Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 375 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 375 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

Bild der Seite - 375 -

Bild der Seite - 375 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

Text der Seite - 375 -

378 Kolowrat vom Kaiser Kar l IV. bestätigt worden war. Nun wurde Albert Präsident aller Richte und Rechtsfreunde (tsrrkv kävooktorüm oaMau6U5), dann Oberstburagraf von Prag und erster Staatsminister. Noch stiftete K, auf seiner Herrschaft Roczow ein Kloster, in welches er Augustinermönche einführte und das er reich dotirte. Albert erhielt für sich und seine Söhne die Barons«, damals die höchste Adelswürde in Böhmen, welche in späteren Zeiten auch der gräflichen nicht nach« stand. Albert liegt in den von ihm gestif- teten Kloster zu Roczow begraben. Von dem daselbst befindlichen Grabsteine geht die Sage. daß wenn sich NaMtropfen auf demselben zeigen, dieß den sichern Tod einer Peison aus dem Geschlechte der Kolowrat bedeute. So haben Einige aus der Familie im Jahre 4646 an die Mönche des Klosters den streng» sten Befehl ergehen lassen, den Stein min« destens zweimal deS Tages zu besichtigen, und wenn sie ihn mit solchen Wassertropfen benetzt fänden, dieß unverzüglich an alle Mitglieder der Familie zu berichten. Die Kirche ist um die Mitte des vorigen Jahr« Hunderts neu erbaut worden, der Stein jedoch auf seinem Platze geblieben, nur wurde er um eine halbe Elle von der Erde gehoben, während er früher mit dem Boden der Kirche gleich war. Auf einer Wand der alten Kirche befand sich eine die gehcimnißvolle Eigen« schaft des Steines verkündende Inschrift, welche jetzt nur mehr in gedruckten Quel' len sich findet. ^(Hormayr's) Archiv für Geschichte, Statistik. Literatur und Kunst (Wien. 40.) XV. Jahrg. (ls24), S. 2?9, 303. 304. — Austria. Ocsterreichischer Uni« versal'Kalendcr (Wien. Klang. gr. b".) VI I . Jahrg. (1846). S. 45 der „Vaterlän' dischen Denkwürdigkeiten" von I . P. Kal» te nb äck: I^XIl. Der Grabstein Albert's von Kolowrat.) — 3. Albert (IV.) Kol. Lieb. steinsky (gest. 25. Mai lälU), ein Sohn des Johann sHanusch (II.)). War bereits im Jahre 1497 Burggraf von Karlstein. I30l Hofmarschall, Ooersthofmeister und Oberstkanzler des Königs Wladi sl aw IV. Auf ihn fiel die Wahl des Königs, als es galt, den erbitterten Streit zwischen den geistlichen und weltlichen Stünden Schlesiens zu schlichten. Und in der That gelang es ihm; er brachte zu Vreslau den nach ihm be» nannten Kolowratischen Vergleich zu Stande, welcher von König W la dis law IV. zu Ofen am 18. Februar 1304 bestätigt wurde. Sein Lohn dafür war die Erlaubniß aus dem schlesischen Landeswappen das Perizo« nimn mit den Lilien auf der Brust und den Flügeln des Adlers in sein Wappen aufneh» men zu dürfen. Dann wurde Albert noch im selben Jahre mit einem Heere dem Pfalzgrafen Ruprecht nach Bayern zu Hilfe geschickt; man entledigte sich auf diese Art derschwürigen Elemente in den niederen Volksmassen, welche sich bei dem Streite zwischen den Herren und Städten wegen der bürgerlichen Vor« rechte der Braugerechtigkeit sehr bemerkbar zu machen begannen. In Bayern nahm A l b e r t mehrere Schlösser und Städte und stieß dann bei Regensburg zum pfälzi« schen Heere. Dieses, von Kaiser Maximi. l ian und Herzog Erich von Braun« schweig am l2. September ernstlich ange» griffen, ergriff, von panischem Schrecken er« faßt. die Flucht und ließ die Böhmen allein. „Lieber sterben als sich ergeben", ging die Losung von Mund zu Mund. und nur der wachsenden Macht des Feindes erlag der Haufen, aus welchem 2100 Todte, darunter Albert's gleichnamiger Sohn. die Wahlstatt bedeckten. Im folgenden Jahre belagerte A. im Namen der böhmischen Stände die Stadt Elbogen, welche die Herren von Schlik, wie auch sich selbst unter Sachsens Schutz gestellt hatten. Als sich die Bürger dessen weigerten, kam der Herzog von Sachsen, überfiel die Stadt und brannte einen Theil derselben nieder. Die Bürger von Elbogen flüchteten sich nach Prag und erbaten von den Ständen Hilfe. Diese entsendeten nun Albert, welcher die Herren von Schlik in Elbogen belagerte. Nach langer Gegenwehr von Seite der Schlik's kam am 2l. Mai 1306 ein Vergleich zu Stande, welchem zufolge das Elbugner Gebiet wieder der Krone Böhmens einverleibt ward, die Schlik's aber im Besitze desselben gelassen wurden. A lb ert stiftete noch in der Prager Domkicche den Ottilienaltar und baute im Kloster Maria Schein bei Teplitz eine Cavelle prachtvoll um. Gr war zweimal nerheirathet: 1) mit Anna Freiin von 5lrnz und 2) mit Anna Freiin von Uownnes, verwitweten U)all>stein, mit welcher Liebstein durch Vermächtniß an die Waldstein übergegangen. Nach dem Tode seiner zweiten Frau soll Albert in den geistlichen Stand getreten und zuletzt "als Administrator des Präger ErzbiSthums gestor» den sein. ^Hormayr's Archiv für Ge« schichte. Statistik. Literatur und Kunst (Wien,
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich