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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 462 -
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Seite - 462 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Korn 462 Korn lers. Das Denkmal, uon Margarethner Tand» stein geformt, ist auS der Wasserburge r» schen Werkstätte hervo^egannrn. Am oberen Theile des Denkmals erblickt man die Em- bleme des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe (das Kreuz, dm Anker und das flam- mende Herz) von einem Lorberzweig umschlun» aen. An der Hauptfläch«.' des Monuments zeigt sich der Name des Verewigten und die Ve» zeichnung seineS Standes, seines Geburts« und Todestages mit der Jahreszahl, und tie« fer unten die beiden Verse des „Nachrufes an Marimilian Korn" von I . G. Se id l : Es wird in frischem Angedenken leben Was er gewirkt in seinem Künstlerlauf: — Fur küustlerischeu Charakteristik Koru's. Mit Korn ging der „letzte Ritter" des freien deutschen Lustspiels zu Grabe. Korn wußte sich im Saloncostume wie in Uniform, als bürgerlicher Dandy wie als Caualier mit gleicher Ungezwungenheit und Natürlichkeit zu bewegen. Welch ein stürmischer Beifall war es, in welchen die im Burgtheater anwesen» denHuszarenOfficiere ausbrachen, als Korn in der „Nnvermälten" im Dolmäny schwart« klingend auf der Bühne erschien! Ein Glanz- moment seines savoii- faii-s war sein Entr6e in den gräflichen Salon in dem Stücke „Men< schmhaß und R<ue". Hier kam in der Thai der Cavalier zu dem Cavalier. Der große Mime EHlair nahm sich in dieser stummen Scene, mit Korn verglichen, wie ein Thür« steher aus. Daß Korn das Lnsst-liLkrt, der Liebling der Damenwelt werden mußte, läßt sich bei dieser Begabung wohl leicht denken. Eine hochgestellte Dame meinte einmal, sie müsse fortan auf alle liaisons verzichten, denn nach einer Liebeserklärung Korn's auf der Bühne könne man keine andere mehr im Leben anhören. Korn war eben keine Schönheit; doch lag in seinem blauen Auge eine bezau' bernde, in Wahrheit magnetische Kraft. So wettete er einmal mit der Schauspielerin W., sie könne seinen Blick nicht fünf Minuten lang aushalten. Die Wette ward angenommen und richtig brach die schöne Gegnerin schon nach zwei Minuten in ein krampfhaftes Schluchzen aus und bat ihr Gegenüber flehentlich, um des Himmelswillen seinen starren Blick ab' wenden zu wollen. Korn, Philipp (Schr i f ts te l ler , geb. in Ungarn). Zeitgenoß. Widmete sich dem Buchhandel und betrieb ein Anti- quariatgeschäft, unter Einem mit Schrift, stellerei sich beschäftigend. Im Jahre 1848 betheiligte er sich an der ungari- schen Revolution, und zwar diente er in der „deutschen Legion" des Revolutions» Heeres, als deren „Hauptmann" er sich auf seinen Schriften selbst bezeichnet. Nach Niederwerfung des Aufstandes floh er in die Türkei, und lebte dann mehrere Jahre in England. Erst nach einiger Zeit gab er durch Veröffentlichung einiger umfangreicher Pamphlete wieder ein Lebenszeichen von sich. Nach dem Umschwünge der politischen Verhältnisse in Ungarn, welcher vielen im Exile lebenden die Rückkehr in die Heimat ermöglichte, war auch K. nach Ungarn zurückgekehrt. und im Jahre 486(5 kündigte der „Pesther Lloyd" Korn's Ankunft in Pesth an, wo er eine Aus» stellung von Kunstgegenstanden verscbie' dener Art veranstaltete. Auch bemerkt die» ses Blatt, daß Korn der Herausgeber der „Ljidliotkkoa. dun^rilla" sei. Was mit dieser „VibliotkLoa kunAg.rioa," eigent- lich gemeint sei. ist dem Herausgeber die< ses Lexikons zu ergründen nicht gelungen. Die von Korn im Drucke erschienenen Schriften sind: „Neueste Ahrunik drr Mag^a- ren. Geschichtliche Darstellung der Zustände d?5 Vebens und Wirkens der Vligarn in und llnZser- halb ihrer Heimath van der rnZZischen Illusion in Ungarn vnil Siebenbürgen lnz ant die gegen- miirligen Gage", 2 Bde. (Hamburg 1831 und 1832. Schuberth u. Comp., gr. 8^., mit lithogr. Abbildgn.); der erste Band führtauch den Titel: „Koffuth und die Ungarn in der Türkei", der zweite Band: „Die Russen in Ungarn, und die Ungarn in Deutschland" ; über die „Chronik" schreiben die „Blätter für literarische Unterhaltung" (1832, S. 664): „es ist dieß das frechste Bei- spiel der literarischen Freibeuterei und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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