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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 366 -
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Seite - 366 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Kottontay 366 Aottontay lichen Meinung herabzusehen und ihm, wie und wo sie nur konnten, einen bösen Streich zu spielen, braucht nicht erst ver- sichert zu werden; ja eS kam zu gemeinen Gehässigkeiten, welche K.'S Ehre bedroh- ten und ihn zwangen, Scbutz bei dem bischöflichen Gerichte zu suchen, der ihm auch gewährt wurde. Dankbarer bewies sich die Universität selbst, welche den um sie so verdienten Priester zu ihrem ersten Emeriten und auf 3 Jahre zum Rector erwählte. Unaufhörlich blieb K.'s Augen« merk auf diese Hochschule gerichtet; es galt noch manches Andere umzugestalten oder neu zu schaffen; die so dringend gewordene Reform der medicinischen und chirurgischen Schulen, die Gründung eineö mineralogischen Cabinets, die Durch« führung des Unterrichtes in der Landes« spräche in allen Fächern und Abtheilun« gen, die neue Aufstellung des ganz zer« streuten, in vollster Ordnungslosigkeir befindlichen Archives, die Ausscheidung und chronologische Zusammenstellung aller auf die Universität zunächst bezüg» lichen Urkunden und Privilegien, das alleS waren die Aufgaben, die des schöpferischen und ordnenden Geistes Kotlontay's harrten und denen er sich mit allem ihm angebornen Eifer unter- zog. Als aber im letzten Jahre seines Rectorates K. mehrere wohl nicht zu entschuldigende Eigenmächtigkeiten sich erlaubt und dadurch seinen Gegnern neue und dieses Mal treffende Waffen gegen sich in die Hand gegeben hatte, sah sich die Commission gezwungen, K. von seinem Posten abzurufen und die Wahl eines neuen Rectors zu gestatten. K., der nun zum Referendar von 3i« thauen und bald darauf zum Vicekanzler derKrone ernannt wurde, stürzte sich, wie vordem auf die Reformen im Unterrichts« wesen, nun mit aller Gluth auf die Politik. Diesen letzten Posten eines Kanz» lers der Krone bekleidete K. bis zum Untergange Polens und entwickelte als solcher eine gewaltige politische Thätig- keit. Auf dem constituirenden Reichstage förderte er seine politischen Gesinnungs» genoffen durch Rath und That, suchte durch anonyme Flugschriften zu wirken und namentlich auch die dringend gebote- nen Reformen in der Regierung anzu» bahnen. König S tan is laus August ehrte hoch K.'s Verdienste und schmückte ihn mit dem nach ihm benannten Orden und mit jenem deS weißen Adlers. Als nach dem Sturze der Verfassung, am 3. Mai 1791, im folgenden Jahre die Konföderation von Targowice sich bil« dete, und K. mit noch vielen Patrioten von ihr geächtet und verfolgt wurde, mußte er aus dem Lande fliehen und begab sich nach Dresden, wo er so lange blieb, bis Kosciuszko sich erhob. Nun, 1794, kehrte er in das Vaterland zurück, trat neuerdings in Dienste der Regierung und wurde zuerst im Schatz-, später aber im auswärtigen Amte verwendet. Als aber Praga von den Ruffen genommen, der Aufstand niedergedrückt und die Ver« folgung der Urheber begonnen wurde, floh K. über die Grenze nach Galizien, wo er aber unweit Sandomir von öfter« reichischen Soldaten aufgegriffen und auf die Festung Olmütz gebracht wurde, auf welcher er bis zum Jahre 1803 9 Jahre in enger Haft verblieb. Nach seiner durch Vermittlung einflußreicher Freunde er« folgten Freigebung in die Heimat zurück« gekehrt, ließ er sich zu Krzemieniec nieder, wo er im befreundeten Verkehre mit T. Czacki diesem bei der Schulreform mit Rath und That an die Hand ging. Im Jahre 1807 begab er sich nach War- schau und lebte bald dort. bald in Krakau ausschließlich den Wissenschaften. Noch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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