Seite - 471 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
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Kortum 471 Kortum
tet hat. al6: „Siegbert und Eliawe. Origi«
nal.Schauspiel" (Vrünn, 8«.); — ^Saudiny
von Waldburg. Trauerspiel" (Wien, so.); —
„Wer ist sie denn? Lustspiel" (Mbach, 5«.);
— „Rudolph von F l^seck oder die Schwarz«
tbaler Mühle. Nitterschauspiel" (Leipzig 1794.
8«.); — „Anna Voley. Ritterschauspicl" (Wien.
b».). M o r a v i a (Brünner UntcchaltungL.
blatt. 4o.) islä, Nr. 4 l : „Literarische Mit.
theiluna von I . I . H. Czikann" (S. 159). —
Naßmann (Friedrich), Pantheon deutscher
jetzt lebender Dichter und in die Belletristik
eingreifender Schriftsteller (Helmstedt i823,
C. G. Flcckeisen, k".) S. 1?7 ^da in diesem
1823 gedruckten Buche die „jetzt" (1823) leben«
den Schriftsteller aufgeführt werden, so muß
K. damals noch gelebt Habens
Kortum, ErnstTraugottv. (Staats,
mann, geb. zu Bielitz mOesterreichisch«
Schlesien 22. August 1742. gest. zu 3em>
berg 2. Februar 1811). Die erste Er-
ziehung erhielt er im Elternhause, dann
schickten ihn seine Eltern nach Teschen,
wo er das evangelische Gymnasium be<
suchte. Nach beendeten Gymnasialstudien
ging Kortum nach Königsberg, wo
er die philosophischen und juridischen
Studien im 24. Lebensjahre zurücklegte.
Dort ließ er sich über seine Fähigkeiten im
juridischen Fache prüfen und wurde noch
in eben demselben Jahre Referendar beim
KönigSberger Obergrafen^Amte. in wel«
chem Dienste er bis zum 1.1751 verblieb.
Im Jahre 1771 wurde er zum Hofrathe
am fürstlich schleSwig» holsteinischen Hofe
ernannt. Im Jahre 1773 folgte er der
Einladung des letzten polnischen Königs
StanislauS Poniatowski , ward
daselbst zum geheimen Rathe, und im
Jahre 1773 zum geheimen Staatssecre»
tär befördert. Dieses Amt verwaltete
Kortum bis zum Jahre 1783. wo ihn
Kaiser Joseph I I . als Gubernialralh
nach Lemberg berief. In dieser neuen
Dienstkategorie bewies sich Kortum
des ihm geschenkten Zutrauens durch eine
36jährige Dienstleistung in verschiedenen Geschäftszweigen höchst würdig. Im
Jahre 1800 ernannte ihn der Kaiser zum
wirklichen Hofrathe und Administrator
der königlichen Staatsgüter und Salinen
in den Königreichen Galizien und Lodo»
merien. Sein Einfluß und Wirkungskreis
auf diesem Posten war eine wahre Wohl»
that für Galizien, ein Land, das zu jener
Zeit viel wichtige, dringend nothwendig
gen Einrichtungen und Verbesserungen
in der Verwaltung und Manipulation
der Staatsgüter, sowie Abschaffung man«
cher durch Gewohnheit veralteten schad«
lichm Mißbräuche erforderte. Kortum
sorgte auch nach Möglichkeit das Gute
zu fördern, Mißbräuche abzustellen und
die Untergebenen in treuer und redlicher
Pflichterfüllung zu erhalten. Ihm hatGa»
lizien die erste zweckmäßige Forstordnung
zu verdanken, indem vor ihm die Wal»
düngen meistens planlos verwüstet und
ausgerottet wurden; auf diese Art legte er
den ersten Grund zu einer wohlthätigen
Einrichtung, die auch für künftige Zeiten
den Holzbedarf dem Lande sichert. Seine
glänzendste Epoche war das verhängniß»
volle Jahr 1809. wahrend der Anwesen-
heit der russischen Armee zu Lemberg,
wo er damals dem Landespräfldium als
Chef vorstand. Für seine Verdienste in
jener Periode zeichnete ihn derMonarch mit
dem St. Stevhan-Orden aus. Kortum
ward während seiner politischen Laufbahn
meistens in wichtigen Geschäftszweigen
verwendet. Er war aber in seinem Aeußem
zu ungeschmeidig, wenig feiner Politiker,
"lch seines inneren Werthes zu bewußt,
als daß er mit gewandter oder listiger
Klugheit jeden Verstoß hätte vermeiden
können; so fehlte es ihm nicht an Tad-
lern, die an dem geraden, redlichen und
offenen Manne die hohen Verdienste um
den Monarchen und das Vaterland ver-
kannten; doch die Zahl solcher Kleingeister
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon