
Fürsten Seraphin Porcia trat, der in
Italien lebte. Dann bei dem Magistrat
in Trieft angestellt, gelang es ihm im
Jahre 1811, bei Gründung des Ioan» neums in Gratz, eine Scriptorstelle an
dieser Anstalt zu erhalten. Zu gleicher
Zeit übernahm er auch die Redaction
der „Gratzer Zeitung" und rief das zur
Belehrung und Unterhaltung bestimmte
Beiblatt desselben „Der Aufmerksame"
in's Leben. Bis an seinen Tod auf diesem
Posten thatig, hat K. als Schriftsteller
und Künstler eine von seinen Zeitgenossen
dankbar anerkannte Wirksamkeit ent>
wickelt, wie er als Patriot und Ätenschew
freund sich bleibender Erinnerung würdig
gemacht hat. Seine angebornen Talente
für die Dichtung, Malerei und Sprachen-
künde erhielten während eines mehrjäh«
rigen Aufenthaltes im gelobten Zande
der Kunst, in Italien, reiche Nahrung
und sein empfänglicher Geist nützte die
ihm gebotene Gelegenheit mit dem gan»
zen Feuereifer des werdenden Mannes
aus. Was seine literarische Thätigkeit
anbelangt, so hat er, wie schon oben
gesagt wurde, durch 23 Jahre die Re-
daction des „Aufmerksamen" geführt,
und mit diesem Blatte nicht nur die
Theilnahme der 3eser für die Geschichte,
Culturgeschichte und Biographik des 3an«
deS, dessen Interessen es vertrat, ge«
steigert, sondern manches schlummernde
Talent geweckt und es in ermunternder
Weise einem ausgebreiteteren' Lesekreise
vorgeführt. Selbstständig hat er folgende
Werke herausgegeben: „Griest nnb seine
Umgebungen" (Trieft und Wien 1803,
gr. 12".); — „Mlliilllilillli, ein Orauerspirl"
(Gratz 1818, 8".); — „Dante, Nramll"
(ebd. 1832, 80.); — „Gcherzag Mrl lllln
Steiermark utler der Wandertag im Orzgebirge.
Gin verland. Schauspiel in Ä Acten" (Gratz
1833, gr. 8o.); mit diesem Stücke er-
öffnete K. eine Folge von dramatischen
Dars te l l ungen aus der Geschichte
von Oesterreich und Steiermark; jedoch
ist eine Fortsetzung nicht erschienen Auch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon