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erst 20 Jahre — berief ihn Ludwig Mark«
graf von Baden an seinen Hof, an welchem
er bis zu dem 170? erfolgten Tode des Mark«
grasen, also durch volle 17 Jahre, beschäftigt
gewesen und nun erst mit den rühmlichsten
Zeugnissen aus dem Dienste trat. Dann arbei«
tete er am Hofe der Herzogs von Württem«
berg und an jenen einiger anderen deutschen
Fürsten. Im I . 1709 berief ihn August I I .
nach Dresden, um mehreres für die Schau»
spiele und Turniere, die damals an diesem
prachtliebenden Hofe stattfinden sollten, aus»
zuführen. Auch am kaiserlichen Hofe wurde
er zu jener Zeit mit Arbeiten beauftragt. Als
er von seiner Rückkehr aus Dresden sich in
Prag niederlassen und daselbst seine Kunst
ausüben wollte, verweigerten ihm alle drei
zu jener Zeit in Prag befindlichen Maler«
zünfte den Aufenthalt, Aber im Jahre 1710
gelang es ihm. von Kaiser Kar l VI. die
Gnade zu erwirken, daß er sich in Prag nie»
Verlassen und die Malerkunst überhaupt, wie
die sogenannte indische Malerei insbesondere,
ungehindert durch zehn Jahre und letztere
allein ausüben dürfe. K. ließ sich nun auf
der Kleinseite in Prag in der Nähe von Ujezd
nieder und übte seine Kunst, nachdem ihm
sein Privilegium verlängert worden, länger
als zehn Jahre aus. Sein Todesjahr ist un,
bekannt. — Auch in der Gegenwart lebt in
Böhmen ein noch junger Künstler des Namens
Kratochwil . von dem im Jahre 1835 in
der Ausstellung der Gesellschaft patriotischer
Kunstfreunde (unter Nr. 336) eine in Oel ge»
malte Landschaft: „Sommerabend" (200 fl.),
ausgestellt gewesen. sDlabacz (Gottfried
Johann) , Allgemeines historisches Künstler«
Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für
Mahren und Schlesien (Prag 1815, Gottlieb
Haase. 4«.) Bd. I I , Sp. 128. Dlabacz nennt
K. einen k. k. Hofmaler. — 8 l o v u i k
uauun^ , wie oben. Bd. IV, S. 971. —
3»aiQ2,tk? ai-okasiogicks, Bd. IV, S. 33.)
— -. Johann Milostin*) Kratochvlle
(geb. zu Ujezd bei Belciä im Jahre 1813).
Studirte zu Pisek. zu Prag die Theologie,
empfing 1844 die h. Weihen und wurde dann
Caplan zu Altfattel bei Worlik. Die freie
Zeit, welche ihm sein Beruf übrig ließ, wid<
Miloftin, Mnohoslaw, Piawoslaw, Nohunu'r. Dobio.
mir, Slawomir u. dgl. m., muß bemerkt weiden mete er der Leitung des in Worlik bestehen
den uechischen Dilettanten'-Theaters und stiftete
aus dessen Erträgniß die Schulbibliothet zu
Altsattel. Im Jahre 1848 wurde K. zu Brzez-
nic in den österreichischen Reichstag gewählt,
in welchem er seinen Platz zur Rechten nahm.
In seiner priesterlichen Stellung erwarb er
sich besondere Verdienste dadurch, daß mittelst
der von ihm angeregten Sammlungen die
Pfarrkirche zu Setecka mit einer schönen neuen
Orgel und jene zu Horsiäka mit einem neuen
Thurme versehen wurden. Seine gesammelten
Predigten sind in der zu Budweis heraus'
gegebenen Prediger < Bibliothek (VidNoteka,
kk^kttzlLkü.) erschienen. Sonst ist er noch
unter seinem und unter angenommenem
Namen, und zwar unter den Pseudonymen
Milostin und MUostin Oujezoskx
(nach seinem Geburtsorte Ujezd), Mit-
arbeiter verschiedener periodischer Blätter,
ssiovnik nku.ö'k^, wie oben, Bd. IV,
S. 972. Nr. 2. — Verhandlungen des
österreichischen Reichstages 1848 und 1849.
Stenographische Berichte (Wien, Staats
druckerei, 4».) Bd. V, S. 80 und l46.) —
3. Wenzel Georg Kratochvil (geb. zu
Prag 23. Februar 4819). Besuchte, das Gym<
nasium in Klattau, hörte in Prag die Philo-
sophie und trat dann in das erzbischöfliche
Seminar. Neben den theologischen Berufs«
studien betrieb er steißig jene der Philosophie
und Naturwissenschaft unter Erner M . IV,
S. 115) und Amerling sBd. I , S. 3u).
da der damalige Director des Seminars,
Bit tner, gegen dergleichen Nebenbeschäfti
gung der Seminaristen eben keinen Einwand
erhob. Im Jahre 1842 erhielt er die h. Wel-
hen. trat dann zu G^kovice im Leitmerwer
Kreise als Caplan in die Seelsorge und diente
alS solcher bis 1837 an verschiedenen Pfarren,
bis er im genannten Jahre als Pfarrer zu
St. Veit auf dem königlichen Schlosse in Pra^
ernannt wurde. In der Seelsorge richtete.«.,
seinem pädagogischen Hange folgend, vor-
nehmlich auf die Erziehung und den Unterriäu
in den Elementargegenständen fein Augenmerk,
und ist seit Jahren in dieser Richtung in
pädagogischen Journalen auch schriftstellerisch
thätig. Mehrere Blätter, wie der „?o5t.'l
der „VIakovoät", „OdäkTi", „Okra^ 2b 5i-
-vots.", enthalten Beiträge aus seiner Feder,
und auch ist er Mitarbeiter des Rieger'schet'.
„8I0VMK H2,U0L^". ^81 0 VNiK N2.U6NV,
wie oben, Bd. IV, S. 971. Nr. 2.)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Band 13
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Kosarek-Lagkner
- Band
- 13
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon