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Kaiserstaate ansässig oder bedienstet,
bührt doch diesem Geschichtschreiber, .der
das Haus Habsburg zum Gegenstande
eindringlicher historischer Forschungen
gemacht und bereits mehrere wichtige
Werke veröffentlicht hat, eine Stelle in
diesem Werke. Kopp erfreute sich keines
fürstlichen. Protectorates, keiner staat-
lichen Subventionen', einzig und allein
Liebe zum'Vaterlande begeisterte ihn zu
seinen Arbeiten, welcke an Gründlichkeit
und Umsicht jedweder an die Seite
gestellt werden können. Nach einer mühe»
vollen Jugend und mannigfachen Anstren«
gungen, um sich fortzubringen, bezog
er die hohe Schule von Freiburg, wo er
durch Privatunterricht die Kosten seines
Aufenthaltes bestritt. Dann widmete er
sich dem Lehrfache, wurde 1819 Professor
der griechischen Spracbe an der höheren
Lehranstalt in Luzern, 1841 in den Ver«
faffungs« und spater in den Kantons«
und Regierungsrath berufen, in welchem
er sich in der Iesuitenfrage, als Prasi«
dent des Unterrichtsrathes, gegen die
Berufung des Ordens nach Luzern aus«
sprach, dadurch aber bei der Erneuerung
des Regierungsrathes im Jahre 1845
seine Wiederwahl in denselben Vereitelle.
Eine im Jahre 1836 mit einem andern
Geschichtsforscher verabredete Neise nach
Rom, um im Vaticnn jene Quellenschahe
für die Geschichte des Hauses Habsburg
zu heben, welche K. mit Recht dort ver»
muthete, kam erst im Jahre 4849 zur
Ausführung. K. hat eine reiche Ausbeute
gemacht, und bisher nachstehende Werke
veröffentlicht, welche entweder unmiitel-
bar das Haus Habsburg betreffen, oder
aber doch in sehr naher Beziehung zu
demselben und zu dem Kaiserstaate stehen:
„Trtumdtn M Geschichte der likgcnö55i5chen
MM" , 2 Bde. (Luzern, 1. Bd. 1833,
X. Mayer; 2. Bd. Wien 4831. Gerold, 8".) ^man vergleiche darüber die Recen-
sion von Karajan in Kaltenbäck's
„Oesterreichischer Zeitschrift" 4836. S.73,
79, 83, 87. 91 u. 94); der zweite
Band dieser Urkunden bildet den ersten
Band des, von der kais. Akademie der
Wissenschaften herausgegebenen „Archivs
für Kunde österreichischer Geschichts-
quellen"; — „GtZchichtr der ridgrii'655i5chril
Niindr. Mit Trkunden", 2 Bde. (Leipzig
1843—1849. Weidmann, gr. 8".);
darin behandelt K. die Geschichten von
der Wiederherstellung und dem Verfalle
deS h. röm. Reiches, u. z. in dm ersten
drei Büchern: „König Rudolph und
seine Zeit", im vierten Buche: die Grafen
von Kyburg. von Buchegg und Neuen«
bürg mit Arberg, Nidau und Straß»
berg; dann Gotteshäuser und Freie; die
Städte Solothurn, Freiburg und Bern;
Bischof und Stadt Basel mit Froburg
und Pfyrt, Lausanne und Genf; die
Waadt, Savoyen und Faucigny und
Hochburgund mit Mömpelgard und dem
Delsinate bis zum Jahre 1291; — „Nie
GeFchichtsblätw der Zchmrij" (Luzem 4834.
8<>.), welche m Heften ausgegeben werden
und deren bereits erschienene folgende Mit«
theilungen über österreichische Verhältnisse
enthalten: „Zur Geschichte der Verpfan«
düng der Reichsstädte Zürich und St.
Gallen an die Herzoge von Oesterreich"
(Heft I, S. 23); — „Ueber die Thei-
lung der Grafen Albrecht und Rudolph
von Habsburg" (ebd. S. 34); — „Ein
Zuzerner Pfarrer bei St. Stephan"
(Heft I I , S. 405), betrifft den Meister
Heinrich von Kl i ngenb erg, nachmali«
gen Bischof von Constanz — und „Salz«
bürg gegen Oesterreich und Baiern"
eft l l l , S. 162). Diesen „Gesckichts.
blättern der Schweiz" liegt in fortlau,
senden Bogen die Fortsetzung seiner
„Geschichte der eidgenössischen Bünde",
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon