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Korn 460 Korn
Tassoim gleichnamigenStücke Göth e's,
Wiburg in Schröder's Lustspiele
„Stille Waffer sind tief", Carlos in
Schiller's „Don Carlos". Posa in
demselben Stücke, Kling Sberg in
Schröder'S Lustspiele „Der Ring".
Mortimer in der „Maria Stuart",
Lord Elmwood in Raupach's „Vor.
mund und Mündel". Dorrisford in
Raupach's „Vater und Tochter",
Giulio Romano in Oehlenschla«
ger's „Correggio". H ippo ly t in
Racine-Schiller's „Phädra", Ro»
meo in Shakespeare's „Romeo und
Julie". MaxPiccolomini in Schil-
ler's „Wallenstein", Hamlet inSha«
kespeare's „Hamlet", Linder in
Beck's Lustspiele „Die Quälgeister", Fi-
garo in Jünger's Lustspiele „Die bei»
den Figaro", Klinker in Kotzebue's
Lustspiele „Das Epigramm" und Bo>
lingbrock in Scribe's „GlaS Wasser".
Aber auch der Maler Conti in
Lessing's „Emilie Galotti", Tancred
in Voltaire-Göihe's „Tancred",
Clavigo. Fiesko, Maeon inCol-
lin's gleichnamigem Stücke, Secretär
Dallner inIffland's „Dienstpflicht".
Wilhe'lm in Göthe's „Geschwister",
Hugo in M ü l l n e r's „Schuld",
Phaon in G rillp arzer's „ Sappho",
der Te mp e l ri tte r in Lessing'S
„Nathan". Fürst Jury Chawansky
in Raupach's „Fürsten Chawansky",
Edgar in „König Lear", Zawisch in
Grillparzer's „KönigOttocar'S Glück
und Ende", Isidor in Raupach's
„Isidor und Olga". MajorTellheim
in Lessing's „Minna von Barnhelm",
Enzio in Raupach's „König Enzio",
Baron Zinnburg in Bauernfe ld's
„Bekenntnissen" würden treffende In>
schriften für die Blätter eines zweiten
Kranzes gebildet haben. Um übrigens die Ausdauer und die Thätigkeit
dieses seltenen Künstlers vollends zu
würdigen, sei bemerkt, daß er innerhalb
seiner 48jährigen Bühnenthätigkeit im
Ganzen 5786 Mal aufgetreten sei, was
im Durchschnitte 464 Mal für Ein Jahr
ergibt. Korn als Künster verband mit
einer schönen äußeren Erscheinung An«
stand in der Bewegung, tiefes inniges
Gefühl. Feuer und Geift der Analyse.
Diesen Vorzügen des Künstlers gaben
aber jene des Menschen nichts nach;
Dichter Collin, der seine herrliche
Epistel „Ueber die Schauspielkunst" an
Korn gerichtet, zählte za seinen innigsten
Freunden und, wie er unter seinen Col«
legen großer Beliebtheit sich erfreute, so
besaß er in den höchsten Kreisen der
Gesellschaft Gönner und Freunde. Fremd
der heut' zu Tage herrschenden Sitte,
seine Kräfte möglichst zu verwerthen,
ohne Rücksicht auf das Institut, das
dem von Ueberanstcenguug frühzeitig
unfähig werdenden Künstler vor der Zeit
eine hohe Pension bezahlen muß, trat
K. während einer 48jährigen Bühnen«
thätigkeit nur zweimal und zwar im
Jahre 1822 in München und 1823 in
Leipzig. Berlin, Hamburg als Gast auf.
Hingegen spielte er durch 14 Jahre in
Preßburg zu wohlthätigen Zwecken, als
für daS Armen-Institut , für das Spital
und immer unentgeltlich, weßhalb ihn der
Preßburgcr Magistrat durch Verleihung
des Ehrenbürgerrechtes dieser k. Freistadt
und mit der anläßlich der Restauration des
Armenhauses geprägten Medaille in Gold
auszeichnete. Im Jahre 1820 unternahm
K., um Künstler zu sehen und Studien zu
machen, eine großeReise durchDeutschland,
die Niederlande und Frankreich, wo er in
Paris Talma spielen sah. Seit 1812
war er, als Brockmanns Nachfolger,
Regisseur der k. k. Hofbühne. Seit 1806
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon