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487 KoriMics
Nsä^tor I)r. I'l'HQt. I^ 2ä. Nissoi-, d. i.
Conversations-Lexikon, herausgegeben von Dr.
Franz Ladisl. Nieger (Prag 1839. Kober,
Lex. 8".) Bd. IV, S. 820. — Bohemia
(Prager Blatt, 4°) l863, Nr. 168. S. 16l.
Korizmics, Ladislaus ( Iandwir th
und Fachschriftsteller, geb. zuAgg
Szent Peter im Weißenburger Comi»
täte 29. März 4816). Der Sohn eines
reichen Bauern, besuchte er von 1823 bis
1833 das Gymnasmin zu Ofen, dann zu
Pesth, trieb steißig die Feldmeßkunst und,
in's Elternhaus zurückgekehrt, erlernte er
die Landwirthschaft unter der Leitung
seines Vaters, eines tüchtigen praktischen
LandwirtheS. Nachdem er sich gehörig
ausgebildet und durch eigenen Fleiß
seine theoretischen Kenntnisse vermehrt, zu
Adony im Stuhlweißenburger Comitate
drei Jahre die Praxis als Feldgeometer
ausgeübt hatte, trat er auf der Herr-
fchaft Ozor in die Dienste des Fürsten
Pau l Eßterhäzy. Im Jahre 1841
ernannte ihn der Fürst zum dirigirenden
Ober«Ingenieur der Herrschaft Leva. Ein
um diese Zeit zum Begießen der Wiesen
von ihm erfundenes Instrument fand
allgemeinen Beifall. I n Leva blieb er
bis zum Jahre 1848, in welchem ihn
ohne sein Ansuchen das Ministerium für
Landescultur zum Secretar ernannte.
Gegen das Ende des Jahres 1849 be-
rief ihn Baron Geringer, der dama»
lige bevollmächtigte k. k. Commifsär, die
Tüchtigkeit deS Mannes erkennend und
würdigend, an seine Seite, und ernannte
ihn zum Referenten in landwirthfchaft<
lichen und national-ökonomischen Ange>
legenheiten. Im Jahre 1830 wurde K.
Finanzrath, und in nämlichen Jahre
noch Beisitzer bei der Pesth-Ofner Distri-
ctual-Steuer-Commisflon, 1831 wurde er
auf die Aerarialgüter im Großwardeiner
und Arader Comitate entsendet, um seine Ansicht über die Kolonisation auszu«
sprechen. Auch ging er im nämlichen
Jahre nach England zur Londoner In -
dustrie-Ausstellung. als Vertreter des
ungarischen ökonomischen Vereines. Die
Ergebnisse dieser Reise veröffentlichte er
in zahlreichen Artikeln in den ökonomi«
schen Blattern Ungarns. Schon im Jahre
1841 trat K. als Fachschriftsteller auf,
u. z. schrieb er in den >, Kläger Nasäa",
d. i. der ungarische Landwirth, und in
anderen Blättern über ökonomische und
volkSwirthschaftliche Gegenstände. 1847
erschien seine preisgekrönte Schrift: „«/o-
ssaFT'sncFsHs'F", d. i. Ueber die Vermal»
tung der Güter; 1849 gründete er die
„6il.2dg.39.Fi. I2.P0I5.") d. i. die landwirth«
schaftlichen Blätter, welcheS treffliche un<
garische Fachblatt noch Hetzt besteht und
wesentlich zur Hebung der Landescultur
in Ungarn beigetragen hat. Von ihm
sind darin viele Artikel theils mit, theils
ohne seinen Namen erschienen. Auch war
er es, der unter dem Namen Tiszahat i
die „O^mneikulilo-veieli", d.i. Titellose
Blätter, veröffentlichte. Während seines
Auftnthaltes in England hatte nämlich
K< das Stephens'sche «Look ok tko
t'ai-in« kennen gelernt. Alsbald erwachte
in ihm die Idee, dieses Musterbuch in
ungarischer Sprache zu bearbeiten. Um
seinen Plan gleich und wirksam in's
Leben zu setzen, verband er sich zur Her»
ausgäbe mit einem der ersten ungarischen
Oekonomen, mit dem Güterdirector
Benkö, dem Redacteur der (^226.2.2231
ok) Mococz, und gewann für ein«
zelne Fächer tüchtige Fachmänner, wie
H a v a s , S z o n t a g h u. Ll. Dabei
wurde festgefetzt, das englische Werk
durchaus nicht zu übersetzen, sondern in
die allgemein giltigen Theile des Ocigi<
nals heimisches Material hineinzubauen.
Nun aber kam auch der Kostenpunct zur
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon