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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 154 -
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Seite - 154 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Kraus Momente der Thätigkeit dieses großen .vormarzlichen" Staatsmannes aus führ« licher darstellt. Seine Ansichten und seine Maßregeln erfreuten sich nicht allseitig des Beifalles. Widersacher und Neider in mächtigen Kreisen, denen er mit seinen Verfügungen an's Herz gegriffen, schalten ihn einen überlebten Bureaukraten, der völlig des Adlerblickes eines Finan- ciers im höheren Sinne des Wor- tes ermangele, worunter immer ein Mann verstanden wird, der diesen Leuten * viel zu verdienen gibt, u. s. w., u. s. w. Als seine Gegner auch die Presse zu gewinnen verstanden hatten und sich in derselben gegen ihn Vorwürfe erhoben — es war dieß gegen das Ende deS Iah- res 1831 — verschmähte eS K., auf die leicht widerlegbaren Angriffe zu antworten und zog einfack den Rücktritt von dem Ministerpoften allen weiteren Transactio- nen vor, «weil", so sprach er bei Gele« genheit seine Ansicht aus, „gerade der Finanzminister mehr noch als jeder andere Minister daS allgemeine Vertrauen be- sitzen müffe, um Gedeihliches wirken zu können, dieses ihm aber offenliegend nicht mehr zur Seite stehe und eine allge» meine Reichsvertretung nicht bestehe, vor welcher er mit freudiger Zuversicht seine Finanzmaßregeln rechtfertigen würde; weil er insbesondere im Kreise der Poten« taten des Geldmarktes, auf deren Unter- stützung oder doch Sympathie ein Finanz- minister, zumal eineS absoluten Staateü, in gewissen Fällen rechnen können muß, mächtige Gegner habe, die ihm zumeist dadurch erstanden sein mögen, daß er bei Staatsanlehen an die Stelle der Ver- mittelung durch die Krösuse deS Tages, vielmehr das Medium der allgemei- nen Subscr ipt ion gesetzt hatte". Seit seinem Rücktritte von der Stelle des Finanzministcrs (26. December 1831) Kraus war er neun Jahre Mitglied des stan- digen Reichsrathes, und als er zuletzt an die Spitze des gesammten Staatsrech- nungswesens trat, war er zu kurze Zeit in diesem Amte thätig, um jene um» fassendenReorganlsationspläne, mit denen er sich im Geiste trug, zu verwirklichen. Kaum auch nur annäherungsweise wurde in dem bisher Gesagten ein Bild der amtlichen Wirksamkeit dieses Staats- mannes gegeben. Auch betreffs seinei Charakteristik als Mensch im Privat» und Familienleben muß auf den schon er- wähnten Nekrolog hingewiesen werden, der eine treffende Silhouette dieses hoch- herzigen Staatsmannes zeichnet. I n den Quellen werden seine Ansichten in reli< giösen Dingen angedeutet; sie helfen das interessante Bild vervollständigen. Got> tesfürchtig in der wahren Bedeutung des Wortes, war er auch bibelfest gleich dem ersten Theologen und besaß gründliche Kenntnisse der positiv-theologischen und philosophischen Studien. Bemerkenswerth ist sein Interesse für den Somnambulis- mus und Magnetismus, dessen literarische Erscheinungen er mit Aufmerksamkeit ver« folgte und dabei mit Somnambulen nicht selten in unmittelbaren Verkehr trat. I n seiner Mäßigkeit, ja fast strengen Diät — er trank niemals Wein — liegt zum Theile einErklärungsgrund seiner erstaun- lichen Arbeitskraft, indem er ohne Be- schwerde täglich 10—12 Stunden und regelmäßig über Mitternacht hinaus — im Geschaftsdrange der Jahre 1848 bis 1851 aber auch täglich 14—18 Stunden ^- arbeitete. Die Muße seines anstren- genden Dienstes widmete er der Lectüre und erwarb sich so eine seltene Erudition in den verschiedensten Zweigen des mensch- lichen Wissens. Er besaß die Kenntniß sammlicher in der österreichischen Monar- chie landesüblichen Nationalsprachen und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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