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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 359 -
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Seite - 359 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Aollonitz 339 Kollonih gegen die Türken gebliebenen Georg Sey» friek ss. d. S. 360, Nr. 7). Graf Chri. stvph Ferdinand war auch ein tapferer Degen, Oberster eines Reiter-Regiments und zuletzt kcis. General. Mit seinen Brüdern und seinem Oheim Ernst erhielt er im Jahre 4637 den Grafenstand. E. Wideman, der mehrere Sproßen dieses Geschlechtes in Kupfer gestochen, hat auch des Obigen Porträt im Jahre 4649 im Stiche ausgeführt.— 3. Ernst Graf K. (gest. zu Wien im December 1639), ist der jungte Sohn Georg Seyfried's Freihcrrn von K. aus dessen Ehe mit Mar ia Helene Freiin Fuchs ron Fuchsderg. K. war Oberst und Commandant der Festung Ko« morn und ein Kriegsmann von ausgezeichneter Tapferkeit, welche er gegen die Türken viel' faltig und sogar zweimal in einem Zwei< kämpfe mit vornehmen Türken bewiesen hat. Nach seinem Uebertritte zur katholischen Reli- gion — der Graf war vordem Protestant und wird die Legende seines Uebertrittes unten in Kürze berichtet — erbaute er die Pfarrkirche St. "Ulrich in Kirchberg, welche Herrschaft ihm seine erste Gemalin 5abina Freiin von äondcrndorf zugebracht, ferner ein Spital daselbst und dotirte auch das Gottes« haus Hoheneich. Ernst, welcher der Stifter der jüngeren österreichischen Linie wurde, ist zugleich mit den Kindern seines verstorbenen Bruders Johann Georg mit Diplom ääo. Prehburg 3. December 1637 vom Kaiser Ferdinand I I I . in den Grafen« stand erhoben worden. Seine zweite Gcmalin war eine Freiin von Auefstein. I n beiden Ehen erzeugte Graf Ernst vierzehn Kin- der, darunter den berühmten Ferdinand Emerich und den noch berühmteren Car< dinal Leopold. Die Legende seines Ueber» tritteS zur katholischen Kirche wird in den Annalen des Klosters Zwettl ausführlich erzählt. Der Vorfall ist in Kürze folgender. Ungarn wurde um jene Zeit (l619) durch die Einfälle türkischer Räuberhorden oft und schwer heimgesucht, und Ernst, damals noch Baron Kol lonitz. erhielt ein Commando, mit welchem er die um Naab streifenden Banden aufreiben sollte. Sein Adjutant Stephan dielt mehrere Tage Wache bei ihm, der sich in einem alten verlassenen katholischen Kirchlein einquartiert hatte. In der lohten Nacht, welche dem Gefechte mit den Türken voranging, und in der, Stephan wieder wachen sollte, wurde bei diesem das Bedürfniß des Schlummerns immer machtiger und im Uebermuthe hob er aus einer Nische des Kirchleins ein Marienbild, stellte es spottend auf die Stelle, wo er Wache halten sollte, und befahl hohnlachend dem Bilde: jetzt stehe du Wache für mich und wecke mich, wenn Türken heraufziehen sollten. Er selbst legte sich zur Ruhe. Nach kurzer Rast wurde er von den heftigsten Schmerzen befallen, sprang auf und gewahrte mit Entsetzen, daß er blind sei. Mittlerweile waren die Türkm herbeigekommen. Kollonitz aber, der auf der Hut war, siel über den Haufen her und was nicht unter dem Säbel der Seinigen fiel, rettete sich durch die Flucht. Erst am folgenden Tage merkte er den Abgang seines Adjutanten und Wächters Stephan. Als er ihn aufsuchte, fand er ihn in einem abseitigen Winkel des Kirchleins und erfuhr von ihm, was vorgefallen. Ein katholischer Greis, der unter denjenigen sich befand, die Kollonitz, für seine Hilfe gegen die Türken danken gekom» men, begann, als er Stcphan's reumüthiges Bekenntniß vernommen, zur Mutter Gottes zu beten, daß ihm das Augenlicht wieder geschenkt werde. Siehe, da verfinsterte sich der Horizont, ein Gewitter brach herein, einige- Donner und Blitze sielen und von einem der» selben wurde Stephan getroffen, der wieder das Augenlicht erhielt. Das Alles ging in Gegenwart Kol lonitz ' vor. Der wurde darüber nachdenkend, jagte, als er auf seine Besitzung Kirchbera. am Walde zurückgekehrt war, den protestantischen Prediger ohne Weiteres fort und wurde ein eifriger Katholik, indem er in feierlicher Weise vom Protestan» tismuS zum Katholicismus übertrat. Dieser Vorfall, zu einer für die katholische Jugend- bestimmten Erzählung verarbeitet, bildet den Inhalt der unten angegebenen Schrift von- Gundinger. in welcher S. 94—l02 für Leser, die der Beweise bedürfen, jene Zeug' nisse beigebracht werden, welche die Wahr» heit dieser Begebenheit verbürgen. Graf Ernst war Oberst und Commandant von Komorn. l^Gundinger (Ant.). Ernst Graf von Kollonitsch (Wien 1863. Mechitharisten, 80) ^ _ 4 Ferdinand Freiherr von K. (gest, zu Prag 16N), ist ein Sohn des Frei- Herrn Georg Seyfried aus dessen Ehe mit Mar ia Helena Freiin von Fuchs. Ferdinand diente im kais. Heere und war zuletzt (1600) Commandant von Komorn. Porträt. P.v. Isselburg «o. (kl. 40.).) — 5. Ferdinand Emerich Graf K. (gest. l695). Jüngerer Sohn des Grafen Ernst aus dessen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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