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Kollonitz 33? Kollouih
den Kampf fortzusetzen, denn er verließ
die Gegend. In der ersten Promotion,
welche nach dem beendigten Türkenkriege
(19. December 4790) stattfand, und in
welcher 4 Groß« und 66 Ritterkreuze in
das Capitel aufgenommen wurden, fand
K. den Lohn für feine Waffenthat- noch
früher aber, im Februar d. I., war er
zum Major befördert worden, kam mit
semer Division nach Luxemburg und gab
im Gefechte bei Affeffe an der Maas. im
Treffen bei Florenne (23. Mai 1792)
und in der Schlacht bei Aldenhoven neue
Proben.seiner Tapferkeit. Im Februar
4794 zum Oberstlieutenant bei Blanken-
stem.Huszaren, 4797 zum Obersten bei
Lothrmgen'Kürassieren ernannt, stand er
ununterbrochen bei der Armee, in Deutsch»
land und zeichnete sich
mit dem Regimente
in der Schlacht bei Würzburg (3. Sep.
tember 1796) aus. Im Jahre 1800 zum
General'Major und Brigadier in Ungarn
ernannt, wurde er 1803 Premierlieutenant
bei der ungarischen Garde, rückte in
dieser Anstellung 1809 zum Feldmarschall.
Lieutenant vor und blieb in derselben bis
zu seinem im Alter von 66 Jahren
erfolgten Tode. Der Graf war mit
Karolina Gräfin Haugwitz ver«
malt, aus welcher Ehe das gegenwärtige
Haupt der Familie, Graf Maximilian,
entstammt, dessen einziger Sohn Graf
Lad islaus (geb. 1833) am 31. Jan-
ner 1863-in der Vollkraft seiner Jahre
zu Wien starb, und aus seiner Ehe mit
AdalbertaGrafin Podstatzky-Liech.
tenstein nur drei Töchter hinterließ, so
daß der MannSftamm deS Grafenge«
schlechtes Kollonitz im Erlöschen ist.
Einer alten Bestimmung zufolge soll nach
dem Aussterben deS Hauses daS Wiener
Erzbisthum die Erbschaft des bedeuten,
den Familienvermögens antreten.
Wiß gr i l l (Franz Karl), Schauplatz des land» z sässigen Nieder« Oesterreichischen Adels vom
Herren» und Ritter-Stande (Wien 1804, 4«.)
Vd. V, S. 20l. — Hirtenfeld (I.), Der
Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mit-
glieder (Wien 585?, Staatsdruckerei, gr. 8".)
S. 3l6 und 1734. — Oesterreichisches
Mil i tär«Konversations-Lerikon von
H i r t e n f el d (Wien 1830 u. f.. gr. 80.) Bd. I I I ,
S.580.— Waldheim's Illustrirte Zeitung
(Wien, Fol.) 1863. Nr. 39. S. 703. Rubrik:
Todesfälle.
l. Zur Genealogie des Vrafengeschlechtes der
Aollonitz (anch Chollonitsch, Collenitsch, Aal-
wni«, Aollonitsch und Kollanich). Dieses
alte Geschlecht ist croatischen Ursprunges und
besaß in Croatien schon im 13. Jahrhunderte
sein Stammgut Kollograd, nach welchem sich
einzelne Mitglieder schrieben. Den Namen
Kollonitz nahm es erst später von der ihnen
verwandten kärnthnerischen Familie Koll«
n itz (Kolnitzer), nachdem diese ausgestorben
war. an. Die Einfälle der Türken haben es
aus dem Lande vertrieben und so suchte es
in dem benachbarten Steiermark und Ungarn
Zuflucht und dehnte sich später auch in die
Grzherzogthümer Oesterreich hd und unter der
Cnns auß. Die
sichere
Stammreihe der Fa-
milie beginnt mit Nikolaus Kol lon ih,
der zu Anfang des <3. Jahrhunderts lebte.
Zahlreich war die Familie im Anbeginne und
bildete allmälig mehrere Linien, wie z. B.
die
steierische, die österreichische in zwei Zwei«
gen, den älteren und den jüngeren u. dgl. m.;
jedoch erloschen sie allmälig sämmtlich, und
schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts war
Erz bisch of Sigmund Kollonitz der letzte
männliche Sproße dieses ansehnlichen und
reichen Geschlechtes. In Anerkennung der viel«
fachen Verdienste, welche sich dir Familie um
den Staat und das Herrscherhaus im Laufe
dreier Jahrhunderte erworben, wie der From»
miakeit und übrigen Tugenden des Kirchen«
fürsten wurde ihm ausnahmsweise als sol«
chem von Kaiser Karl VI. die große Begün»
stigung zu Theil, den Fceiherrn Ladislaus
von Zay. einen Sohn der Halbschwester sei-
nes Vaters, der mit Karenz Freiherrn von
Zau. vermalten Mar ia Polyxena Gräsin
Kollonitz. zu adoptiren. Der Adoptivsohn
wurde sofort auch Erbe der Herrschaften
Groß«Schützen. Freiberg, Iedensveugen, Ober»
Siebenbrunn, wußte aber, er wie seine Nach-
kommen, Namen und Wappen, die sie bisher
geführt, ganz weglassen und
sich nunmehr allein
Grafen und Gräfinen von Kollonitz schrei»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon