Seite - 451 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Bild der Seite - 451 -
Text der Seite - 451 -
Aoralek 481 Korder
der Commission, welche K.'s Arbeiten
prüfte, erstattet wurde, daß seine Methode,
mittelst sieben Ziffern einerseits den Deci.
mallogarithmus einer gegebenen Zahl und
andererseits die correspondirende Zahl
eines gegebenen Logarithmus zu finden,
eine „geniale" sei. Die vorgelegte Arbeit,
schließt der Bericht, zeigt, daß der Autor
eine große Fertigkeit in arithmetischen
Berechnungen besitze und die Commission
ist der Ansicht, daß die Akademie ihn
ermuntern solle, sein Talent zur Berech»
nung der verschiedenen Transcendenten«
tafeln zu verwenden, deren Bestimmung
zum Fortschritt der mathematischen Wis.
senschaft beitragen kann. Dieser Bericht
wurde K. mit der Unterschrift Arag o's,
des damaligen lebenslänglichen Secretärs
der mathematischen Section der Akademie,
wie das Sitte ist, zugesendet. Nach Iah«
ren herber Entbehrungen und schwerer
Kämpfe mit dem Leben war dieß der erste
Sonnenblick des Schicksals für den armen
K. I n der That gestalteten sich auch
seitdem seine Verhältnisse günstiger. Sein
Werk über die Logarithmen erschien und
fand in der gelehrten Welt gerechte
Würdigung; in Deutschland ist es durch
Lorey's „Das Neueste und Intereffan»
teste auS der Logarithmotechnik. Nach
Byrne und Koralek" (Weimar 1832.
Voigt, 8".) bekannt geworden. Bald
darauf erhielt K. eine Professur am Poly.
technicum zu Paris, wo er der einzige
Professor an demselben ist, der am Sab»
bath und an jüdischen Feiertagen keine
Vorlesung halt, weil sein strenger Glaube
ihm an diesen Tagen daS Schreiben ver»
bietet. I n jüngster Zeit meldeten die
Journale, daß K. bei dem kleinen Prin«
zen Napoleon Lehrer der Mathematik
»st. K. hat sich von seinem Vaterlande
— wenigstens was die Schreibung seines
Namens betrifft — losgesagt und den« selben unbeschadet seiner Aussprache —
ausKoralek in Coraleque — ver-
ändert.
Constitutionelles Blat t auS Böhmen
(Prag, Fol.) Jahrg. l832. Nr. 206: „Pariser
Skizzen. VII. Böhmen in Paris". — Frankl
(L. A.). Sonntagsblätter (Wien. 8".) Jahr«
gang 1846, S. 240. — Fremden» Blatt
(Wien. 4".) Jahrg. !864, Nr. 544.- „Des klei»
nen Prinzen Napoleon Lehrer in der Mathe-
matik".
Korber Ritter von Kllrborn, Gregor
Norbert (gelehrter Theolog, geb. zu
I a i spitz in Mahren 47. November
1749, Todesjahr unbekannt). Sohn eines
Privatbeamten, Amtmannes in Diensten
deS Grafen Ugarte, besuchte die Pia-
ristenschule in Kremsier, hörte die Philoso«
phie in Olmütz und trat 1766 in das
Kloster der regulirten Pramonstratenser-
Chorherren zu Brück an der Thaya, in
welchem er die theologischen Studien
beendete und im Jänner 1774 die
h. Weihen erhielt. Er trat nun in der
Pfarre zu Taswitz und Butsch in die
Seelsorge, wurde aber bald in das Stift
zurückberufen, um in demselben die Phi-
losophie zu lehren. 1775 wurde er nach
Preßburg geschickt, daß er sich um die
dort erledigte Lehrkanzel der Philosophie
bewerbe, welche er aber bereits besetzt
fand. worauf er 1776 im Auftrage des
Stiftes nach Olmütz ging, um dort die
Rechte zu studiren. Nach beendigtemCur«
suS und nachdem er das Doctorat der
Theologie erlangt, wurde er im Stifte
Professor des Kirchenrechts. Nun began»
nen seine Leiden. Er hatte das geistliche
Recht nach den Grundsätzen seines Leh«
rerS Ios. Wrat. v. Monse (geb. 1733,
gest. 1793), der Professor der Rechte zu
Olmütz war. gelehrt; in Folge dessen
wurde er 1780 von dem Generaluicar sei»
nes Ordens Waczlawick, Prälaten zu
Radisch, inquirirt. bestraft und seines
29 *
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon