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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 439 -
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Seite - 439 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Aopitar 439 Kopitllr wianer genannt) und die Kopitarianer fletztere an Zahl geringer, aber überwie« gend w intelligenter Beziehung) standen sich in zwei Lagern feindlich, gegenseitig verfolgend, gegenüber. Seit nun nach Dobrowsky's Tode Kopi tar das Hochwächteramt auf dem Gebiete, der slavischen Literatur übernommen hatte, fehlte es nicht, namentlich aus Do browsky's Heimat, aus Böhmen her, an gehässigen heimlichen und offenen Angriffen. Es entspannen sich literarische Fehden, deren Charakter in Böswilligkeit ausartete und man suchte K. als einen der eigenen Sache, d. i. dem Slavismus heimlich abholden Abtrünnigen zu ver schwärzen, ungeachtet sein Fleiß, von seinem scharfen Forscherblicke begünstigt, immer wieder neue hochwichtige slavische Sprachdenkmäler zu Tage förderte. So z. B. hatte K. die für die ältesten Sprach. Überreste der Südslaven geltenden so» genannten carantanischen Beicht» form'eln commentirt, und das älteste Denkmal der polnischen Sprache, den berühmten St. Florianischen Psalter aus dem 14. Jahrhunderte, für den Druck bearbeitet. Diesen letzteren aber gab vor ihm Etanislaus Graf Dun in Bor- kowski, der ihm das Manuscript ent» lockt, im Jahre 1834 ziemlich verdorben in Wien heraus. Kopitar trat im „Anti.Tartar" gegen diese unverschämte literarische Freibeuterei in einer durch ihre schonungslose Scharfe fast auf die Spitze getriebenen Polemik auf. Eine andere große Arbeit, welche er seit 1830 begonnen, war das Studium des im Besitze des Grafen Cloz zu Trient be« sindlichen glagolitischen Codex, dessen Herausgabe er im Jahre 1836 bewerk« stelligte ^die bibliographischen Büchertitel der Werke Kopitar's folgen unters und damit eine Arbeit zu Tage förderte, welche von Sprachgelehrten, wie Jacob Gr imm. Moriz Haupt, Andreas Schme l le r , Graf Castiglione, für die herrlichste Blüthe seines Geistes und seiner Gelehrsamkeit, für ein sla» visches Meisterwerk erklärt wurde. Aber auch jetzt blieben seine Feinde nicht müßig-, die Größe und Gründlichkeit seiner Gelehrsamkeit konnten sie nicht antasten, sie suchten also ein anderes Moment hervor, mit welchem sie sich mehr Erfolg versprachen, nämlich das religiöse; warfen mit dem Hinblick auf den (3IaFc>1itg. (Ülo2ig,nii8 nach dieser Rich- tung hin eine ganz absonderlicheBehaup» tung auf. welche jedem der Kopitarianer lächerlich erscheinen mußte, ihren Zweck aber, ihn vor der Hand zu verdächtigen, in manchen leichtgläubigen Kreisen nicht verfehlt haben mochte. Man vergleiche das Nähere in den Quellens Wenn auch Kopitar diese böswillige Unbill mit Verachtung hinnahm — er hatte sich nach und nach das Distichon: ^Hoo saio pro oerto, quotiez eum stsroorö osrto, 8i vinao a.nt vinoor 3emx>er tamkn mg.- oulor" zum Grundsatz in seinem literari» schen Verhalten gemacht — so waren doch seine nächstfolgenden Arbeiten pole» mischer Natur; und zwar in seiner Abhand» lung: „Ursprung der slavischen Liturgie in Pannonien". in Ch inel's „Oesterrei- chischem Geschichtsforscher" l4838. Bd.I , S. 301) trat er gegen säfakik, 1840 mit seinem „ItöLs^odii N-pi^!o83i2t65 I-U8SU3" gegen Palack) ' . M a c i e» jowsky und Ljudevit G a j , und 1843 mit den „^role^omsnÄ Ki8torio2." zum Rheimser Krönungsevangelar gegen Hanka und Iastrzembski auf. Nach dieser gedrängten Schilderung von Kopitar's literarischem Wirken bleibt nur mehr Weniges zu sagen übrig. Nm nach slavischen Manuskripten in Roms
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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