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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 405 -
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Seite - 405 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Aompert 405 Kompert bunzlau. Er besuchte bereits die fünfte Gymnasialclasse, damals „Poesie" ge. nannt. Auf dem Gymnasium war es vornehmlich ein Lehrer und einige Col. legen, welche auf K.'s spätere Geistes- und Geschmacksrichtung nicht ohne Ein» fluß blieben. Ersterer war ?. Conrad Bö hm, Priester des Ordens der from» inen Schulen, der, in den classischen Spra« cben und in der Geschichte selbst gründlich gebildet, die Liebe für diese Wissenschaften auch in seinem Zöglinge zu wecken ver- stand. .Von letzteren seien hier genannt: Wilhelm Gabler, nachmals als Publi- cist bekannt geworden, Moriz Hart» mann sBd. VIII , S. 4^ j und Isidor Heller M . VI I I , . S. 272). Durch Letzteren lernte K., welcher bis dahin nicht über Klopstock, H ölty, Sa l i s gekommen, nun auch Heine, Borne, An'astcisius Grün , Nikolaus Lenau, kurz das neuere singende Deutschland kennen. Die fünfte Gymnasialclasse war beendet; aber als K. in den Ferialmona» ten in's Elternhaus zurückgekehrt war, fand er, daß die besseren Zeiten noch nicht gekommen waren. Im Gegentheil, eine langwierige Krankheit des Vaters, dessen Lebensmuth in Folge derselben und anderer Drangsale gebrochen war, hatte die Bedrängnisse vermehrt. Nach den Ferien kehrte K. wieder auf das Gymna- sium zurück, aber von einer Unterstützung der Eltern konnte weiter keine Rede sein. Das Studium aufzugeben, nachdem er sckon so weit vorwärts gekommen, erschien ihm auch unklug, und so denn auf sich selbst gestellt, 43 Jahre alt, begann er den Kampf um das Dasein. Die Jahre 1837 und 1838 waren ftwere Leidensjahre für K. Um die Sor- gen der Eltern nicht zu vermehren, ver« schwiegen er und der Bruder die zahl» losen Entbehrungen und erlittene schwere Noth, und im Kampfe mit derselben erlahmten-seine Schwingen. Auch im Fortgange in der Schule hatte er nach» gelassen, und dieser Rückschritt befriedigte ihn und die Eltern nicht. Nicktsdesto» weniger bezog er im folgenden Jahre die Prager Hochschule und begann die philo- sophischen Studien. „Dieselben Kämpfe um die Existenz, derselbe passive Wider« stand, schweigend und ohne Klage er> tragene Entbehrungen, und als Folge hievon Vernachlässigung der Studien." Da faßte K. den Entschluß, dieser Lage ein Ende zu machen; Wien erhob sich vor seinen Augen, dort sollten seine Ent> behrungen ein Ende nehmen und mit ihnen die einstige Lust zum Studium vollends wieder erwachen. Im September 1838 wanderte K. zu Fuß nach Wien. Schulze's „Bezauberte Rose", die er mithatte, führte ihn über die harte Prosa seiner langen Fußwanderung liebe» voll hinweg. Aber auch in Wien wollten sich die Erwartungen, die er sich gemacht, nicht so bald realisiren; beinahe ein hal. bes Jahr war er, wie in Prag, auf „Nichts" angewiesen. Endlich wurde er in das HauS eines Kaufmanns als Lehrer empfohlen und wurde — Hofmeister von fünf Knaben. Bei einer alle seine Kräfte so sehr in Anspruch nehmenden Beschäf- tigung war an eine Fortsetzung der Stu« dien vor der Hand nicht zu denken. Aber seine Lage war nun eine freundliche', der geistige Druck, der in den letzten Jahren harter Entbehrungen schwer auf ihm ge« lastet, war gehoben und die poetische Stimmung, welche bereits auf dem Jung» bunzlauer Gymnasium erwacht und durch das Zusammenleben mit gleichgestimmten Seelen lebendig erhalten worden war, begann sich von Neuem zu regen. Jedoch hat K. die Arbeiten aus dieser Zeö bei einer spateren Prüfung derselben den
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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