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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13
Seite - 155 -
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Seite - 155 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Band 13

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Kraus 185 Kraus vertrat stets die unbehindert freie Ent« Wickelung aller Nationalitats» und Sprach, elemente der verschiedenen Völker Oester« reichs. Von der deutschen Sprache meinte K. ganz richtig, sie werde in natürlicher Entwickelung der Dinge aus sich selbst zum Gemeingut aller Gebildeten in Gesammtöfterreich werden, und sofort durch das allgemeine Bedürfniß ganz un» vermerkt und in nicht sehr ferner Zeit zu der von Allen selbstgewollt vorherrschen, den und endlich erclufiven Geschäftssprache der Centralregierung und der gemeinsamen Reichsvertretung Oesterreichs ausgebildet sein. Aus diesem ununterbrochenen'Fort« leben in und mit der Wissenschaft und jener wahren Religiosität, von der sein innerstes Wesen durchseelt war, wuchs jene Humanität , die sich in seinem ganzen Wirken und als reiner Ausfluß seines innersten Wesens in allen seinen Handlungen aussprach. Wie er einerseits daS heuchlerische Treiben derjenigen ver» abscheute, welche „in Religiosität machen", so mied er für seine Person mit fast angst« licher Sorgfalt daS Bekanntwerden seines religiösen Wandels und jewede Osten- tation seiner Frömmigkeit. Im Verkehre, der zufolge seiner Stellung ein äusge» breiteter war, war er gegen Hoch und Nieder. Reich und Arm. Gleichgestellte und Untergebene sich unverändert gleich, immer freundlich und wohlwollend. Be» sonders im Verkehre mit seinen Unter» gebenen — wie Herausgeber dieß selbst erprobte — waren seine Herzensgüte und Bescheidenheit wohlthuend. Seine Mikrologie war seinen Gegnern eine Waffe gegen ihn; bei jenen aber, welche sie empfinden mußten, war sie für ihn ein Grund mehr der Anerkennung ihrer Leistungen; wenn er die Ausarbeitungen seiner Referenten änderte, so geschah dieß in der schonendstmWeise, und der Umstand, daß es ihm im Grunde Niemand ganz recht machte, ließ ihn doch nie Talent und Verdienste verkennen und für letztere die ganze Macht seineS Einflusses zur Geltung bringen, wenn es galt, sie zu belohnen. Ueber seine Bescheidenheit wird nach» stehende Thatsache eine Aufklärung geben. Als er zu Ende des Jahres 1834 nach Niederlegung seines Minister-PortefeuilleS in den Reichsrath berufen wurde und in diesem ihm, als bisherigen Minister, der Rang als erster Rath unmittelbar nach dem Präsidenten gebührte, bat er aus- drücklich darum und hat es auch erwirkt, daß er den beiden ältesten Rathen Krieg und Purkhar t nachrangirt werde, „weil diese beiden von ihm zugleich so hochverehrten Männer einst seine Vor- gesetzten und gütigen Gönner gewesen und eS seinen Gefühlen widerstreben würde, denselben nunmehr im nämlichen Collegium vorzusitzen". I n hochherziger Weise gab sich aber sein Wohl thät ig, keitssinn kund. Von jeher gehörte ein sehr bedeutender Theil seines jeweiligen Einkommens den — Armen; inSbeson« ders fanden wahrhaft noth leid ende Faun« lien und HauSarme bei ihm zu allen Zeiten großmüthige und stetige Unter« stützung; nicht selten suchte er in Gesell« schaft seiner gleichgesinnten Gattin arme Kranke in den entferntesten Winkeln dunkler Vorstädte auf und brachte ihnen Trost und Hilfe. Manchen talentvollen Knaben des einm und anderen Amts» dienerS oder Hausmeisters ließ er auf seine Kosten in einer Realschule oder bei einem Gewerbsmanne ausbilden, reichte manchem dürftigen Studirenden monat» lich eine bestimmte Gabe oder leistete für ein braves armes Mädchen einen jährlichen Beitrag an irgend eine Er. ziehungs« oder Kinderwartanstalt, und verabfolgte mehreren dienstunfähig ge«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Band 13
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Kosarek-Lagkner
Band
13
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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