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aber, welche über viele Puncte nur An
deutungen und Schlagworte enthalten,
nicht weiter ausgeführt, und außer einem
Aufsatze: „Neder die praktische Anwend»
barkeit der nationalökonomischen Lehr
sätze auf den bestehenden Zustand der
europäischen Staaten", welcher im Jahre
1319 in der Zeitschrift „Hesperus"
erschien und einen von der Redaction
ausgesetzten Preis erhielt, keine Arbeit
aus dem Gebiete der staatswissenschaft.
lichen Theorie der Oeffentlichkeit über»
geben. Kovetz hat nie ein Amt in
der Staatsverwaltung bekleidet. Wieder«
holte, höchst ehrenvolle Anträge hat er
stets abgelehnt, indem er die stille
und doch tief eingreifende Wirksamkeit
des Lehrers und die Pflege der Wissen«
schaft den Aussichten auf eine glänzende
amtliche Laufbahn vorzog. Sein Nath
und seine Thätigkeit wurden jedoch von
der Regierung oft für praktische offent«
liche Zwecke in Anspruch genommen. So
schrieb er über Aufforderung des dama«
ligen Oberstburggrafen in Prag, Grafen
Wal l is , im Jahre 1809 für die
öffentlichen Blätter Böhmens eine Reihe
von Aufsätzen, welche die Bekämpfung
der feindseligen Angriffe der französischen
Journalistik und die Anfeuerung der
patriotischen Begeisterung des Volkes im
Kriege gegen Frankreich zum Zwecke
hatten. Wenn es sich um die Gründung
nationalökonomisch wichtiger Anstalten
in Böhmen handelte, wurde er fast immer
zu Rache gezogen. Er fungirte durch
lange Jahre als Secretär der böhmischen
patriotisch'ökonomischen Gesellschaft, war
ferner als Ausschußmitglied der böhrni-
schen Sparcaffe und in mehreren gemein«
nützigen Vereinen vielfach thätig. Im
Jahre 1845 wurde er als Mitglied der
zur Berathung neuer Studien-Einrich.
tungen damals niedergesetzten Hofcom» mission berufen. Seinem Wirken als
Lehrer, Schriftsteller und Bürger wurde
von Sr. Maj. dem Kaiser Franz durch
die Erhebung in den österreichischen
Adelstand im Jahre 1833. von Sr.Maj.
dem Kaiser Ferdinand durch die Ver-
leihung deS Leopold'Ordens im Jahre
1836, welcher seine Erhebung in den
Ritterstand folgte, sowie durch die Er»
theilung des Titels und Ranges eines
wirklichen Gubernialrathes der verdiente
Ehrenlohn zu Theil. Auch die Vertreter
der Stadt, welche der Schauplatz seines
langjährigen Wirkens gewesen ist, ehrten
ihndurchdieVerleihungdesPrager Ehren»
bürgerrechteS. Mit Allerh. Entschließung
vom 17. Februar 1849 wurde er, nach
einer mehr als vierzigjährigenLchrthätig.
keir, auf sein Ansuchen in den Ruhestand
versetzt. Er zog sich nun auf sein Gut
Sukohrad zurück, mit dessen Verwaltung
er die letzten Jahre seines thatenceichen
Lebens ausfüllte. So genoß er noch
acht Jahre den Ruhestand, bis ihn im
Alter von 73 Jahren der Tod seiner
Familie entriß. — Sein Sohn Heinrich
(geb. zu Prag im Jahre 1821), been-
dete im Jahre 1842 das Studium der
Rechte, trat dann in den Staatsdienst
und diente in Wien und an mehreren
Orten in Böhmen. Zur Zeit ist er Kreis»
commiffär. Im Jahre 1863 wurde er in
den Landtag aus dem Stande der Groß«
grundbesitzer gewählt. Durch den Druck
veröffentlichte er den „Bersuch einer Lyzte-
tiöchrn Darstellung der in Böhmen bezüglich
ber Inden bestehenden Oeöetze nntl Verard-
nungen" (Prag 1846, Haase Söhne, 8".).
Scharschmidt (Max Ritter von), Wenzel
Gustav Ritter von Kopeh. Eine Skizze fti<
nes Lebens und Wirkens (Wien 1857, Friedr.
Manz. 8«.) laus dem Magazin für Rechts»
und Staatswissenschaften. X,V, 5. Heft, abge-
druckt). — Oesterreichische National-
Encyklopädie, herausgegeben von Gräf,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon