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Aolomrat 378
15. Ferdinand Wilhelm K. 3. (geb. in Tirol
1881. gest. zu Prag 22. September 1639).
Sohn des Johann aus dessen Ehe mit Ka«
tharina Freiin von Bayrsb erg. Ferdi-
nand Wi lhe lm wurde in Tirol geboren,
und zwar am Hofe des Erzherzogs Ferdi-
nand , mit welchem die Familie Kolo«
wrat durch Albert's (VI.) ^ Heirath mit
Regina Wels er verschwägert war. Nach
Böhmen zurückgekehrt, besuchte er die Präger
Hochschule und trat aus eigenem Antriebe,
alle Vorstellungen der Eltern und Verwand«
ten nicht achtend. 1601 in den Orden der Ge-
sellschaft Irsu. in welchem er mehrere Jahre
hindurch in Oesterreich Philosophie lehrte, dann
aber, nach Böhmen zuwckgekehrt, 20 Jahre
in Prag und Olmütz das Predigtamt versah.
Ferdinand Wilhelm genoß eines aus«
gezeichneten Rufes als theologischer Disputator
und über seine mit zwei gelehrten protestan-
tischen Predigern in Gegenwart einer großen
Versammlung gehaltene Disputation ist die
Schrift: «OolloHuiuiQ sau äi5^>lN2.no?. ?6r-
äiuauäi Xolo>vi-Qt," (i^i-agas 16l8) erschienen.
— l6. Franz Anton K. L. ls. d. besondere
Biogr. S, 392^. — 1?. Franz Joseph K. L.
(geb. 4. April 1718, gest. 4. April 1738). ein»
ziger Sohn des Grafen Franz Kar l Iu»
hann Joseph aus dessen Ehe mit Mar ia
Johanna Fürstin Schw arz enbe rg. Der
Graf trat in den Staatsdienst und war Mit-
glied der Commission, welche auf Mar ia
Theresia's Anordnung die Kreisämter
regulirte. Spater ernannte ihn die Kaiserin
zum Präsidenten der k. k. Censurs'Commis«
siön und Tirector der kön. Städte in Vöh»
men, und bei Ausbruch des Krieges zum
Oberstlandrscommissär bei der Armee. Beim
Besuche eines Feldspitals zog er sich die
tödtliche Krankheit zu. welcher er, erst
40 Jahre alt. erlag. Er war mit einer Gräsin
waldstrin vermalt und ist der Großvater des
Staats» und Conferenzminist>.'rs F r a n z
Anton Graf K. I.. des Letzten seiner Linie. —
18. Franz Kar l Graf K. L i ebsteins ky
(geb. 13. Mai 1620, gest. 4. Mai 1700), ein
Sohn Albcrt 's aus dessen Ehe mit Sab ina
V ic to r ia Freiin von Wolken st ein. Be»
endete in Prag die akademischen Studien,
darauf ernannte ihn Kaiser Ferdinand I I I .
zum Appellationsrath in Prag. 1651 — 1639
zum Appellalionö'Präsidenten und Statthalter
im Königreiche Böhmen. Unter L eop o ld I.,
zu dessen Kaiserwahl er nach Frankfurt ge»
schickt worden, ging er als Bevollmächtigter Aoiowrat
des Kaisers nach Polen, wo er den zwischen
dem Kaiser. Polen und Schweden geschlosse,
nen Frieden von Oliua (2. Mai 1660) zu
Stande brachte. I n den Jahren 1649—1631,
1634 und 1635 war er tais. Landtagscom»
missär und 1660 Landeshauptmann des Mark»
grafenthums Mähren. Für seine Verdienste
erhielt er mit Diplom vom 28. Februar 1660
zugleich mit seinen drei Brüdern Johann
Wi lhe lm, Ferdinand Ludwig und
Leopold Ulrich den Reichsgrafenstand
und für seine Person im Jahre 1672 daS
goldene Vließ. Graf Franz Kar l stiftete
das Kolowrat'sche Familienmajorat, welches
am 18. August 1671 die kaiserliche Bestä»
tigung erhielt. Er widmete zu diesem Zwecke
die Herrschaften Neichenau, Czernikowicz, und
als sein Bruder Ferdinand beitrat, kam
noch Borohradek hinzu. Franz Kar l ist
der Erbauer des Schlosses Neichenau, eines
stattlichen Baues, der über 100 Gemächer
enthalt. I n seinem Nachlasse befand sich von
ihm in Handschrift das Werk: „Leries
OgHitkneoruw. HlarckionatUL Hloravias".
Die zahlreiche Nachkommenschaft aus seiner
zweimaligen Ehe, zuerst mit Ludmilla Na.ri»
inilimm Gräfin Vppn'ätwrf, dann mit Üsa»
iicll'a Clnlc! Cülilin Gräfin Nogarola, ist auf
der I. Stammtafel ersichtlich. sHormayr's
Archiv für Geschichte, Statistik, Litertur und
Kunst (Wien, 4«.) Jahrg. 1824, S..345 (laßt
ihn am 14. Mai 1420, also um volle zwei
Jahrhunderte zu früh geboren sein). — Wiß»
gr i l l (Franz Karl), Schauplcch des land»
sässigen Nieder'Oestrrreichischcn Adels vom
Herren» und Nitter«Stande (Wien. 4".) Bd.V,
S. 209. — Porträt. Meysscns «o.) —
19. Franz Xaver Joseph K. Kr. Radie-
nin (geb. im December 1735, gest. 3. Dec.
1737). Sohn des Grafen Phi l ipp K. Kr.
aus dessen Ehe mit Mar i aBarb ara Gräfin
Mich na von Weizenau. Drr Graf trat
jung in den Malteser»Orden, ward Lieute,
nant in der kaiserlichen Armee und fand auf
dem Schlachtfelde den Tod für's Vaterland.
In den Angaben seiner Geburt und seines
Todes weicht Wiß g r i l l von Schön»
feld stark ab. Nach Wißgr i l l wäre er um
6 Jahre früher, im December 1734 geboren
und am 3. December 1757 bei Breslau ge-
blieben; was aber nicht wohl sein kann, denn
die Schlacht bei Breslau hatte am 22. No<
vember, hingegen am 5. December jene bei
Leuthen Statt. — 20. Franziska Mar ia
Antonia K. Kr. Teiniz l (geb. 2. April
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon