Seite - 397 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
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Feldmarschall»Lieutenant, am 8. Ma
1801 Inhaber deS Infanterie.Uegiment
Nr. 11. Anfänglich aä. latug des Com
mnndirenden in Nicderösterreich, nahm
er einige Zeit an der inneren Vermal«
tung des Staates Antheil, kam 1803
als Commandirender nach Siebenbür«
aen und wurde am 16. September 1898
Feldzeugmeister. Im Jahre 1809 betrieb
er mit aller Energie die Herbeischaffung
von Streitkraftcn, kam 1810 als Com
mandirender nach Nngarn, wo er in den
Jahren 1813 und 1813 auch groß'
Thätigkeit entfaltete, und 1816 in glei
cher Eigenschaft nach Prag, von dor
aber im Jahre 1823 als Capitän dei
Trabanten-Leibgarde nach Wien, wo er
jedoch schon im folgenden Jahre, irr
Alter von 73 Jahren, starb. Der Gral
hat während einer 36jährigen Dienstzeit
die Feldzüge seiner Zeit mitgemacht und
ebenso glänzende Beweise seines Helden»
muthes wie seines Feldherrntalentes ge-
geben. Er machte den Türkenkrieg mit
und bei dem Sturme auf Novi (am
3. Oktober 1788). damals Oberstlieute
nant, begeisterte er die Truppen, die er
führte, so sehr, daß sie Wunder der
Tapferkeit verrichteten. Der Graf selbst
erhielt bei dieser Gelegenheit eine schlvere
Kontusion am linken Arme. I n den letz»
ten Tagen des Juni 1790 rückte ein
Corps des Feldzeugmeisters Grafen
Clerfayt gegen Kalcifat vor, wo der
Feind in einem verschanzten Lager Stand
hielt. Es galt, ihn über die Donau zu-
rückzuwerfen und das linke Ufer der
Donau von ihm zu befreien. Obwohl
eine heftige Kanonade gegen ihn eröffnet
wurde, machte er doch noch immer keine
Miene daS Feld zu räumen. Es sollte
also zum Sturme geschritten werden.
Das eiste Bataillon des Regiments,
welches Graf K. befehligte, wurde sofort zum Sturm beordert. Der Graf stieg nun
vom Pferde und stellte sich, mit dem
Säbel in der Faust, selbst an die Spitze
seiner Leute. die. ihn immer vor sich, mit
gefälltem Bajonnete in die feindlichen
Schanzen drangen und dadurch Wesens
lich zum Erfolge des Tages beitrugen.
Der Graf wurde für seine Waffenthat
in der 23. Promotion (vom 19. Dccem«
ber 1790) mit dem Ritterkreuze deS
Maria Therefien-Ordens belohnt. Spä-
ter kam er mit dem Regimente zu dem
in den Niederlanden aufgestellten Armee»
corps. Im Gefechte bei Cysoing (am
22. October 1793). in welchem er den
rechten Flügel der Infanterie führte, that
er sich wieder in ausgezeichneter Weise her»
vor. Als im September 1796 Erzherzog
Kar l bis an die Lahn vordrang, stand,
die feindliche Armee auf dem rechten User
und hielt auf dem diesseitigen Ufer Lim«
durg mit bedeutenden Streitkräften besetzt.
Zimburg mußte dem Feinde entrissen wer»
den. Es wurde zu diesem Zwecke das Gre-
nadier-Bataillon Ghedenegg zum Sturme
beordert. Nun stellte stck Graf K. frei-
willig an die Spitze dieses Bataillons,
und in der That gelang es ihm, mit
dem durch seinen Heldenmuth begeisterten
Bataillon nach heftigem Widerstände
den Feind aus dem wichtigsten Puncte
u vertreiben. Nun erhielt er eine Vcr»
stärkung von zwei Grenadier-Nataillons
und mit diesen zusammen leistete er
:lnem weit überlegenen Feinde den gan«
e^n Tag über Widerstand, wodurch der
Erzherzog in die 3age gesetzt wurde, den
Feind am jenseitigen Ufer anzugreifen,
zu schlagen und zu verfolgen. K. wurde
,n Folge dieser Waffenthat zum Feld«
marschall-Lieutenant befördert und, als
ach dem am 9. Februar 1801 zu June«
ille abgeschlossenen Frieden das Capitel
m 18. August g. I . zusammentrat, in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon