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Macht zerissenen Gewirke als Leichnam weg,
zum Schluß das Gewebe selbst verzehrend,
um es wieder hervorzuspinnen zum müßigen
Zeitvertreibe. Solche Contraste von grellen
Ton'Diöparaten sind wohl nach nie gespielt
worden. Sein Bogen zieht allen möglichen
Thieren die Stimme mit der Seele aus dem
Leibe. Er spricht wie Salomo mit allen Be<
stien, behaart oder befiedert, in ihrer Mutter»
spräche. Das Zwitschern einer von ihrer Näh«
rerin umflatterten Kolidribrut wechselt plötz-
lich mit dem Brüllen eines Kalbes ab, da6
man seiner Mutter entrissen. Mausepsiffern
schlägt in Unkentriller so unerwartet um, daß
sich Äatzen darüber miauend verwundern." —
Porträt. Äußer obigem sehr ähnlichen Holz-
schnitte in der Illustirten Zeitung ist noch eine
Lithographie von Waldow (Berlin, Schle.
smger, Fol.) vorhanden.
Konyi, Johann (Schriftsteller,
geb. in Ungarn, wo er in der zweiten
Halste des 18. Jahrhunderts lebte).
Ueber seinen Lebens» und Bildungsgang
ist nichts Zuverlässiges bekannt. AuS dem
Titel einiger seiner Schriften ist zu ent»
nehmen, daß er Feldwebel bei einem
Infanterie - Regimente gewesen. Glück»
lich in seinen Verhaltnissen mochte er sich
nicht gefühlt haben, wenigstens klingen
einige an ihn gerichtete Verse des Dichters
Paul A n y o 6 j M . I> S. 30^ weh-
müthig genug. Anyos selbst ruft ihm
zu, auf Gott zu vertrauen und in der
Freundschaft eimgen Ersatz für sein trübes
Geschick zu suchen. I n jener Zeit begann
eben der Läuterungspcoceß in der unga»
rischen Literatur. Es galt die Vetedlung
und Ausbildung der Sprache, an welchem
Beginnen die edelsten Geister des Magya-
renvolkeg Theil nahmen. Von diesem
Dränge beseelt, griff auch K. zur Feder
und vom Jahre 1774—1796 erschienen
von ihm folgende Schriften, theils Origi-
nalien, theils Uebersetzungen:
i") d. i. Unterhaltung w rend des Wachens oder die Zauberge»
schichten des Königs Charmant und des
Frauleins Florina (Preßburg 1774); —
d. i. Graf Walrron oder die Subordi«
nation (Pesth 1774); — „<>^s«5 ^
Zn?'/<Hl'cs", d. i. Orpheus und Eundice.
Singspiel (Pesth 1774); — „^5s5 ^a,n
ai/a? ?stt /ia^^a", d. i. Abel'S Tod
durch Kain (ebd. 1773); — „<3s^s7-/
S^ö^esöF )N,Ss6?' 65 S/oös5H^6s6/", d. i.
Gellert's sittliche Fabeln und Erzähluw
gen (Fünfkirchen 1776): — „
d. i. Ungarischer Kriegsroman oder die
Heldenthaten des Grafen Nikolaus Zrinyi
(in Versen) (Pesth 1779): — „
i", d. i. Ganganelli, oder die
Briefe des Papstes Clemens XIV. (Ofen
1783, 8o.). übersetzt'. — „ ^ sk5
5H/c5s", d. i. Der erste Segler, übersetzt
nach Gesner (Ofen 1780); — ^
ss
?ia^ ?ö>i6?z6/z'", d. i. Unschuldige Un<er>
Haltung, oder Florenz und 3ion. sowie
di?. Geschichte des türkischen Fräuleins
Marcibilla (Ofen 1763); — „^. ?wtti-
Hs)i^ o?- ttsvs/o ^)s?/zoc??'l^^", d. i. Der
immer lachende Democrit, 2 Bde. (Ofen
1786: I.Ausgabe ebd. 1796); — ^
a6a", d. i. Fortsetzung des immer lachen«
den Democrit (ebd. 1783); — «
^, d. i. Der dankbare Prote»
stant an seinen ihn führenden Kaiser; —
", d. i. Was
könnte der ungarische Bauer sein? Nach
Teschedik überseht (Fünfkirchen 4786);
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon