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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 437 -
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Seite - 437 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Kopitar 437 Kopitar Kopltar, Bartholomäus (Sprach, forscher, geb. zu Repnje in Ober- krain 23. August 4780, gest. zu Wien 14. August 4844). Der Sohn eines^nicht ganz unbemittelten Oberkrainer Bauern, der, nachdem er seinen Sohn einige Jahre hatte die Heerde hüten lassen, plötzlich auf den Gedanken verfiel, ihn auf die Schule zu schicken. Kaiser Ioseph 's I I . zum Schulbesuche aufmunternde Patente waren nicht ohne Wirkung auf das Land» volk geblieben, und so war vielleicht auch Kopitar 's Vater zum Entschlüsse gekommen, eines seiner Kinder etwas anderes als Bauer werden zu lassen. Ende Jänner 4790 brachte der Vater seinen Sohn nach Laibach — K. zahlte 10 Jahre — und der Schulbesuch begann. Ueber diese seine Lehrjahre berichtet K. in feiner „Selbstbiographie" ^siehe unten die Quellens in ziemlich humoristischer Weise. K. beendete die Normalschulen, dann die Gymnasialclaffen mit aus- gezeichnetem Erfolge und erwarb sich durch seine gute Verwendung den Genuß eines Stipendiums, das, wenn auch eben nicht bedeutend, doch mit der Summe, die er sich durch Unterrichtertheilen er- warb, hinreichend war, um vom vaterlichen Hause keine Nachhilfe zum Unterhalte zu bedürfen, welche ohnehin seit 1794, da seine beiden Eltern einer Epidemie erlegen waren, ausblieb. Im Jahre 1799 wurde K. Hauslehrer in der Familie des Freiherrn Sigmund ZoiS, dessen Neffen er so lange unterrichtete, bis dieser zur Fortsetzung seiner Studien sich nach Wien begab, worauf der Baron, ein vielgepriesener Macen der Wissen» schaft, unseren Kopi tar als Secretar, Bibliothekar und Mineraliencabinets» Aufseher in seinen Diensten behielt. Acht Jahre, welche K. selbst zu den angenchm- sten seines Lebens zahlte, verblieb er im Hause des Barons und suchte in der Zwischenzeit die Lücken der Schule — deren Besuch er. seit er Hauslehrer gewor. den, unterbrochen hatte — durch Selbst, studium, wozu ihm der leichte Dienst bei Baron Zois mehr als die nöthige Muße gab, auszufüllen. So hatte er sich die französische und italienische Sprache ange» eignet; bei der Neigung des BaronS für die Naturgeschichte Studien in derselben gemacht und ward zugleich durch einen Zufall — indem er einer Dame Unterricht in seiner Muttersprache, der slavischen, über welche damals nicht einmal noch eine Grammatik vorhanden war, zu ertheilen ersucht worden war — zu Studien über dieses Idiom angeregt. Aus die« sern Anlasse entsprang auch seine schon 18l)8 erschienene krainische Grammatik, die erste dieser Sprache. Um diese Zeit war auch sein Gedanke, in die Welt zu treten und auswärts sein Glück zu versuchen, rege geworden. Sein Macen billigte K.'s Absicht und mit dem nicht unansehnlichen Ersparniß der letzten acht Jahre begab ficd K. Anfangs November 4808 nach Wien, zunächst in der Absicht, die Rechtsstudien zu beginnen. Nur zwei Jahre aber lag er denselben ob. dann gab er sie, auf und setzte, indem er Unterricht ertheilte, fein Selbststudium fort. Bald aber, 1810, erhielt er eine Anstellung an der kais. Hofbibliothek, und zwar zuerst als Scriptor, und rückte stufenweise, bis ein Jahr vor seinem Tode. 1843, zum ersten Hofrath und Custos an derselben vor. Mit wie wenig Worten auch seine amtliche Laufbahn erzahlt war, um so reichhaltiger fällt eine selbst gedrängte Darstellung seiner Wirksamkeit als Ge> lehrter an dieser Anstalt aus. Im Jahre 4814 erhielt er. obwohl der jüngste Beamte an der Hofbibliothek, den Auftrag, die 1899 von den Franzosen entführten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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