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Kolowrat 377 Kolowrat
Weidmann ^dieses wie die früheren abge-
druckt in der „Oesterreichischen Adelshalle"
<Wicn l842). S. 143^. — 9. Vntko K.,
lebte im 1l. Jahrhundert, einer der Ersten
dieses Geschlechts, von dem sich historisch?
Nachrichten erhalten haben. Nach einer Nr'
künde des Altbunzlauer Gedenkbuches heißt er
auch Zbutko. Wie sein Namensvetter Ja«
roslaw als Heldenbild erster Größe, so wird
Butko von seinen Zeitgenossen als ein
Muster der Frömmigkeit. Sittlichkeit und
Gelehrsamkeit geschildert. Zuerst war er Dom«
Herr zu Prag, dann Propst zu Altbunzlau,
wo er zwei Kirchen, die h. Marien« und
h. Georgskirche erbaute. Sein ganzes Erbe
vermachte er, als er starb, der Prager Dom«
kirche. In der von Butko erbauten Kirche
sieht man das älteste Kolowrat'sche Wappen,
nämlich im Wappenschilde ein Rad. Auf dem
Schilde steht ein geschlossener Turnierhelm,
aus welchem fünf Pfauenfedern, gleichfalls
mit einem Rade belegt, hervorwachsen. Eine
Abbildung dieses Wappens befindet sich im
Hormayr'schen „Archiv" 1325, als Beilage
zur Z i m m c r m a n n'schen „Monographie über
die Kolowrate". — ll). Cajetan Franz H.
Graf K. Krak. Brzezni tz (k. k. Frldmarschall.
.geb. 12. Juni 1689. gest. zu Brünn 9. Februar
1766). Ein Sohn des Grafen und böhm. Hof-
kanzlers Johann Franz aus dessen Ehe
nnt Eleonor aClaudia Gräfin A na. u i s«
sola. War anfänglich Edelknabe am kaiser-
lichen Hofe und trat dann in die kaiserliche
Armee, in welcher er von 1709 —1734
stufenweise zum Oberst vorgerückt war. Die
letztgenannte Beförderung im Negimente
Nr. 17 erlangte er für sein ausgezeichnetes
Verhalten im italienischen Feldzuge, durch
welches er die Aufmerksamkeit des Zeldmar-
schalls Grafen Königsegg auf sich gezogen
hatte. Im Jahre l737 rückte er zum General«
Major vor und erhielt zugleich die Inhaber»
stelle des NegimrntS, dessen Oberst er gewesen.
Im Erbfolgekriege befehligte K. die Blockade
von Eger (l74I), bei welcher er sich durch
sein ritterliches Venehmen gegen den Feind
— so vcisah er den Commandanten der
Stadt und seine Familie mit Lebenämitteln
— die hohe Achtung des Gegners erwarb.
Am 6. September ergab sich die Besatzung
und so war der letzte Punct Böhmens vom
Feinde befreit. K.. schon vordem zum Feld.
marschall/Lieutenant befördert. wurde im
Jahre 1746 zum Feldzeugmeister ernannt. Im
siebenjährigen Kriege erhielt er nach Pic< c olomini 's Tode vorübergehend das Com«
mando der Armee in Königgrätz; im Jahre 1757
wurde er Feldmarschall und Commandirender
in Mähren, welche Stelle er bis zu seinem
Ableben, das im Alter von 80 Jahren erfolgte,
bekleidete. ^Oest er reichisch es M i l i t ä r '
Konoersations'Lexikon von Hirten-
feld (Wien 1»50, gr. 8".) Bd. I I I , S. 380/1
— l l . Emanuel Wenzel Eajetan K. Kr.
f. d. bes. Biographie S, A7l) — 12. Ferdi-
nand Alois K Kr. B rzezniß (geb. t i .Mai
1682, grst, zu Wien 12. Juli I75l), Sohn
des Grafen Johann Franz aus dessen
Ehe mit Eleonora Claudia Gräfin
Anguissola. Der Graf stand im Staats«
dienste. war 1723 kön. böhm. Hofkammer'
rath. 1736 und in den folgenden Jahren geh.
Staatsfinanz'Conferenzrach. Wie mehrere im
Hofkammer'Archiue befindliche Handbillete und
höchste Resolutionen beweisen, so erfreute sich
der Graf der besonderen Huld des Kaisers
Kar l VI. Der Graf, der in Wi^n starb, ist
in der Todtencapelle der Augustinerkirche bei-
gesetzt und ein mit dem Kolowrat'sche-n Wap«
vcn und einer Inschrift «ersehener Leichen-
stein bezeichnet seine Ruhestätte. — 13. Fer-
dinand Laurcnz Graf Kol. Liebst, (geb.
7. Juli !6s»8, gest. 23. Sept. 16!)'y. der jüngste
Sohn des Grafen Franz Karl au6 dessen
erster Ehe mit Ludmi l la Mar im i l i ana
Frciin von Oppersdorf . Ferdinand
Laurenz trat in das kaiserliche Heer. in
welchem er in sehr jungen Jahren — erst
23 Jahre alt — Oberst eines Cauallerie-
Regiments war. Zuletzt war er General»
Adjutant des Kaisers Joseph I. Im Felde
gegen die Türken bei Peterivaroriri — erst
26 Jahre alt — starb rr d'.m Heldentod für
daö Vaterland. — l4. Ferdinand Ludwig
K. L. (geb. 12. December 1621. gest, 30. Sep'
tember 1692), ein Sohn oes Albert (VII.)
aus dessen Ehe mit Sadina Victor ia
Gräsin von Wolkenstein. Trat in den
Malteser-Orden, in welchem er 1662 und
1667 colinuandlrmder General der Malteser»
Galeeren in Malta, von 1670-^700 aber
Großprior des Malttser.Ordens in Böhmen,
Mähren und Schlesien war. In dieser letz»
teren Eigenschaft hat er die Ordens<Com<
mende 8. 6. (,'d-pc.riti (^ii-i.-ti in Breslau,
welche an die Stadt verpfändet war. im
Jahre 16U2 wieder eingelöst. Zum Lohne
dafür wurde ihm von dem Orden bei Be»
setzung dieser Commende das Vorrecht für
Einen auS seinem Geschlechte eingeräumt, —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon