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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 365 -
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Seite - 365 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Koltontly 363 Aottontay Kottontay Graf von Sztumberg Hugo (Gelehrter und Staats> mann, geb. in der Wojwodschaft San« domir am 1. April 4730, gest. am 28. Februar 4812). Entstammt einer lithauischen Adelsfamilie. Die ersten Schulen besuchte er im Städtchen Pin czow, die höheren an der Universität zu Krakau. Von dort, da er in den geist- lichen Stand treten sollte, begab er sich nach Rom. wo er auf das Eifrigste Theo logie und Kirchenrecht. nebenbei aber auch schöngeistige und kunfthistorische Studien betrieb. Als im Jahre 1774 ein Canoni cat in Krakau erledigt war, deffen Be- setzung dem Papste zustand, unterließ K., der eben zu Rom und am päpstlichen Hofe gern gesehen war, nichts, um diese Stelle zu erlangen. Und in der That, obgleich der Krakauer Bischof Cajetan Soltyk gegen ihn war, erhielt er ste dennoch. Als CanonicuS von Krakau kehrte er heim. und zwar zu einer Zeit, als in Polen die Unterrichtscommisfion in's Leben trat. Koi tontay, nachdem er einige Zeit in Krakau mit der Ueber» nähme seiner geistlichen Würde beschäftigt gewesen, begab sich nun nach Warschau, wo der König auf den jungen und geist- vollen Theologen alsbald aufmerksam und in Folge dessen von der obengmannten Unterrichtscommission bei der Section, welche die Abfassung der Elementarbücher besorgte, eingetheilt wurde. Die Reform der einst so berühmten und nun ganz in Verfall begriffenen Krakauer Universität, damit sie zu der einstigen Bedeutung wieder gelange, lag K. zunächst am Herzen, und nach dieser Richtung ent» wickelte er bei der Unterrichtscommission eine energische Thätigkeit. Sein Unter« nehmen blieb nicht erfolglos; im Jahre 4777 wurde er von der Commission nach Krakau entsendet, um vorerst an denl sogenannten NowodworSkischeii Schulen die neue Schulreform durchzuführen. K. löste mit großem Geschicke seine Aufgabe. Nun aber sollte zur Reform der Univer- sitat selbst geschritten werden. Dabei ergaben sich schon bedeutendere Hinder« nisse und Schwierigkeiten, und was daS Schlimmste war, die Commission konnte Niemanden finden, der das Amt des Vist- tators und Reformators übernehmen mochte. K., obgleich jung. aber nach Kenntnissen und Energie ganz befähigt, diese wichtige Angelegenheit zu einem gedeihlichen Ende zu führen, wurde end» lich von der Commission für diesen Posten ernannt. Mit der Reform der theologi» schen Facultat sollte der Anfang gemacht werden. Eine schwierige Aufgabe war es. als K. 1778 diese Mission und die Vorschrift, wie er sich dabei zu verh alten habe, übernahm; aber er hatte den Er. Wartungen, die man auf ihn geseht, voll» kommen entsprochen und den Reformv lan> alle Hindernisse überwindend, die Rechte aus der Vergangenheit wie den Geist der Zeit scharfsinnig berücksichtigend, in so- musterhafter Weise entworfen, daß einer seiner Biographen wörtlich sagt: „Wenn. K. nichts sonst durchgeführt hätte, alK diesen in der Theorie eben so schöne nals n der Ausführung höchst einfachen Plan, o erwüchse ihm das volle Recht, auf bleibenden Ruhm in der Geschichte de5 Unterrichts in Polen und auf den Dank der Nation". Nachdem er in zweijähriger angestrengter Arbeit sein Werk zu Stande gebracht, wurde am 1. October 1789 von K. selbst die nach seinem Plane organisirte Universität feierlich eröffnet. Daß es dabei an Intriguen und Hinter» listen schlimmster Art nicht fehlte, daß die geheimen und offenen Feinde K.'S nichts nversucht ließen, theils ihm das Werk zu erschweren, theils ihn in der öffent-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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