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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 364 -
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Seite - 364 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Kollonih 364 Kollonih ling deS dortigen Seminars und kam dann, für die geistliche Laufbahn be« stimmt, nach Rom, wo er die philosophi- schen und theologischen Studien hörte und aus letzteren auch die Doktorwürde erhielt. Nach seiner Rückkehr aus Rom wurde er in Wien im Jahre 4699 zum Priester geweiht, bald darauf Domherr zu Gran, Titularbischof von Skutari und 4708 Bischof von Waitzen, wo noch überall die Spuren deS türkischen Joches sichtbar und tiefe Wunden zu heilen waren. Der Graf stiftete daselbst vorerst ein Plansten »Kollegium, ein Seminar für die geistliche Jugend, vermehrte die Zahl der Domherren und verbesserte ihre Einkünfte. Im Jahre 1716 berief ihn Kaiser Karl VI. auf den Bischofsitz nach Wien. Als aber dieses Bisthum im Jahre 4722 zum Erzbisthum erhoben wurde, erh ielt K., der Erste, das erzbischöflicbe Pallium, welchem im Jahre 1727 von Seite des Papstes Benedict XIII. die Verleihung der Cardinalswürde folgte. Bald darauf wurde K. Oberinquifitor in Sicilien und 1738 Protector von Deutschland. ErzbischofK. war sorgfaltig bemüht, die gelockerte Kirchenzucht in seiner Diöcese aufrecht zu erhalten und manche dieselbe gefährdenden Miß» brauche und Unfüge abzuschaffen. Zwei Reisen, eine im Jahre 1730, die zweite im Jahre 1740, nach Rom, hatte er im religiösen Eifer, die Apostelgraber, zu besuchen und der Papstwahl beizuwohnen, unternommen, und war sorgfältig, soviel es in seinen Kräften lag, bemüht, die Einigkeit der Kirche aufrecht zu erhalten. Die Kirche zu Ober-St. Veit nächst Wien hat er erbauen lassen; in Wien erhob er die Piaristen, für die er auch auf seiner Herrschaft Freyberg bei Gleißdorf in Steiermarkein Collegiumgestiftet, zu einer Pfarre. Den Armen that er viel Gutes! und widmete ihnen auch seinen eigenen Garten. Wenn es aber in mehreren Bio» graphien heißt: „daß er zu Erben seines ansehnlichen Vermögens die Waisen der Stadt Wien einsehte", so ist das Phrase, die sich durch das Folgende von selbst widerlegt. Der Graf war der Letzte seines Geschlechtes und dieses damit dem Erlöschen nahe. Da wurde ihm durch besondere kaiserliche Gnade vom 12. Juni 1728 auch die Erlaubniß zu Theil, den Sohn der Halbschwester seines Vaters, einer verheiratheten Baro» nin Zay, Ladislaus Baron Zay von Zajesda, adoptiren zu dürfen, und zwar unter der Bedingung, daß er seinen früheren Namen Zay ganz ablege und nunmehr den neuen seines Adoptiv« vaters ausschließlich annehme. Diesen Adoptivsohn, der überdieß mit seiner eigenen Muhme Maria Eleonora Gräsin Kollonitz sich vermalt hat, setzte der Erzbischof zum Universalerben aller seiner Herrschaften und seines Ver> mögenS ein. Im Jahre 1749, am 22. October, beging K. sein VOjähriges Priesterjubiläum, welches Ihre Maje» stäten mit ihrer Gegenwart verherrlichten. Zwei Jahre spater starb er im Alter von 73 Jahren, indem er bis einen Tag vor seinem Tode die h. priesterlichen Hand» lungen, die er nie auszuüben unterließ, verrichtete. Austria. Oesterreichischer Universal «Kalender (Wien, Klang, gr. 8«.) XI I . Jahrg. (lS51). S. 73. — Die Biscköfe und Erzbischöfe von Wien, aus den Manuscripten des sel. oer» storbenen ?. Xystus Schier (Gratz 1786, Kaspar Zaunrieth, 8<>.) S. 109—118. — Ehrentempel der katholischen Geistlichen (Wien 1845, Jacob Dirnböck, 8".) S. 168. — Real is , Curiositäten» und Memorabilien« Lexikon von Wien. Herausgegeben von An- ton Köhler (Wien 1846, Zer. 8"<) Bd. I I , S. 110. — Porträt. <s. van Ni-uFFsn so. , schönes und seltenes Blatt.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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